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Kein Notruf unter dieser Nummer

 

Etwa 1,3 Millionen Mal rufen die Berliner jedes Jahr den Notruf an – in circa 300.000 Fällen aber völlig zu Unrecht. So hoch ist laut den Behörden die Zahl der Anrufe unter der Notrufnummer, die "nicht ansatzweise die Voraussetzungen für ein polizeiliches Handeln" erfüllten. Für die Behörde ist das ein großes Problem, denn die Anrufe dauern oft mehrere Minuten und binden Zeit und Kapazitäten.

Die Gewerkschaft der Polizei berichtete kürzlich, dass in Berlin im ersten Halbjahr dieses Jahres nur 62 Prozent der Notrufe in den ersten zehn Sekunden angenommen wurden – Ziel sind eigentlich 90 Prozent. Ein Grund dafür sind auch die völlig unberechtigten Anrufe, denn der Notruf steht dann anderen nicht zur Verfügung.

Doch bei welchen Anrufen ist die Notrufnummer die falsche? Das ist für Laien oft schwer nachzuvollziehen – und da bei einem echten Notfall nicht gezögert werden sollte, hat sich die Berliner Polizei etwas einfallen lassen.

Auf Twitter und Facebook veröffentlicht die Behörde Beispiele für Anrufe unter der 110, bei denen es sich definitiv um keinen Notruf handelte. Unter dem Hashtag #NoNotruf fassen die Polizisten die skurrilsten Fälle zusammen.

Nur wann ist die 110 die richtige Nummer? Das hat die Gewerkschaft der Polizei hier zusammengefasst.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

13 Kommentare

  1.   Triggerwarnung

    „Doch bei welchen Anrufen ist die Notrufnummer die falsche“?

    Ich frage mich: Haben die Leute keine Erziehungsberechtigten, die ihnen das beigebracht haben?!

    Oder versagen die Erziehungsberechtigten in der Vermittlung dieser grundlegenden Zivilisationskenntnisse?!

    Vielleicht sollte man neben den Anrufern wegen Mißbrauch der Notrufnummer auch deren Erziehungsberechtigten ein paar Sozialstunden aufbrummen?!

  2.   consigliere_reloaded

    Ich weiß es ist verboten …
    Aber wenn ich sowas lese, kommt mir der Gedanke, dass man diverse Anrufer mal freundlich in die nächste Polizeiwache einladen könnte, um ihnen dort ausgiebig und in aller Ruhe … in die Fresse zu hauen.

  3.   Granatenseckel

    Obwohl mein privater Telefonanschluss ebenfalls nur für Gespräche eingerichtet ist, die Sinn machen, rufen mich unbekannte Dritte an und möchten mir beispielsweise eine „Photovoltaikanlage zum Selbstbau“ verkaufen oder eine gewisse „Manuela Mayer“ gab sich ohne den entsprechend wissenschaftlich zu erbringenden Nachweis jüngst als „Markt- und Meinungsforscherin“ aus. Andere wiederum kennen kein Erbarmen und rufen mindestens zweimal die Woche einen ganzen Monat lang an, weil sie Staubsaugerbeutel im Angebot haben während mein zweitjüngstes Geschwister im Sterben liegt. Es nimmt daher nicht wunder, wenn unter der Notrufnummer 110 ähnliche Gesuche eingehen. Ich für meinen Teil wende mich in solchen Fällen des Rufnummernmissbrauchs an die Bundesnetzagentur. Sollte der Berliner Polizeipräsident vielleicht auch in Erwägung ziehen.

  4.   Burk W.

    Praktikumsanfrage per Notruf? Und solche Intelligenzbolzen werden auch noch ernsthaft an die korrekte Stelle verwiesen? Na wenn das mal nicht in die Hose geht.

  5.   Lupo1977

    Naja, ein paar Deppen sind immer dabei, aber es sind ja nicht alles Grenzdebile. Ich verstehe die hier hervorgebrachten Bestrafungsphantasien auch nicht gerade als Ausweis von Verstand und guter Erziehung.

    Der Anruf mit dem Erbe klingt z. B. Nach einer verunsicherten älteren Person die evtl. Um ihr Leben fürchtet, der mit dem Fahrradschloss ist evtl. Jung und betrunken…

    man muss auch verzeihen können.

  6.   meinereiner01

    ist halt immer sehr individuell, was die Menschen als legitimen Notruf erachten.
    ich bin vor vielen Jahren auch mehrfach mit einem – ja und was sollen wir da machen von der Polizei konfrontiert gewesen.
    Das eine mal hatte jemand ein Baustellenschild vom Straßenrand in die Mitte der Strasse „umgelagert“ und zwar so, dass die kleinste Fläche in Fahrtrichtung stand. Der nette Herr am Tel. meinte die Polizei dürfe das Schild genau so wenig bewegen wie ich….
    oder ein fehlender Gullideckel wo der nette Herr am Tel auch der Meinung war das sei nix für die Polizei, dann aber genau wie der Erste doch irgendwie einsah, dass Verkehrssicherungspflicht schon doch irgendwie Sache der Polizei ist und es nicht so gut kommt Bürgern vorzuschlagen Samstag Nachmittag auf die Suche nach dem zuständigen Mitarbeiter im Tiefbauamt zu gehen.

  7.   xenon

    300.000 falsche Anrufe – das ist doch eine Riesenchance für eine neue Dienstleistung. Eventuell wären 1% dieser 300.000 Anruferinnen bereit für eine nicht polizeiliche Hilfe etwas zu bezahlen. D.h. 3.000 Kunden pro Jahr sind eigentlich nicht zu unterschätzen. Die Polizei bräuchte die „falschen“ Anrufe nur an einer privaten Dienstleisterin weiterleiten. Dafür erhält sie von dieser eine adäquate finanzielle Entschädigung. Man kann aus der Not doch immer eine Tugend machen – oder?

  8.   Anja Segengott

    Na ja soll man das Fahrrad-Schloss selbst aufsägen, ohne Vorher Bescheid zu sagen? Das provoziert ggf. einen Polizeieinsatz.
    Aber klar, da gibt’s wohl auch andere Nummern als die 110.

    Aber, dass ich in der Warteschleife hing beim Notruf ist mir auch bereits passiert und da ging es um eine Schlägerei und schnelle Reaktion war wichtig.

  9.   Mambrin

    „Obwohl mein privater Telefonanschluss ebenfalls nur für Gespräche eingerichtet ist, die Sinn machen,“

    Das mit den Gesprächen, die Sinn machen, hab ich schon vor Jahren aufgegeben.
    Meiner Muddi die Telefonnummer zu verheimlich wär etwas hart…

  10.   orderdrinkhere

    ich sehe den fehler nicht nur bei den anrufern. in jeder branche gibt es gewisse prozentsätze verschwendeter ressourcen. wenn irgendwo schrauben hergestellt werden, dann landet ein teil als fehlproduktion direkt wieder in der schmelze (keine ahnung, aber schätze ich). also muss der hersteller so viel mehr schrauben herstellen, dass nach abzug der fehlerhaften schrauben die gewünschte menge in den handel gehen kann.
    wenn die polizei 90% anstrebt aber nur 60% erreicht, dann muss man ganz einfach mehr personal einstellen um auf 90% zu kommen, weil diese idioten-anrufer dann einfach sozusagen der unvermeidbare fehlerhafte prozentsatz ist.