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Clinton gegen Trump: Die beiden Amerikas

 

Wahlverhalten: Trump beherrscht die Fläche, Clinton die Küsten

Selten zuvor waren die USA so gespalten wie im vergangenen Wahlkampf. Diese Polarisierung zeigte sich auch beim Wahlverhalten: Das weiße, ländliche, männliche Amerika wählte Trump; das moderne, urbane, weltoffene Amerika wählte Clinton. Die New York Times hat den geografischen Teil dieses Trends in zwei aufschlussreichen Karten zusammengefasst.

Unter dem Titel Die beiden Amerikas von 2016 zeigen sie anhand der Wahlergebnisse in Bezirken und Countys, dass die Republikaner in der weiten Fläche dominierten, während die Demokraten überwiegend an den Küsten punkten konnten. Die Teilung in Stadt und Land wird schon bei der Betrachtung einzelner Metropolen deutlich: Während Clinton mit Abstand in Los Angeles, Chicago und New York gewann, holte Trump hier die Vororte und die angrenzenden ländlichen Countys.

Weitere Fundstücke aus dem Netz gibt es im Teilchen-Blog.

21 Kommentare

  1.   ockzilla

    Statt modern urban weltoffen kann auch sagen:
    Das schmutzige, laute, zugemüllte, überteuerte, hektische Amerika, das Amerika der Not, Drogen, Kriminalität und Prostitution wählte Clinton.

  2.   riurja

    Manchmal sagen Zahlen aber mehr als Bilder, so auch hier. Es war eine knappe Wahl und es war nahezu überall knapp, außer dort, wo man auch vorher wusste, dass es nicht knapp sein würde. Weil’s das nie ist. Letzteres bestätigen die Karten und machen es (wenn auch in übertriebener) Weise anschaulich, aber Ersteres geht total unter. Dabei finden sich ein paar Zahlen unten auf der Times-Seite und man sieht auch, dass das einzig wirkliche Gefälle jenes der Flächenanteile ist. Nur sagt auch das nicht viel. Wären die Maps farblich graduiert – graduiert! nicht zweifarbig – je nach Abschneiden, würden wir auch großflächig eher ein milchiges Dazwischen sehen. Aber dieses einfache Schwarz/Weiß-Muster spiegelt die Realität nie angemessen wider, zumal bei dem Maßstab vieles der Auflösung zum Opfer fällt. Die vielen, kleinen College- und Unistädte, die’s auch in der Fläche gibt, sind i.d.R. Teil eines größeren Counties, dabei ist davon auszugehen, dass Clinton dort stark abschnitt. Genauso dürfte es innerhalb der großen Städte natürlich gewisse Trump-Inseln geben.

    Meines Erachtens fuhr Hillary Clinton nirgends *richtig* schlecht, nur eben an vielen Stellen merklich schlechter als erwartet. Das ist vielleicht alles, was man dazu sagen müsste. Und, dass für Trump halt das genaue Gegenteil gilt. Daran ändern Karten, die suggerieren, Don hätte 97% des Landes eingesackt, nichts.

  3.   8ball07

    @ockzilla, oder nach ihrer Logik: das ungebildete, rassistische und ausländerfeindliche Amerika wählt Trump

  4.   Am_Rande

    Hübsch, wie die Linken mit den Zahlen umgehen.

    Das „popular vote“ sind also jetzt nur noch die Stimmen, die für Herrn Trump und Frau Clinton abgegebn wurden.

    Die Stimmen für den Klassischen Liberalen Johnson und für andere werden also einfach unter den Tisch fallen gelassen.

  5.   initrd

    Auch ganz hilfreich für den nächsten Urlaub damit man weiß wo man als Nicht-Amerikaner (wahlweise Nicht-Weißer) noch willkommen ist.

  6.   Ein Kommentar

    „Das weiße, ländliche, männliche Amerika wählte Trump“

    Ach was – Das weiße, ländliche, weibliche Amerika wählte auch Trump. Die Blödheit sitzt offensichtlich auf dem X-Chromosom.

  7.   Bourbaki86

    Ich habe im Netz eine hübsche Gegenüberstellung gesehen: Karte mit Wahlerfolg der Demkraten und Kriminalitätsrate. Hohe Übereinstimmung.
    Liegt natürlich daran, daß beides in Städten höher ist. Aber als Polemik sehr gelungen.

  8.   Pedroleum

    At #7/Bourbaki86:
    „Ich habe im Netz eine hübsche Gegenüberstellung gesehen: Karte mit Wahlerfolg der Demkraten und Kriminalitätsrate. Hohe Übereinstimmung.
    Liegt natürlich daran, daß beides in Städten höher ist. Aber als Polemik sehr gelungen.“

    Meinen Sie diesen Fake, der von der Washington Post entlarvt wurde: https://www.washingtonpost.com/news/fact-checker/wp/2016/11/16/no-the-viral-image-of-2016-election-results-and-2013-crime-rates-is-not-real/ ?

  9.   Ronnie König

    Diese Erkenntnis ist per se gar nicht so neu! Und ein weiterer Trend weltweit zeichnet sich ab, es ist die Urbanisierung! Das heisst nicht, dass auf Dauer kein Trump mehr gewählt werden kann, nein sicher nicht, aber die Welt verändert sich seit der Jahrtausendwende sehr rasant. Es sind ja nicht nur Globalisierungsverlierer, es geht auch darum wer mit der Technik klar kommt, wer flexibel ist usw. Und es geht auch um den Zugang zu den Services und Gütern, da haben die USA sich mit ihrer Philosophie selber ein Bein gestellt. Selbst in Trumps Ansichten und was er wie ändern will sind ja solche Punkte gelistet oder er hat zumindest früher das gefordert. Nicht jeder moderne Mensch wollte Clinton, da waren Sanders, weniger erfolgreich Al Core, R. Nader und Co. schon früher. Das Problem ist schon noch etwas komplexer, aber sehr vereinfacht stimmts halbwegs.

  10.   Abfluss

    @ #8 Pedroleum
    Ein Fake, der entlarvt wurde?
    Sieht trotz entfaken immer noch so aus, wie der vermeintliche Fake ;-)
    https://www.washingtonpost.com/graphics/national/crime-rates-by-county/