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Das gefällt Pegida-Fans

 
Das gefällt Pegida-Fans
Unter den Fans von Pegida Nürnberg folgen mehr als 40 Prozent der AfD-Anhänger auch einer NPD-Seite. © Screenshot web.br.de

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat ausgewertet, was Anhänger von Pegida Nürnberg bei Facebook so alles liken. Ergebnis: Der Rechtsradikalismus gärt hinter den Bildschirmen. Pegida-Fans in rechten Organisationen und Wohnzimmern sharen Seiten mit rechten Inhalten aus ganz Europa. "Der real vollzogene Schulterschluss von Rechtspopulisten in Europa spiegelt sich somit auch auf Facebook wider", heißt es in dem Artikel.

Auch wenn sich die Szene auf Hunderte Seiten verteilt – alleine für die AfD registriert das Datenteam des BR rund 700 Seiten –, kann man sie nicht mehr zersplittert nennen. Die User scheinen sich im Gegenteil auf sehr ähnliche Interessen zu konzentrieren, was zum Beispiel die starken Überschneidungen zwischen Pegida, AfD, Identitärer Bewegung und NPD belegen: Etwa ein Drittel der Pegida-Anhänger sind beispielsweise auch Fans einer NPD-Seite, schreibt der BR.

Der Untersuchung liegen die gelikten Seiten von etwa der Hälfte der Fans von Pegida Nürnberg zu Grunde, insgesamt etwa 11.500 Facebook-Seiten von Personen und Institutionen. Diese User folgen vor allem Politikern wie Frauke Petry oder Beatrix von Storch. An Medien werden das Wochenmagazin Junge Freiheit, Russia Today, das Compact-Magazin oder unzensuriert.at gelesen. Gleichzeitig scheint sich das rechte Publikum von der klassischen Medienwelt abzukoppeln: Unter den Top Ten der Medien findeen sich Focus Online und N24 weit abgeschlagen auf Platz neun und zehn. Konservative Medien wie Bild-Zeitung, Die Welt oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung sucht man unter den Top Ten vergebens.

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58 Kommentare

  1.   SonOfPerun

    Qualitativer Investigativjournalismus. Dankeschön, Andreas Loos. Sie sind ein Held unserer ZEIT.

  2.   robert wegner

    > Der real vollzogene Schulterschluss von Rechtspopulisten in Europa

    Naja wenigstens kann man darauf bauen, das Menschenfeinde es eben auch miteinander nie sehr lange aushalten.

  3.   Zeitleserwissenmehr

    Ds ist wirklich interessant! Jetzt wünsche ich mir den 2. Schritt: Machen Sie es wie das schwedische Fernsehen! Die haben die schlimmsten Wüteriche aus sozialen Medien enttarnt … und landeten vor der Haustür von olitikern der schwedischen Nationalisten.

  4.   Florian Schwanitz

    Hoffentlich ist dieses ganze unsägliche: „Wir sind nichts rechts, wir werden nur von euch so gesehen“ in diesem Forum nun endlich vorbei. Der Rechtsradikale von heute sieht sich nicht als rechtsradikal – er sagt im Selbstbild „einfach nur die Wahrheit.“ Und passt dabei bloß den Linken in ihr ideologisch verbrämtes Weltbild. Dabei ist genau dieses rechte Weltbild das ideologisch verbrämte, inklusiv der behaupteten „Nazikeule“, der „MSM-Medien“ und dem gefühlten Sprachrohr der „schweigenden Mehrheit“. Ein in sich geschlossener, rechtsradikaler Gedankenkreis, mehr nicht. Leider auch nicht weniger.

  5.   LABIENUS

    Pegida-Fans in rechten Organisationen und Wohnzimmern sharen Seiten mit rechten Inhalten aus ganz Europa. “

    Welch ein Erkenntnisgewinn , Rechte besuchen Rechte Seiten im Internet .wer bezahlt eigentlich sowas?
    , ich weiß , ich mit meinen GEZ gebühren

  6.   Florian Schwanitz

    „Welch ein Erkenntnisgewinn , Rechte besuchen Rechte Seiten im Internet .wer bezahlt eigentlich sowas?
    , ich weiß , ich mit meinen GEZ gebühren“

    Ich zahle für so etwas gern. Mir wurde in diesem Forum jahrelang vorgeworfen, Pegida zu unrecht als rechtsradikal zu verunglimpfen. Die seien nur das einfache unzufriedene Volk. Von nun an muss ich als Antwort einfach nur diesen Artikel verlinken. Danke BR für die Recherche!

  7.   kamii

    @FLorian Schwanitz aber nicht vergessen, dass es sich um Pegida Nürnberg handelt und nicht um Pegida.

  8.   Xaver Labude

    Nachrichten findeen

    „Unter den Top Ten der Medien findeen sich Focus Online und N24 weit abgeschlagen auf Platz neun und zehn. Konservative Medien wie Bild-Zeitung, Die Welt oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung sucht man unter den Top Ten vergebens.“

    Die FAZ hatte mal eine konservative Linie. Das ist lange her.

  9.   Fred Vorzeiger

    Jetzt kommt bestimmt gleich wieder das rechtsaußen Rumgeheule: „Wir sind gar nicht rechts und dumm sind wir auch nicht, wir haben nur den wahren Blick auf alles“ – „Doch, seid ihr“ und „Nein, habt ihr nicht“.
    Und man muss auch keinen Schritt auf diese Menschen zugehen wie es von manchen Verwirrten und Querfrontlern gefordert wird, dass müssen die schon selbst machen.

    Dem Feind gegebüber ist ein Trennungsstrich zu ziehen!

  10.   riurja

    @kamii, das auch, hier stellt sich allerdings zudem die Frage, wieviele der betreffenden Personen bereits vor der AfD nicht ohnehin schon mit NPD-nahen Veranstaltungen kokettierten. Denn die werden da ja nicht so einfach vom Himmel gefallen sein. Das wird sich nicht so leicht auflösen lassen, nur der Erkenntnisgewinn tendiert derart gegen Null. Vermutlich *ist* das nun mal einfach die (offen) rechte Szene im Raum Nürnberg, bzw. der auf Facebook aktive Teil davon, man tanzt dann eben auf zwei Hochzeiten und sogesehen muss ich sagen: ~4000?! Könnte wohl schlimmer sein.

    Gewissen anderslautenden Vorurteilen mancher zum Trotz möcht ich hinzufügen, dass das in Franken m.E.n. ohnehin nicht so der Renner ist, also überhaupt. NPD live in Nürnberg bedeutet jedenfalls mitnichten paar Tausend Leute am Start, sind eher so die üblichen paar Dutzend.^^ (Und *die* auch eher nicht so auf Facebook.) Also nicht anders als anderswo (im Westen). Dagegen is’n schnelles Liken natürlich leicht, und sagt ungefähr soviel aus. Ich mag auch so Manches.