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Woran wir sterben

 
Woran wir sterben
Todesursachen von Frauen im Überblick. Quelle: Flowingdata

Du musst schnell leben; der Tod kommt früh, sagte James Dean und bekanntlich lebte der Schauspieler sehr schnell. Im Alter von 24 Jahren stirbt er am Steuer seines Porsches. External Causes, äußere Umstände, führen also zum Tod von James Dean – wie bei vielen Männern seines Alters. Eine interaktive Grafik der Website Flowing Data zeigt die häufigsten Todesursachen für jedes Alter – aufbereitet nach Geschlechtern und ethnischer Herkunft.

Die Grafik bereitet Daten der US-Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) auf, die dem Gesundheitsministerium unterstellt ist. In der Übersicht sind die Ursachen von Todesfällen in den Vereinigten Staaten aus den Jahren 2005 bis 2014 enthalten. Drei Prozent aller Männer kommen in den USA demnach an Infektionen oder parasitären Krankheiten (zum Beispiel: Tuberkulose) ums Leben, vergleichsweise groß ist der Anteil bei Kindern und Jugendlichen sowie bei den 40-50-Jährigen. Je älter die Menschen werden, umso häufiger sterben sie den CDC-Daten zufolge an Herz-Kreislauferkrankungen (etwa ein Drittel aller Todesfälle und damit auch die häufigste Ursache). Krebs ist vor allem bei Menschen zwischen 60 und 80 Jahren ein Todesgrund. Wenn Sie die Zahlen für Deutschland nachlesen wollen, finden Sie hier aktuelle Werte des Statistischen Bundesamts.

Große Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden in der Flowingdata-Grafik zum Beispiel bei den äußeren Umständen (etwa Verletzungen, Unfälle) deutlich, die besonders häufig bei jungen US-Männern von unter 40 Jahren zum Tod führen. Womit wir wieder bei James Dean wären, dessen Ableben zumindest statistisch keine besondere Auffälligkeit aufweist.

Weitere Teilchen finden Sie hier

25 Kommentare

  1.   Renfrew

    Guter Artikel mit guten Infos.

    Zeigt wieder einmal, dass sich die Menschen vor den falschen Sachen fürchten und nicht for den “wirklichen” Dingen, an denen sie – vermutlich – sterben werden.

    Man fürchtet sich ja üblicherweise vor:
    Terrorismus, Flugzeugabsturz, Feuer, Erdbeben, Blitzschlag oder Mord.

    Alles Dinge, die viel zu unwahrscheinlich sind, als dass man sich fürchten müsste.
    Die wahren “Killer” sind ja aufgeführt: Herz-Kreislauf Krankheiten, Lungenkrankheiten oder Krebs. Alles andere kann man vergessen.

    Und genau gegen diese Todesursachen kann man etwas tun: Gewicht reuzieren, Sport treiben, Ernährung umstellen, Stress reduzieren usw.
    Aber das ist ja mühsam und kurzfristig nicht lustfördernd, also wird das alles unterlassen.
    Verkehrte Welt!

  2.   gdh

    @Renfrew:
    “Und genau gegen diese Todesursachen kann man etwas tun: Gewicht reuzieren, Sport treiben, Ernährung umstellen, Stress reduzieren usw.
    Aber das ist ja mühsam und kurzfristig nicht lustfördernd, also wird das alles unterlassen.”

    Das ist auf der individuellen Ebene richtig[1]. Für die kollektive Ebene gilt das auch:
    Vermeidung von Luftschadstoffen (die nach Einschätzung der WHO allein in Europa eine 6-stellige Anzahl an vorzeitigen Todesfällen verursachen[2]), Verbesserung der Reaktionszeit von Rettungsdiensten (die Reaktionszeit ist sehr wichtig für die Überlebenschancen bei Schlaganfällen und Herzinfarkten) usw. stehen ziemlich weit unten auf der politischen Prioritätenliste während schon 3-stellige Opferzahlen durch Terrorismus dazu führen, dass Grundrechte zur Disposition gestellt werden.

    Als Grund vermute ich, dass Menschen Nachrichten weniger nach Relevanz als nach Unterhaltungswert konsumieren (und entsprechend bedient werden), was bei einer Risikoschätzung nach Bauchgefühl (häufig von gehört = kommt oft vor) dann die genannten Folgen hat.

    auch hier schön erklärt:
    [1] http://www.zeit.de/2014/16/interview-risikoforscher-arbeit-sicherheit/komplettansicht

    [2] http://www.euro.who.int/de/health-topics/environment-and-health/air-quality/news/news/2014/03/almost-600-000-deaths-due-to-air-pollution-in-europe-new-who-global-report

  3.   Schach

    Wir sterben am Leben. Das ist sicher.

  4.   tb

    Stimmt: Die Menschen fürchten sich vor den falschen Sachen!

    Die Wahrscheinlichkeit von ihrem Nachbarn mit einer Pump-Gun erschossen zu werden liegt, sowohl in Europa als auch in den USA, bei nahezu Null.

  5.   dittschhi

    Danke für den interessanten Artikel.

    “Aber das ist ja mühsam und kurzfristig nicht lustfördernd, also wird das alles unterlassen.”

    Das sind mit die Gründe, warum manche Menschen der irrigen Meinung sind, dass eben das “schnelle Leben” das wahre Leben sei, da sie möglicherweise nie ein anderes Leben gelebt haben – und nicht mehr leben werden – und, nicht nur an dieser Illusion festhalten, sondern sich auch von ihr aus Überzeugung täuschen lassen.

