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Warum Eier aus Käfighaltung uns noch lange erhalten bleiben

 
Warum Eier aus Käfighaltung uns noch lang erhalten bleiben
Die wahnsinnig komplizierte Logistik, käfigfreie Eier für alle anzubieten, veranschaulicht Wired eindrucksvoll. Screenshot: www.wired.com

Die 0, die 1, die 2 oder die 3: Welchen Code bevorzugen Sie beim Eierkauf? Wer überhaupt auf diese winzige Zahl achtet, den plagt vermutlich nur bei der 3 (= Käfighaltung) das schlechte Gewissen. Käfigfreie Eier für alle – das kann doch nicht so schwer sein, oder? Von wegen. Wired demonstriert die unzähligen Hürden in einem anschaulichen Schaubild.

Um sich zu erklären, wie es überhaupt zur Käfighaltung kam, reicht ein Blick in die Geschichte. In den 1920er Jahren liefen die Hennen noch draußen umher. Sie wateten durch den Dreck und legten ihre Eier überall ab. Diese wurden von Menschenhand aufgesammelt und gereinigt.

Die Hennen wurden derweil von anderen Tieren angegriffen – oder attackierten sich gegenseitig. Sie wurden krank. Die Farmer mussten sich also professionalisieren und steckten als Konsequenz die Hennen in Käfige. Folge: Die Produktion stieg, die Sterblichkeitsrate sank, die Preise fielen ebenfalls.

Heute hängt die Massenproduktion wesentlich von der Käfighaltung ab. Der McMuffin Egg von Mc Donald’s wäre ohne sie zum Beispiel undenkbar. Doch Verbraucher wollen zunehmend genauer wissen, unter welchen Bedingungen ihre Nahrungsmittel produziert werden. Käfighaltung für Hennen steht deswegen in der Kritik, mag sie noch so effektiv für Landwirte und mögen die Eier noch so billig sein.

Der Verzicht auf Käfighaltung für Hennen zieht allerdings komplexe Probleme mit sich. Das belegen eindrücklich das Flow-Chart und das lange Begleitstück von Wired.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

18 Kommentare

  1.   Christian

    Achwie, und das wars jetzt mit dem Artikel?

    “Käfighaltung ist ab heute verboten” – wie bei Glühbirnen!

    Und, oh Wunder!

  2.   Chandler81

    Warum der “McMuffin Egg von Mc Donald’s” ohne Käfighaltung “undenkbar” (sic!) wäre, erschließt sich mir absolut nicht. Sind in dem Ding irgendwelche Stoffe drin, die nur in Käfigen gedeihen???

    Zum Thema: Weniger Eier und Fertigzeug essen! Und wenn es doch mal Eier her müssen, dann Bio-Eier aus Deutschland: 0-DE-xxxx

  3.   FormalScientist

    Eine 20 Sekündige Google Recherche führt zu dem Ergebnis dass McDonalds in Deutschland schon seit 1999 (!) keine Eier aus Käfighaltung mehr verwendet. Was bitte soll dieser suggestive “Artikel”?

  4.   porph

    Der Wired-Artikel beschreibt eigentlich nur ein einziges Problem, den Umstieg von einer großen “optimierten” modernen Landwirtschaft zu einer Landwirtschaft, die auf das Tierwohl achtet. Dass das betriebswirtschaftlich schwierig ist, sollte auch jedem Nicht-Landwirt intuitiv klar sein.

    Es ist eigentlich sehr, sehr einfach.

    Käfighaltung optimiert den Ertrag bei der Haltung von Hühnern.

    Andere Haltungsformen sind weniger effektiv, aber sehr wahrscheinlich besser für das Tier.

    Das gleiche Prinzip greift natürlich bei jeglicher Landwirtschaft, die lebende Wesen beinhaltet. Praktisch immer ist optimierte (= auf maximalen Ertrag getrimmte, moderne) Landwirtschaft mit einer Verringerung des Tierwohls (= weiter entfernt von der natürlichen Lebensweise) kombiniert.

    Wir müssen uns nun einfach entscheiden, was wir wollen. Maximale Effizienz oder maximales Tierwohl. Das kann man entweder von gesetzgebender Seite aus regulieren, oder den Verbraucher mit seinem Kaufverhalten abstimmen lassen. Darüber muss man nicht viel diskutieren, da die Mechanismen simpel und eigentlich jedem klar sind, man müsste es halt nur machen.

  5.   Wencke

    Auf den McMuffin Egg von Mc Donald’s kann ich gut verzichten, ebenso wie auf Butterkekse und andere billige und völlig überzuckerte Backwaren aus dem Discounter. Menschen, die mit wenig zum Leben auskommen müssen, empfehle ich sowieso, kein Fertigzeug zu kaufen. Und wie bereits FormalScientist bemerkte, sind auch für den muffigen Mac keine Eier aus Käfighaltung nötig.

