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Zum Abschied eine Kür

 

Einen großen Auftritt zum Ende einer Ära hinlegen? Das dachte sich wohl ein Air-Berlin-Pilot, als er über dem Flughafen von Düsseldorf eine spektakuläre Runde drehte.

Zunächst sah es so aus, als würde der Flug AB7001 von Miami ganz regulär auf die Landebahn zusteuern. Doch die letzte Langstreckenmaschine der insolventen Fluglinie setzte nicht wie erwartet auf, sondern startete durch. Der Pilot flog eine tiefe, scharfe Kurve über den Flughafen.

Eine Mitarbeiterin des Flughafens sagte, sie sei im ersten Moment erschrocken, als die Maschine nicht landete und stattdessen auf das Gebäude zukam. Laut eigener Angaben hatte sie aus Verbundenheit zu Air Berlin die Landung filmen wollen und dadurch das Manöver festgehalten.

Ein Sprecher von Air Berlin wollte auf Medienanfragen nicht bestätigen, dass es sich um eine eigens durch den Piloten initiierte Ehrenrunde gehandelt hatte. Einen technischen Grund für das Durchstarten und die Extrarunde soll es jedenfalls nicht gegeben haben.

Ein weiteres Video, das bei YouTube veröffentlicht wurde, zeigt die Aktion aus der Perspektive des Towers. Wer ganz genau hinhört, kann die Abschiedsworte des Piloten hören: "Es ist heute das letzte Mal, dass ich Sie nach der Landung in Düsseldorf willkommen heiße." Und weiter: "Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns so viele Jahre und bis zuletzt die Treue gehalten haben. Meiner Besatzung vielen Dank und meine Hochachtung für die professionelle Durchführung dieses letzten Fluges", sagt der Pilot dort. Wir sagen heute nicht auf Wiedersehen, sondern tschüss."

Ein würdiger Abschluss!

Neusten Medienberichten zufolge sind der Pilot und die Crew des Flugzeugs vorerst suspendiert worden, teilte die Fluglinie mit. Dies sei ein "normaler Prozess" bei der Untersuchung derartiger Vorfälle.

Weitere Netzfundstücke gibt's im Teilchen-Blog.

Einige Autoren dieses Blogs

30 Kommentare

  1.   Eric Cartman

    Die 10.000€ für den Sprit fehlen am Ende einem Schuldner, aber Geld spielt keine Rolex :D

  2.   Reflexbann

    Naja wenigstens ist die Maschine vollgetankt genug gewesen, um sowas durchzuführen. Kann kaum den letzten RyanAir Flug erwarten…. der wird jedenfalls keine Ehrenrunde drehen können.

  3.   life_is_short

    Ein touch-and-go landing wäre eindrucksvoller ;)

  4.   M.Aurelius

    Allen Mitarbeitern von Air Berlin alles Gute!!!!

  5.   KlausTh

    Ich war mit Air Berlin fast immer zufrieden, bis auf das letzte Mal im Frühjahr als der Flieger 1 1/2 Stunden Verspätung hatte – vermutlich schon ein „Vorbote“ der späteren Pleite. Ich wünsche den Mitarbeitern auch alles Gut und dass sie alsbald einen neuen Job finden!

  6.   Boono

    „Die 10.000€ für den Sprit fehlen am Ende einem Schuldner, aber Geld spielt keine Rolex :D“

    @Eric Cartman
    Davon abgesehen, dass diese Zahl meiner Überzeugung nach zu hoch gegriffen ist: Selten einen so armseligen Kommentar gelesen.

  7.   AWKBL

    Wenn das Manöver nicht mit dem Tower abgesprochen war, gehört der Pilot ins Gefängnis!

  8.   Maria Gomez

    Coole Aktion!

  9.   Stefan-will-nicht-mehr

    Sauber geflogen und eingedreht…..höchste Perfektion bei einer solch großen Maschine. Damit hat sich der Junge für jede Fluggesellschaft empfohlen.

    Man kann sich nur bei dem Piloten bedanken. Klar spucken jetzt einige Gift und Galle, aber über die Ehrenrunde wird man noch lange reden, und vielleicht redet man auch irgendwann mal darüber, dass abgehobene Manager mit spinnerten Visionen auf Kosten der Mitarbeiter aus so manchem Wirtschaftslooping einen Wirtschafts-Crash hinlegten.

  10.   Momus71

    Was wäre, wenn bei diesem Spaßmanöver etwas schiefgegangen wäre? Nein, so etwas darf sich ein Berufspilot mit 250 Passagieren im Rücken nicht erlauben! Gut, dass der Fall jetzt untersucht wird.