  6.   gdh

    @Renfrew:
    “Und genau gegen diese Todesursachen kann man etwas tun […]
    Aber das ist ja mühsam und kurzfristig nicht lustfördernd, also wird das alles unterlassen.”

    Das ist auf der individuellen Ebene richtig[1]. Für die kollektive Ebene gilt das auch:
    Vermeidung von Luftschadstoffen (die nach Einschätzung der WHO allein in Europa eine 6-stellige Anzahl an vorzeitigen Todesfällen verursachen[2]), Verbesserung der Reaktionszeit von Rettungsdiensten (die Reaktionszeit ist sehr wichtig für die Überlebenschancen bei Schlaganfällen und Herzinfarkten) usw. stehen ziemlich weit unten auf der politischen Prioritätenliste während schon 3-stellige Opferzahlen durch Terrorismus dazu führen, dass Grundrechte zur Disposition gestellt werden.

    Als Grund vermute ich, dass Menschen Nachrichten weniger nach Relevanz als nach Unterhaltungswert konsumieren (und entsprechend bedient werden), was bei einer Risikoschätzung nach Bauchgefühl (häufig von gehört = kommt oft vor) dann die genannten Folgen hat.

    auch hier erklärt:
    [1] http://www.zeit.de/2014/16/interview-risikoforscher-arbeit-sicherheit/komplettansicht

    [2] http://www.euro.who.int/de/health-topics/environment-and-health/air-quality/news/news/2014/03/almost-600-000-deaths-due-to-air-pollution-in-europe-new-who-global-report

  7.   Mittelmaß

    Die Krebsrate ist sehr hoch und leider eine häufige Todesursache. Die WHO hatte 2011 die Mobilfunkstrahlung als möglicherweise krebserregend eingestuft. Meiner Ansicht nach zu Recht.

  8.   Antinom

    Leider konnte ich basierend auf dem Artikel nicht ganz genau herausfinden, was worunter sumbsummiert ist. Alle, bis auf zwei Kategorien würde ich als gesundheitliche Probleme betrachten. Dann gibt es noch “External” und “Other” als Kategorien… Ist z.B. Selbstmord “Other” und Mord “External”? However: “Other” kann man zahlenmäßig weitestgehend vernachlässigen. Kommen wir zu “External” und dem James-Dean-Fall.

    Guckt man sich das Integral unter der Kurve an, dann “führen” (zynisch formuliert) bei “External” mit Abstand (17%) die Native Americans. Was ist da los? Kann es sein, dass da doch irgendwie noch eine Form von Rassismus am wandern ist, oder fahren die alle bloß zu schnell mit dem Auto?

    Mit einigem Abstand auf Platz 2 die Männer (10%). Auch alles Zu-Schnell-Fahrer, oder ist da irgendwo Sexismus am Start?

    Auf Platz 3 die “Black or African American” (8%), dicht gefolgt von den “Asian or Pacific Islander” (7%). Auch hier liegt der Gedanke an Rassismus nicht fern – die “White” liegen aber recht gleich auf mit 7%. Vielleicht ist das hier also der “Normalwert”: 7-8 Prozent Tod durch “External Causes”, ist vielleicht das handelsübliche Lebensrisiko, einfach mal von ‘nem Tankstellenräuber über’n Haufen geschossen zu werden, weil man “blöd geguckt” hat, oder von nem Auto erfasst zu werden, das mit 80 durch eine 30 Zone brettert.

    Letzter Platz: Frauen (5%). Ok, vielleicht war das doch nicht das handelsübliche Lebensrisiko! Frauen passiert noch weniger. Vielleicht sind 5% das handelsübliche Lebensrisiko. Also vielleicht doch Rassismus gegen Schwarze (8%), und wahrscheinlich auch Sexismus gegen Männer (10%).

    Ok, welche politische Strömung irritiert das jetzt? Ach so, btw: Ich bin _für_ mehr intersectionality!

  9.   Cheval

    @Mittelmaß

    Schön, dass Sie hier die meisten Kommentare bestätigen: Keine Ahnung von Nichts, aber Pseudo-Dokumentationen veröffentlichen. Mal so als ersten Hinweis: Neben Mobilfunkstrahlen gelten auch Kaffee, Tee, Kokusnussöl, Aloe Vera und noch knapp 140 andere Stoffe krebserregend.

    Und mal so ein Denkanstoß: “Möglicherweise” heisst “Könnte sein oder auch nicht. Wir wollen es nicht ausschließen, denken aber nicht, jedenfalls sprechen alle bekannten Fakten dagegen, jedoch als seriöse Wissenschaftler halten wir die Option auf.”

    Aber naja, mit Fakten hat es Ihre Fraktion ja sowieso nicht. Deshalb werde ich gar nicht erst die Versuch zu unternehmen Sie zu widerlegen, ist sowieso sinnlos. Aber hören Sie auf, dieses WHO-Zitat für Ihr Weltbild zu missbrauchen.

  10.   Merk Würden

    Manche sterben durch Unfall.
    Manche sterben durch Krankheit.
    Manche sterben durch Gewalt.
    Manche sterben an Altersschwäche.
    Manche sterben durch ihre eigene Hand.

    Viele sterben an Lieblosigkeit –
    das ist der schlimmste Tod,
    weil man danach noch weiter lebt.

    © Kristiane Allert-Wybranietz