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Zauberhaftes Zwiebelnetzwerk

 

Tor: Zauberhaftes Zwiebelnetzwerk

Das Anonymisierungsnetzwerk Tor schützt nicht nur die Privatsphäre seiner Nutzer im Internet, es sieht dabei auch noch verdammt gut aus. Jedenfalls in der Visualisierung von TorFlow. Das Projekt macht den Datenfluss zwischen den verschiedenen Servern im Netzwerk sichtbar und zeigt damit, wie das Tor-Netzwerk aufgebaut ist und wie es genutzt wird.

Vor allem Menschen in Europa und den USA stellen demnach die meisten Knotenpunkte bereit. Die interaktive Karte gewährt außerdem einen Blick in die Vergangenheit: In China waren beispielsweise 2007 sehr viel mehr Knotenpunkte aktiv als 2015. Der Grund: Die chinesische Regierung geht immer wieder gegen Betreiber vor.

Anonym durch die Mitte

Über die Einstellungen links können verschiedene Elemente der Visualisierung verändert werden, etwa die Anzahl der angezeigten Knotenpunkte oder das Aussehen der Karte. Und über den Slider am unteren Rand lässt sich der Tag auswählen, für den der Tor-Traffic angezeigt werden soll.

In Deutschland scheint vor allem ein Server nahe Gemünden an der Wohra in Hessen recht aktiv zu sein. Das muss aber nicht unbedingt mit den 3.800 Einwohnern der Stadt zu tun haben. Kann eine IP-Adresse nicht einer bestimmten Stadt zugewiesen werden, sondern nur einem Land, dann wird die Adresse in der Nähe der geografischen Mitte des Landes verortet. Ähnliches erkennt man auch in den USA und der Stadt Wochita im Bundesstaat Kansas.

Das Tor-Netzwerk

Das Tor-Netzwerk ermöglicht es Internet-Nutzern, weitgehend anonym zu surfen – sofern die Nutzer dabei gewisse Verhaltensregeln beachten. Anstatt eine Anfrage direkt zum Zielserver zu schicken, leitet Tor sie erst verschlüsselt über drei zufällig ausgewählte Knotenpunkte im Netzwerk um. Erst dann wird die Anfrage zum Zielserver weitergeleitet. So ist von außen kaum nachvollziehbar, von welcher IP-Adresse aus zum Beispiel eine Website aufgerufen wird.

Das Netzwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt: Die fast 7.000 Knotenpunkte von Tor werden von Freiwilligen aus vielen Ländern bereitgestellt. Mithilfe des schnell installierten Tor-Browsers können auch Laien das Netzwerk nutzen – und nebenbei Teil der TorFlow-Visualisierung werden.