  6.   reserva69

    So einen schlecht recherchierten Mist habe ich hier lange nicht mehr, (oder noch nie), gelesen.
    Da ich auf einem Kleinbauernhof im nördlichen Ruhrgebiet aufgewachsen bin, weiß ich aus Erfahrung, daß freilaufende Legehennen, wenn irgend möglich, immer einen ruhigen und abgedunkelten Platz zum Eierlegen aufsuchen,
    (für 20 Hennen gab es mind. 10 vorbereitete trockene Nester im tagsüber stets zugänglichen Stall ),
    und diese keinesfalls einfach irgendwo im Dreck “ablegen”.
    Sobald 1-2 Hähne im Außenbereich dabei sind, greift (fast) kein anderes Tier mehr an.
    Gegenseitig attackieren schadet nur in der Käfighaltung, weil dort auf die Hackordnung keine Rücksicht genommen wird und keine Fluchtmöglichkeit besteht und die Kranken.- u. Sterblichkeitsrate ist gerade bei Käfighaltung wesentlich höher ! ! !
    Die Nachbarhöfe haben damals nämlich ihre “Käfigkadaver” zuhauf hinter den Ställen entsorgt, bei uns gab es nur einen “Bio – Misthaufen” ! ! !

  7.   bauerhans

    käfigeier sind die mit dem höchsten hygienestandard,aber mit dem schlechtesten emotionalen image.
    frei laufende hühner sind permanent durch parasiten gefährdet,die sterblichkeitsrate im verhältnis zur legeleistung ist grösser als bei käfighaltung.
    moderne landwirtschaft optimiert das tierwohl,weil die hybridtiere für die haltung gezüchtet sind,sachlich betrachtet.
    der normalbürger,der ein video gesehen hat,regiert emotional.
    warum reagiert er nicht so,wenn er einen verkehrsunfall gesehen hat!?
    höhere standards bei der lebensmittelproduktion sind teurer,verbal wollen alle mehr zahlen,machen es aber nicht.

  8.   tomaten2salat

    Der Preis für “käfigfreie” Eier ist nur ein paar cent höher…

    … als für Eier aus der Massentierhaltung, zumindest was die Produktionskosten angeht. Wurde zumindest in einem Podcast vor einiger Zeit behauptet (auch wenn sich dieser Bericht auf amerikanische Verhältnisse bezieht):

    http://www.pointofinquiry.org/bred_to_suffer_paul_shapiro_on_animals_in_factory_farming/

  9.   Max Schneider

    “Viele Verbraucher würden am liebsten nur noch Eier von frei laufenden Hennen essen.”

    Vielleicht viele – aber nicht alle. Ich zumindest nicht. Als man noch frei wählen durfte habe ich *immer* die Käfigeier gekauft. Nicht nur weil sie billiger waren (von wegen “nur ein paar Cent pro Ei – es ist immer noch billiger das 10er Pack Eier aus der günstigsten legalen Haltungsart zu kaufen als das 6er Pack Eier aus der nächsthöheren Kategorie…) sondern v.a. um Tierschützern auf den Keks zu gehen. Mein Protest gegen Tierschützerprotest ist es immer das Massentierhaltungslebensmittel zu kaufen. Genauso würde ich echten Pelz auch Kunstpelz vorziehen, nur leider mag ich diese pelzbesetzten Jacken nicht.

  10.   Bresegard

    @ reserva69
    „Kranken.- u. Sterblichkeitsrate ist gerade bei Käfighaltung wesentlich höher !“

    Das ist grober Unfug, die Tierverluste sind ausgerechnet in der Bio-Vorzeigehaltung mit Abstand am größten und den niedrigsten Wert hatte die Käfighaltung. 4 Hühner in einem Käfig fressen sich nicht gegenseitig auf. Unnatürlich große Herden mit tausenden Hühnern sind das viel größere Problem. Deshalb wurden den Käfighühnern die Schnäbel auch nicht kupiert, sie benötigten kaum Medikamente und lieferten saubere Eier mit niedriger Keimbelastung. Darum setzt die ganze Welt weiter auf Käfighaltung – außer der europäischen Dekadenzelite. Die halten exotisches Getier nur zum Spaß im Glaskasten auf dem Stubenschrank, aber wehe die Hühner sitzen in einer hygienischen Käfiganlage.
    Damals wurde moniert, die Hühner sind nach nur einem Jahr ausgelaugt. Im Schnitt lief die Legeperiode in Käfighaltung 60 Wochen, in Bio-Vorzeigehaltung ist die Legeperiode häufig schon auf 40 Wochen verkürzt – und das bei deutlich höheren Tierverlusten. Nitrat- und Parasitenverseuchung im stallnahen Bereich des Auslaufs müsste eigentlich mit regelmäßigem Bodenaustausch bekämpft werden. Voll ökologisch, das macht die Bio-Eier so viel teurer. Minderwertige Qualität zum „fairen“ Preis.