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Sie wissen weniger über Deutschland, als Sie glauben

 
Sie wissen weniger über ihre Heimat, als Sie glauben
Der Guardian lässt Sie Daten zu ihrem Heimatland schätzen und vergleicht das Ergebnis mit dem wahren Wert und der Wahrnehmung Ihrer Landsleute. © Screenshot TheGuardian.com

Die Wahrheit hat es nicht leicht dieser Tage. Seit Hillary Clinton zur US-Präsidentin gewählt wurde, wird international über Fake News und ihren Einfluss auf demokratische Prozesse diskutiert. Und jetzt auch noch das: Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Mori zeigt, dass die meisten Menschen eine völlig falsche Vorstellung von ihrem Heimatland haben.

Ipsos Mori wollte die Lücke zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit der Gesellschaft vermessen und hat für seine Studie Menschen in 40 Ländern gebeten, sozioökonomische Kennzahlen und Fakten über ihr Heimatland zu schätzen. Die meisten lagen weit neben den tatsächlichen Werten.

Die politisch vielleicht brisanteste Fehleinschätzung betrifft den Anteil von Muslimen an der Gesamtbevölkerung eines Landes. Die Bürger aller europäischen Staaten überschätzen diesen dramatisch. Die Franzosen liegen unter den Studienteilnehmern am weitesten daneben: Sie glauben, 31 Prozent der Menschen im Land seien Muslime, tatsächlich sind es aber nur acht. Auch die meisten Deutschen haben keine Ahnung, in Israel und Malaysia kamen die Schätzungen der Wahrheit am nächsten.

Der britische Guardian hat aus der Studie ein kleines Onlinewerkzeug gebastelt, in dem Sie Ihre eigene Wahrnehmung mit der Wahrheit und den geschätzten Zahlen ihrer Landsleute vergleichen können. Welchen Anteil am deutschen Vermögen besitzen die ärmsten 70 Prozent der Bevölkerung? Wie viele Deutsche sagen von sich, sie seien glücklich und zufrieden mit ihrem Leben? Die Antworten verraten wir natürlich nicht, probieren Sie es einfach aus (Quiz auf Englisch).

Und wenn sie danach noch ihr Wissen über Muslime in Deutschland und Europa auffrischen wollen: bitte schön. Übrigens, damit uns ironiefreie Zeitgenossen keine Fake News vorwerfen können: Hillary Clinton hat die US-Präsidentschaftswahl verloren. Aber das wussten Sie selbst.

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39 Kommentare

  1.   Damits Wecht

    @Jacob Pontius.. Ich weiß nicht ob ich das lustig finden, oder ob es ein genialer Kunstgriff sein soll, dass der Artikel gleich mit einer fake-nachricht beginnt. Ich konnte jedenfalls danach nur mit Mühe weiter lesen.
    Zum Artikel nun so viel: Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands viel mir immer wieder auf, dass *gefühlte* achzig Prozent aller Presse-Mitteilungen sich um ostdeutsche Befindlichkeiten drehten, obwohl deren Bevölkerungsanteil nur etwa zwanzig Prozent beträgt. Vielleicht mit ein Grund, warum sich die Menschen seit der *friedlichen* Revolution nicht mehr in der BRD, sondern in einer DDR 2.0 wiederfinden. Eine mehr oder weniger freundliche Übernahme. Gefühlt, also Postfaktisch.
    Von einer mehr oder weniger freundlichen Übernahme des abendländischen Westens durch den Islam kann (noch) keine Rede sein, dazu ist die Anzahl der Muslime in Wirklichkeit zu klein. Aber der gefühlte arabische, islamische, morgenländische Einfluss in die öffentlichen Wahrnehmung betrifft mehr und mehr den Hauptanteil an der täglichen Berichterstattung. Obwohl es durchaus andere Nachrichten zu vermelden gäbe. Den christlich-konservativen Rebound betreffend, der zunehmende Faschismus in Europa, das unsägliche Versagen der immer reicher werdenden Eliten, der Verrat an der europäischen Idee, am Grundgedanken der Demokratie. Das Postfaktische.. die Fake-News. Daran ist nichtmal der Islam schuld.

  2.   NutzerohneName

    „Die Wahrheit hat es nicht leicht dieser Tage. Seit Hillary Clinton zur US-Präsidentin gewählt wurde, wird international über Fake News und ihren Einfluss auf demokratische Prozesse diskutiert. “
    Jupp, so kann man einen Artikel auch anfangen…
    Der Test vom Guardian ist allerdings echt spannend, danke dafür.

  3.   felix.culpa

    @Damits Wecht: So ein Schmarrn: Ihre Wahrnehmung in Ehren. Die Berichterstattung über Muslime hat ja wohl ihren Ursprung darin, dass die Muslime zu Unrecht missachtet, angegriffe werden mit dem Ziel sei auszugrenzen. – Dis faktisch und nicht gefühlt.

    Im Übrigen kann man ja die vermehrte Berichterstattung ÜBER den Islam/Muslime nicht als ‚morgenländischen Einfluss‘ bezeichen. – Es sei denn, man bezweckt damit deren Ausgrenzung.

  4.   felix.culpa

    P.S.: Danke für den Link zum Test des ‚Guardian‘ – sehr interessant!

  5.   Shu-Tzu

    5 % Muslime leben tatsächlich in Deutschland und die Deutschen schätzen den Anteil im Durchschnitt auf sagenhafte 21%.

    Traurig.

  6.   riurja

    Ich wusste doch gleich, also schon als ich den Teaser auf der Hauptseite sah, dass ich das schon mal gemacht habe:

    https://www.theguardian.com/world/ng-interactive/2015/dec/02/how-well-do-you-really-know-your-country-take-our-quiz

    Ziemlich genau ein Jahr dazu, auch das hätt‘ ich glatt geschätzt. Hab’s aber gegoogelt und sehe erst jetzt , dass die ältere Version unten bei Related Content sogar noch mal aufgeführt ist! Stört das keinen oder schnallen die das selber nicht? Und ist das wirklich ein reiner Wiederaufguss? Wer mag, kann’s ja ausprobieren. Ich hatte bereits letztes Jahr fast alles richtig, auch das weiß ich noch. Und es würde mich jetzt nicht groß überraschen, wenn ich auch letztes Jahr schon durch ZON auf diesen Test aufmerksam gemacht worden wäre. ;-P

  7.   Rauth

    Bei Deutschland landete ich auf Platz 2, hinter Netherlands.
    Bei USA Platz 15 und Philippines 29.

  8.   DIN EN ISO

    #5: Wenn der Durchschnitt Deutschlands die muslimische Bevölkerung für vier -mal- größer hält, als tatsächlich der Fall ist, dann sollten sich die Muslime vielleicht mal überlegen, warum sie so auffallen, Bei einer so großen Abweichung kann das nicht nur an Stammtischmeinungsbildung liegen.

  9.   Horatio Caine

    Best informed citizens (Country: Germany)

    1. YOU

    ….

    Habe gewonnen, wo ist mein Preis ?

  10.   finya-satchmo

    @DIN EN ISO

    Warum sie auffallen?
    Legen Sie einfach 100 weisse Eier vor sich auf den Tisch.
    Dann nehmen Sie fünf weg und ersetzen sie durch rot angemalte Eier.

    Fällt Ihnen jetzt was auf?