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Malen nach Daten

 
Die Schweiz – gemalt mit ihren eigenen Wäldern. © NZZ
Die Schweiz – gemalt mit ihren eigenen Wäldern. © NZZ

Ach, diese Kunststudenten wieder. Haben sie diesmal den Laserdrucker gehackt, oder was? Schön sehen sie aus, diese monochromen Fleckenmuster. Aber halt, das ist ja …!

"So haben Sie das Land noch nie gesehen", verspricht die Neue Züricher Zeitung ihren Lesern. Sie hat die Schweiz neu gezeichnet – aus Daten. Mal aus den gesammelten Glasfaseranschlüssen, dann allen Handyantennen oder den guten alten Telefonkabinen.

"Noch nie gesehen?" Nun ja, das ist doch etwas grossspurig. Eher fällt auf: Die Schweiz entkommt auch im 21. Jahrhundert nicht ihrer Topografie. Das Leben spielt, die Wirtschaft rattert weiterhin im Mittelland – also im relativ ebenen Korridor zwischen Genf und St. Gallen. Die Natur, die Viehwirtschaft hingegen, sie hat sich in den Jura und die Alpen zurückgezogen.

Ja, nett sehen sie aus, diese neu gezeichneten Schweizen. Aber auch für sie, wie für alle Daten und Karten gilt: Ohne Interpretation bleiben sie reine Oberfläche. Oder etwas böse gesagt: Kunststudenten-Kram.


Einige Autoren dieses Blogs

2 Kommentare

  1.   mottasvizzera

    … und die Schweiz ist gebirgiger und hat viele Seen – weit mehr unproduktive Flächen als Oesterreich. Und trotzdem, auch wenn Oesterreich doppelt so gross wie die Schweiz ist – die Möglichkeit, dass die Schweiz Oesterreich einwohnermässig überholt wird gar nicht mehr lange dauern.
    Mit dieser Frage war sogar ein Geogragie-Student beim Millionärs-Spiel von Günter-Jauch überfordert, als er eine Auswahl gab von Ländernpaaren mit der Frage: wo neträgt die Einwohnerdifferenz weniger als 400’000
    Das ist eben die negative Seite: der Dichtestress in der Schweiz…

  2.   adreng

    Naja, das Schweizer Mittelland ist ähnlich dicht besiedelt wie z.B. die Niederlande. Sicher ist das dichter als einige andere Länder, aber ein Begriff wie „Dichtestress“ passt in diesem Zusammenhang kaum. Auch das Schweizer Mittelland besteht zu einem großen Teil aus Feldern und Wäldern, und die meisten Leute leben in Ortschaften, die viel weniger dicht besiedelt sind als typische Städte.