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Und hier sind alle männlichen Nominierten

 

Manchmal reicht ein einziges Wort, um einem Satz eine völlig neue Bedeutung zu geben. Natalie Portman nutzte ihren Auftritt bei den Golden Globes, um pointiert darauf hinzuweisen, dass Sexismus nicht erst bei körperlichen Übergriffen beginnt.

Portman sollte mit Ron Howard die nominierten Regisseure ansagen. "Wir freuen uns sehr, die Auszeichnung für den besten Regisseur zu präsentieren", sagte Howard. Klatschen. Dann Portman: "Und hier sind die männlichen Nominierten." Im englischen Original ("… here are the all-male nominees" ) klingt dieser Satz noch etwas deutlicher. Auch in der Kategorie Beste Filmmusik waren ausschließlich Männer nominiert. Das Johlen, das aus dem Zuschauerraum zu hören war, zeigte: Die Botschaft von Natalie Portman kam an – und passte in die aktuelle Stimmung.

Seit dem Skandal um Harvey Weinstein wird in Hollywood eine Debatte über Sexismus und Ungleichheit geführt. Viele Stars schritten bei den Golden Globes aus Protest gegen Sexismus und die Ungleichheiten im System Hollywood ganz in Schwarz über den roten Teppich. #AllBlackEverything. Auch zahlreiche Männer hielten sich an den Dresscode.

 

Neben Natalie Portman sorgte die Rede der Talkmasterin Oprah Winfrey für Aufsehen. Winfrey, die für ihr Lebenswerk geehrt wurde. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren. Aber deren Zeit ist um!", rief sie und wurde dafür mit stehenden Ovationen gefeiert. (Hier gibt's das Skript der Rede.)

Jetzt müssen den Worten nur noch Taten folgen.

Weitere Netzfundstücke gibt's im Teilchen-Blog.

67 Kommentare

  1.   manveras

    Portman fordert indirekt Nominierungen und Preise für alle, weil sich die nicht Gewürdigten sonst diskriminiert und benachteiligt fühlen könnten.

  2.   weiblich denken I

    REGEN FREI, IM SEE, IM FLUSS, EIN KANAL, GESTAUT, MACHT STROM
    in Leitungen, macht Licht, hat einen Schalter.
    An aus an an an an aus aus.
    Digital denken
    nie vernetzen
    Es ist ein Fluch,
    der das Menschliche
    verhindern soll.
    Besser Porn
    me2 ist die Krönung der
    Feeds
    der Rückkopplung
    der Refeeds
    und ganz sicher nicht weibliches Denken.
    Frauen sollen Schalter bekommen.

  3.   weiblich denken I

    REGEN FREI, IM SEE, IM FLUSS, EIN KANAL, GESTAUT, MACHT STROM
    in Leitungen, macht Licht, hat einen Schalter.
    An aus an an an an aus aus.
    Digital denken
    nie vernetzen
    Es ist ein Fluch
    der das Menschliche
    verhindern soll.
    Besser Porn
    me2 ist die Krönung der
    Feeds
    der Rückkopplung
    der Refeeds
    und ganz sicher nicht weibliches Denken.
    Frauen sollen Schalter bekommen.

  4.   markushamster

    mit so einem ausschnitt würde ich mich hüten über sexismus zu reden.

  5.   Einsteinsenkel

    Diese bigotte Einschleimerei der „Reichen und Schönen“ geht mir gehörig auf den Senkel. Zuhause arbeiten Nanny, Gärtner und Putzfrau für einen Minilohn, um den Prunk und Protz zu pflegen, aber bei solchen Gelegenheiten gibt man sich weltoffen und liberal.

  6.   Mausi16

    Noch ein kleiner Hinweis für den Autor:

    DA könnten Sie ja mal journalistisch tätig werden und nachforschen.

    Lächerliche 11 % Frauenquote in Portmans eigener Produktionsfirma?

    „To those supporting #NataliePortman’s statement about all-male nominees at the #GoldenGlobes2018:
    Natalie Portman’s production company has produced 9 films. Only 1 has had a female director – herself.“

    https://twitter.com/TheMalesOfGames/status/950715253666574337

  7.   Mausi16

    Das alljährliche Mimimi in Hollywood wundert und interessiert mich nicht.

    Mich wundert nur, dass es hier immer noch Journalisten gibt, die auf den Unsinns-Zug aufspringen.

  8.   PaBa42

    @roland_s:
    Es ist doch nicht wahr, dass es ein ausgeglichenes Verhältnis über einen lagen Zeitraum geben muss. Dann müssten wir doch über eile lange Zeit ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen als Erzieher oder Stahlbauer sehen. Tuen wir aber nicht.

    Man müsste sich angucken, wieviele Männer und Frauen irgendwelche etsprechenden Schulen und Unis besuchen und daraus dann ableiten, wie ein Verhältnis aussehen soll, aber auch das gibt keine Aussage darüber, ob im glechen Verhältnis „gute“ dabei sein müssen.

    „Daran, dass Kommerz nicht gleich gute Qualität ist, besteht ja wohl kaum Zweifel.“
    Aber genau das ist der Faktor bei diesen Verleihungen. Ein Film mit einer Reichweite von 100.000 Zuschauern weltweit wird einen solchen Preis nie bekommen. Und dann stellt sich auch die Frage, ob dieser handwerklich so gut sein kann, wenn er eine nur so geringe Anzahl an Zuschauern interessiert hat. Oder man geht die Gefahr ein, keinen Preis zu bekommen, wenn man nur für eine so kleine Niesche produziert. Am Ende zählt doch nur der kommerzielle Erfolg, der natürlich auch vom Marketing getrieben ist, aber das ist das Geschäft. Es git doch keine zuverlässigen objektiven Kriterien für den besten Regiseur. Beim 100m Lauf kann ich die Zeit stoppen, der/die schnellste ist der/die beste, beim Regisseur geht das nicht.
    Vielleicht sind Frauen „technisch“ besser, treffen aber nicht den Geschmack der Massen?

  9.   FreedomOfSpeach

    Zitat: „Und hier sind alle männlichen Nominierten“
    Frauen, hört auf zu versuchen euch immer alles zu erjammern.
    Seid einfach gut und dann werdet ihr belohnt.
    #ja,youtoo

  10.   wildbild

    @zon: ›und hier sind die ausschließlich männlichen Nominierten‹, ist aber auch nicht so einfach zu übersetzen.