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Warum Londons Obdachlose auf Nachtbusse ausweichen

 
Warum Londons Obdachlose auf Nachtbusse ausweichen
Westminster Bridge und die Houses of Parliament: London bei Nacht © Oli Scarff/Getty Image

"This bus terminates here, please take all of your belongings with you." Diese automatische Durchsage ist täglich auf den 51 Nachtbuslinien Londons zu hören. Dass der Bus nicht weiterfährt und man an sein Gepäck denken soll, dient den meisten Fahrgästen als dankbarer Hinweis.

Für die zunehmende Anzahl an Obdachlosen in der britischen Hauptstadt bedeutet dieser Satz jedoch die sich ständig wiederholende Erinnerung an ihre verzweifelte Situation: die Aussicht, ihre Nacht ansonsten auf der Straße verbringen zu müssen. Journalist Peter Yeung macht mit seiner Website A journey on the 25 auf ihr Schicksal in einer aufwendigen Multimediareportage aufmerksam.

In London hat sich die Zahl der regelmäßigen Schläfer auf Nachtbuslinien in den vergangenen Jahren nach Angaben von Transport for London, der Dachorganisation für das Verkehrssystem der Metropole, drastisch erhöht. Das betrifft vor allem die Routen, die sich auf langen, serpentinenhaften Wegen in die Außenbezirke der Stadt bewegen. Die Linie 25 beispielsweise ist drei Stunden unterwegs, um von der Oxford Street nach Ilford im Nordosten Londons und zurück zu gelangen.

Oft drängen große persönliche Probleme die Menschen aus den überfüllten Obdachlosenunterkünften in die Nachtbusse, in denen an tatsächlichen Schlaf selten zu denken ist. "In meiner ersten Nacht habe ich überhaupt nicht geschlafen. Es war so kalt, dass meine Hände taub wurden", zitiert Yeung die 22-jährige Joanne, die auf Grund von Konflikten mit ihren Eltern schnell von zu Hause weg musste.


4 Kommentare

  1.   Volker

    Mal wieder typisch ZEIT: schlecht recherchiert. Ich bezweifel, dass die Obdachlosen ueber genuegend Guthaben auf Ihrer Oyster Karte ( £4.50 daily cap bus travel) haben. Fuer wenig mehr waere schon ein Hostel oder ein Bett im Couchsurfing zu haben.

    Die sog. „Rutsche“ machen nicht nur Obdachlose in London oder Berlin … auch vereinzelt Touristen, wenn sie fruehmorgens ankommen. Linie 25 ist da nachts weniger gut geeignet, die Strecke dauert gerade mal 70 Minuten.

  2.   @Volker

    Sie haben wahrscheinlich einen schlechten Tag, Volker, aber wenn man besserwissen möchte, wäre es wichtig, auch die Details zu beachten: Den Unterschied zwischen 70 Minuten (einfach), wie Sie sagen, und drei Stunden (hin- und zurück) finde ich nun nicht so dramatisch. Außerdem ist es in Londoner Bussen so, dass Sie mit Oyster ein- aber nicht mehr auschecken müssen. Sie brauchen also für diese Fahrt keinen Daypass; die einfach Fahrt – egal wie lang – kostet 1,50. Und schauen Sie mal gelegentlich bei Airbnb, dann erfahren Sie auch, was Übernachtungen auf der Couch mittlerweile in London kosten – das nur so zum Thema Recherche.

  3.   Marcus05

    London, ist das nicht die Stadt wo sie in die Windgeschützten Häuserecken Anti-Menschen Stachel eingebaut haben, damit Obdachlose dort nicht mehr schlafen?

  4.   egojen

    Wieso „recherchiert“ (ob gut oder schlecht)? Es ist doch einfach eine Übersetzung (wahrscheinlich mit Erlaubnis des Autors). Vielen Dank dafür. Der Besuch der Originalseite lohnt sich.