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Elefanten: Gefangen heißt nicht geschützt

 
Elefanten: Gefangen heißt nicht geschützt
Screenshot aus dem Artikel It's 2016. Why is anyone still keeping elephants in circuses? ©VOX.com

 

Dachten Sie sich nicht auch schon einmal im Zoo: Die sehen aber traurig aus? Die Tiger, Eisbären, Gorillas. Die Elefanten. Letztere zumindest müssen in Gefangenschaft oft ein viel tristeres Dasein fristen als in der Wildnis. Ein Umstand, auf den nun das US-Magazin VOX in einem ausführlichen Artikel aufmerksam macht.

Elefanten sind intelligente Tiere, wie Untersuchungen zeigen, doch in Gefangenschaft – seien es Zoos oder Zirkusse – können sie nicht das volle Potenzial ihres Gehirns nutzen. Ähnlich verhält es sich mit ihren sozialen Eigenschaften: In den meisten Fällen werden Elefantenkinder ihren Eltern entrissen und in andere Zoos gebracht, wo die künstliche Zusammenführung verschiedener Elefanten nicht immer harmonisch verläuft. Viele von ihnen, eigentlich Gruppentiere, müssen dann auch Phasen der Einsamkeit überstehen, weil sie mit anderen Elefanten nicht in einem Gehege zusammenleben können.

Die Forscher Ros Cubb und Georgia werteten Daten von der Lebenserwartung von rund 800 Elefanten in europäischen Zoos* aus und fanden heraus, dass ein asiatischer Zoo-Elefant im Durchschnitt 19 Jahre alt wird – im Gegensatz zu einem im Nationalpark lebenden Elefanten, der durchschnittlich auf 42 Lebensjahre kommt. Noch drastischer ist es bei afrikanischen Elefanten. Diese kommen im Zoo auf ca. 17 Jahre (siehe Grafik oben).

Warum halten Zoos also die Dickhäuter noch immer? Die Befürworter argumentieren damit, dass die Haltung der Rüsseltiere ein allgemeines Bewusstsein für die Existenz von Elefanten schaffe. Außerdem seien sie in der Natur immer öfter Wilderern ausgeliefert.

VOX befasst sich ebenfalls ausführlich mit der Haltung von Elefanten in Zirkussen. Der in den USA ansässige Ringling Bros. Circus hat vor Kurzem alle Elefanten-Nummern aus dem Programm genommen. Andere US-Zirkusse wollen dem Beispiel im Moment noch nicht folgen. Auch in Deutschland tun sich Zirkusse schwer damit, Elefanten abzusetzen – und das, obwohl in 18 EU-Staaten Elefanten als Zirkustiere bereits verboten sind.

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* Die Zahlen wurden korrigiert.

3 Kommentare

  1.   gregoria

    Das mit den asiatischen Elefanten im Amboseli Park habe ich mich auch gefragt. Vlt ist da die Grafik falsch und es sollte nur Nationalparks heißen. Also verschiedene im Asiatischen Raum, während die Daten über die afrikanischen Elefanten nur aus dem Langzeitprojekt in Amboseli Park in Kenia kommen. Einer der wenigen stabilen Länder Afrikas, die auch den Schutz der Tiere innerhalb des Parks durchsetzen konnten. soweit ich weiß haben sich inzwischen selbst die Massai mit den Regeln für den Park arrangiert und helfen teilweise bei dem Schutz mit.

  2.   Schreier01

    Irgendwie bezweifele ich die Angaben in der Studie und besonders in diesem Artikel.

    Die Autorin will 4500 Elefanten in 270 Zoos untersucht haben? Es gibt keine 270 Zoos in Europa die Elefanten halten. Von den 4500 wollen wir gar nicht reden.

    Ich frage mich auch was asiatische Elefanten im Amboseli-Nationalpark
    Zu suchen haben.

  3.   Monika G.

    Das deckt sich aber leider gar nicht mit den Herdenbüchern, die der deutschen Zoologischen Gärten sind einsehbar unter http://zooelefant.de/pages/elefantenbestand.php , öffentlich zugänglich. Die in Zirkussen lebenden Elefanten sind teilweise echte Methusala mit bis zu 56 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit das ein Elefant in freier Wildbahn so alt wird hält sich in Grenzen. Etwa 500 Menschen fallen den Dickhäutern jährlich zum Opfer, weltweit in freier Wildbahn, wo bitte sterben denn soviele Menschen durch Elefanten in Gefangenschaft ? Und auch in freier Wildbahn wäre vieles Vermeidbar, wenn der Mensch nicht glauben würde die Tiesen wären immer sanft und lieb. Die Wildnis ist kein Disney Studio und freilebende Elefanten sind keine Plüschdumbos.