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Der Cheftroll des US-Präsidenten

 

Twitter ist voller Trolle, die Leute durch den Kakao ziehen – mal gekonnt, mal geschmacklos. Manche würden sagen, US-Präsident Donald Trump ist einer von ihnen. Eindeutiger jedoch ist die Rolle von Vicente Fox, dem ehemaligen Präsidenten Mexikos. Seit Monaten ist Fox der ranghöchste Troll des US-Präsidenten. Schon im Wahlkampf machte er sich über Trump lustig – vor allem über dessen Versprechen, Mexiko werde für die versprochene Grenzmauer zahlen. Eigentlich ist Twitter seine liebste Plattform, nun wendet sich Fox in einem Video direkt an den US-Präsidenten.

Mexiko werde ganz sicher nicht für seine "fucken wall" bezahlen. Für diese Botschaft hat Fox sogar ein Schild gebastelt. Doch das ist nur der Einstieg. Vier Minuten lang erklärt der Ex-Präsident, warum der Mauerbau gar nichts bringe, und was man mit dem vielen Geld stattdessen anstellen könnte.

"Schauen Sie sich mal diese schematische Zeichnung an, die ich aus dem Dark Net heruntergeladen habe", fordert er Trump auf. Dann zeigt er: "Eine Leiter, Einstein". Er wirft dem US-Präsidenten vor, eine Mauer für 25 Milliarden Dollar zu bauen, die man mit einer Leiter für 25 Dollar überwinden könne. Die Videobotschaft ist zwar ein Scherz, enthält aber manche ernste Botschaft.

Für 25 Milliarden Dollar könne Trump den gesamten Planeten für drei Jahre mit sauberem Trinkwasser versorgen. Oder 50.000 Lehrer für zehn Jahre einstellen. Oder 250.000 Studenten die Ausbildung bezahlen. "Ist das nicht ein besseres Vermächtnis?", fragt Fox.

Dann zeigt er noch ein Kinderfoto von Trump. "Das bist du, bevor du zu dir geworden bist." Trump solle statt einer Mauer lieber eine Brücke in die Vergangenheit bauen und seinem früheren Selbst erklären, dass es okay sei, die Welt lieb zu haben.

Und zum Abschied noch ein Seitenhieb: Do swidanja, Genosse!


9 Kommentare

  1.   stolzaufnix

    Sehr schön, fucken Wall gefällt mir!
    Mit 25 Mrd. Dollar wäre so viel zu machen, aber da der einfache Bürger das mit seinen Steuern bezahlen wird, ist es dem von Donald geführten Geldadel ja eh schnuppe.

  2.   MeisterGeist

    Vicente Fox, der Präsident, unter dem die Korruption blühte und der sich mit durch Korruption erlangten Geldern ein Luxusanwesen mit Privatbooten und teuren Autos schuf, empfiehlt nun also anderen Staatschefs, was sie mit ihren Geldern tun sollten.

    Jeder kehr vor seinem Tor, da hat er Dreck genug davor.

  3.   Rittersp0rn

    @MeisterGeist,

    Ich verstehe den Grundtenor Ihres Kommentars, aber er ist sachlich falsch.

    Fox sagt nämlich die Wahrheit. Zudem sind es nicht die Gelder des Staatschefs, die Trump fordert oder selbst verschleudern will, sondern die der Steuerzahler.

    Die Mauer selbst ist ohnehin vom Tisch. So ein idiotisches Projekt mit massiven Langzeitkosten (geschätzt 5-10 Milliarden pro Jahr) kommt niemals durch den Senat. Die USA haben ganz andere Infrastruktur-Probleme, deren Lösung anzugehen sinnvoller wäre, als Beton in die Wüste zu kippen.

  4.   zeitlos777

    Trump isn dePP, true story.

  5.   Lionardo di ser Piero

    „…der Präsident, unter dem die Korruption blühte…”

    Halt einer der zahlreichen Trump-Effekte: Neben ihm und im Vergleich sieht jeder, noch so schlechte Politiker wie ein hervorragender Staatsmann aus.

    Anders: „Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.”

  6.   Provo-Kant

    Und ich dachte immer Trump ist ein Fan von „Fox-News“…

  7.   Jimmy S.

    Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt. Sagte schon Ghandi.
    Die Berliner Mauer war viel kürzer und besser zu bewachen. Diese Mauer wurde auch mehrfach überwunden. Wie soll eine solche Bewachung bei einer so langen Mexiko Mauer funktionieren? Solche Steuergelder sollten besser in Soziale und vor allem Bildungsprojekte fließen. In den USA und auch in Mexiko. Und beim Sozialen sollten die Amis beim Donald anfangen.

  8.   Hawthorne

    Schade Vicente Fox, wenn sie es schon nicht schaffen, ihre Staatsbürger von der illegalen Einwanderung abzuhalten, dann sollten Sie doch wenigstens die Kosten dafür tragen.

    Es una lástima que usted no quiere pagar la muralla si se pensa que usted no es capaz de impedir que su ciudadanos inmigrar a los Estados Unidos ilegalmente.

  9.   Peerchen

    Lieber „Hawthorne“
    1. Vincente Fox ist nicht mehr Präsident. Er kann „seine Staatsbürger also auch gar nicht aufhalten.
    2. Die große Mehrheit, die illegal von Mexiko in die USA überwechselt sind gar keine Mexikaner mehr, sondern andere Lateinamerikaner, die Mexiko nur durchreisen.
    3. Der Staatschef ist nicht dafür verantwortlich, was seine Bürger machen. Wenn ich das Land verlasse, muss Merkel nicht dafür zahlen (das gilt im Übrigen auch für Straftaten: Wenn ich einen Mord begehe oder Sie Unsinn im Internet schreiben, ist Merkel nicht dafür verantwortlich. Nicht einmal die CDU. Nicht einmal „die Politker“, sondern Sie bzw., ich).
    Aber schön, dass wir mal darüber gesprochen haben!
    Hasta La Vista!