‹ Alle Einträge

Und jetzt alle mal staunen

 
China: Und jetzt alle mal staunen
Bodenwellen bremsen nicht nur Autos © elvis901/shutterstock

Das Gute an autoritären Regimen ist ja, dass sich ihre Bürger nicht so viele Gedanken machen müssen. Das fängt beim Wählen an und endet bei der Familienplanung. Parteilinie ist immer gut, so viel kann man sich auch ohne Schulbildung merken.

Chinas Behörden zum Beispiel sind derart zuvorkommend, dass sie nicht nur den Alltag ihrer Staatsbürger arrangiert, sondern auch deren Urlaub. Auf einem Weg durch die historische Altstadt von Tai’erzhuang in der ostchinesischen Provinz Shandong wurden kürzlich Bodenwellen angebracht. Nicht für Autos, sondern für Fußgänger: Sie sollen langsamer laufen, und gefälligst mit gebotener Ehrfurcht über die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand staunen.

Mehr als 50 schwarz-gelb-gestreifte Bodenwellen pflastern die Straße im Abstand von wenigen Zentimetern. Laut einer chinesischen Zeitung hat der Abschnitt schon einen Spitznamen: "Waschbrett Straße". Fotos der Szenerie, die im Netz die Runde machen, zeigen jedoch, dass es selbst in China nicht so einfach ist, den Blick der Menschen zu lenken. Sie staunen zwar, aber mit gesenktem Blick, nämlich über die Bodenwellen, und, wer weiß, vielleicht auch über ihre Politiker.

19 Kommentare

  1.   Ole Roeßler

    „Sie sollen langsamer laufen, und gefälligst mit gebotener Ehrfurcht über die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand staunen.“
    Gibt es dazu eine Quellenangabe?

    Für mich sieht es eher aus, als sollte verhindert werden, dass dort Zweiräder fahren.

  2.   Elder Ede

    Von den Chinesen lernen heißt was?

  3.   Jose Ignacio

    Wirkt doch eher wie „provisorische“ Treppen, so steil wie’s auf den Fotos ausschaut.

  4.   duncanIdaho

    What the heck? Was soll das denn für ein Artikel sein?

    Wenn man sich die Bilder genauer anschaut, dann merkt doch jeder vernunftbegabter Mensch, dass die Bodenschwellen eine Art Stufenersatz darstellt. Die Menschen können entweder den Weg rechts oder links neben den Bodenschwellen nehmen, oder wenn sie es lieber bequemer haben möchte den Weg über die Bodenschwellen.

    Da darf man wirklich staunen, aber nicht über die Bodenschwellen sondern über den Autor.

  5.   Lupo1977

    In der Tat, ist man da auf eine chinesische Satireseite hereingefallen?

  6.   Osterlamm

    对 duì, Genau so ist es!

    Antwort auf duncanIdaho

    Aber es wäre natürlich zu viel verlangt, wenn hier ein Artikel über den innovativen Pragmatismus der Chinesen erwartet würde.
    Journalistische Versatzstücke aus der ideologisch rassistischen Mottenkiste erfüllen anscheinend die Erwartungshaltung des Publikums:
    Chinesen machen sich selbst keine Gedanken und werden in allen Belangen vom autoritären Staat gelenkt und allzeit indoktriniert….

  7.   Jimmy III.

    Sieht mir aus wie eine Maßnahme gegen die china-typischen über Fußwege rasenden Roller und dreirädrigen Transportfahrräder – va. auf einem breiten Weg mit bequemen Fußweg links und rechts…

    Aber es ist in China, also muss ZON sogar dem Plastikschweller eine politische Dimension aufdrücken…

  8.   PjotrV

    Soll vielleicht helfen, dass man bei Nässe mit Ledersohlen Halt findet. Auch bei Schneefall hilfreich. Bodenwellen werden eher zur Abwehr von Smartphone Junkies eingesetzt.

  9.   Mittelgescheitelter

    Lächerlich hier gehts bergauf oder ab wie man will. Die Schwellen sollen wohl ausrutschen verhindern.
    Aber Hauptsache man findet gleich einen Grund das politisch zu machen.
    Sorry einfach sowas von armseelig.
    Hier muss sich echt niemand über Lügenpresserufe beklagen.
    Es gäbe genug an China zu kritisieren aber das ist einfach sowas von daneben.

  10.   anthropozent

    Ich sehe diesen Beitrag ebenfalls als propagandistische Klamotte an. Vermutlich hat der Autor – Alexander Krex – nicht mal gecheckt, dass er seinen Ressentiments aufgesessen ist.

    Durch das Tagging – „Bodenwellen, Sehenswürdigkeiten, China“ – ist dieser unkritisch angenommene Zusammenhang auch für diejenigen zementiert, die später nur mal nach z.B. „Sehenswürdigkeiten in China“ suchen wollen.

    So geht subtile Meinungsmache, aber nicht journalistische Qualität.