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Zum Überleben bitte hier entlang!

 
Tierische Fluchtwege für den Klimawandel
© Dan Majka/The Nature Conservancy

Wohin sollen Säugetiere, Vögel und Amphibien ausweichen, wenn der Klimawandel ihre ursprünglichen Lebensräume zerstört? Wissenschaftler von der Universität Washington haben sich mit der Naturschutzorganisation The Nature Conservancy Gedanken darüber gemacht. Das Ergebnis ist diese Karte: Tausende kleine Linien zeigen theoretisch mögliche Tierströme innerhalb Amerikas auf. Praktisch ist alles weit komplizierter.

Für mehr als 2.900 Arten haben die Forscher Fluchtwege erarbeitet. Mithilfe einer früheren Studie (Ecology Letters: Lawler et al., 2013) haben sie modelliert, in welchen Regionen die Tiere überleben könnten, wenn sich das Klima so ändert wie erwartet. Wichtige Faktoren für den richtigen Lebensraum sind beispielsweise Temperatur und Umgebung.

Straßen behindern die Flucht

Allerdings wäre es für einen großen Teil der Lebewesen momentan gar nicht möglich, dorthin zu kommen. Anfang des Jahres zeigte eine Studie, dass nur 41 Prozent der Landflächen in den USA direkt miteinander verbunden sind (PNAS: McGuire et al., 2016) – was eine Wanderung maßgeblich erschwert. Zumeist durchkreuzen große Straßen, Städte und künstlich geänderte sowie natürliche Flussläufe die Routen. Sie stellen für viele Arten unüberwindbare Hindernisse dar.

Mit ihrer Karte wollen die Forscher deutlich machen, dass Umweltschützer und Regierungsvertreter den Tieren bei ihrer Flucht helfen müssen. Sie sind sicher: Früher oder später wird es zu solchen Wanderungen kommen. Konkret bedeutet das: Zäune einreißen und Wildbrücken und -tunnel bauen.

Weitere Fundstücke aus dem Netz finden Sie hier im Teilchen-Blog.

6 Kommentare

  1.   aquinaso

    Bei Vögeln ist das Problem, eine Straße zu überqueren, besonders dramatisch.

  2.   dragon_fly

    Es kann auch bedeuten, neue Zäune zu bauen (als Lenkelement hin zu Stellen mit risikofreier Straßenüber- oder -unterquerung). Das gibt es auch in/für Deutschland: Analyse und Plan inkl. Prioritäten für die Wiedervernetzung (https://www.bfn.de/0306_zerschneidung.html).

  3.   Gustaf Gallberg Held des Internets und Onlinekommentarschreiber. Wieviel Text passt hier eigentlich rein? Möchte die Zeit etwa, dass ich den Kommentar hier schreibe und unten nur unterschreibe? Sähe vielleicht auch ganz nett aus. Bitte Danke

    @aquinaso
    “ Sie stellen für viele Arten unüberwindbare Hindernisse dar. “
    für viele / für alle
    lesen / verstehen

  4.   Haluli

    Offenbar flüchten fast alle Arten weg vom Äquator.

  5.   Paul Freiburger

    Die Tier- und Pflanzenmigration hat doch schon längst begonnen. Wir in Europa werden auch demnächst solchen possierlichen Tierchen wie der Tigermücke eine neue Heimat bieten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Tigerm%C3%BCcke

  6.   Columba Livia

    http://www.taz.de/!5325329/
    Die Anti-Flüchtlingszäune behindern nicht nur Menschen, sondern auch die letzten Großtiere.