Ungleichheit, dein Name ist John

Gleichberechtigung in Führungspositionen? Noch lange nicht.
CEOs der großen US-Unternehmen: 5,3 Prozent heißen John, 4,1 Prozent sind Frauen. Screenshot/NYT

Dass weibliche Chefs in vielen Berufsfeldern unterrepräsentiert sind, ist bekannt. Wie groß die ungleiche Verteilung allerdings tatsächlich ist, beschreibt Justin Wolfers vom Peterson Institute for International Economics  in einer Kolumne der New York Times: In Amerika gibt es mehr Firmenchefs, die John heißen, als weibliche CEOs mit allen erdenklichen Vornamen – von Abby bis Zara – zusammen. Dieses Ergebnis, basierend auf einem Report der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young, nimmt 1.500 Unternehmen als Basis, die von der Ratingagentur Standard & Poors bewertet werden, und die 90 Prozent der US-Marktkapitalisierung ausmachen.

Damit zeigt Wolfers auf etwas außergewöhnliche Art und Weise, dass sich in den vergangenen Jahren in Sachen Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Berufsleben noch lange nicht genug getan hat. Eine Methode, die er Glass Ceiling Index nennt, gibt an, wie dominant die Johns, Roberts, James und Williams im Vergleich zur Frauenwelt sind. Jene vier Männernamen stehen nämlich viermal öfter auf Geschäftsführer-Visitenkarten als ein Frauenname. Auch bei anderen Berufsgruppen wendet er den Index an. So haben zum Beispiel die Republikaner doppelt so viele Johns, Roberts, James und Williams im Senat sitzen wie Frauen.

Die Berechnung sei ein unvollständiger Spaß, erklärt Wolfers, dennoch helfe der Glass Ceiling Index, über eine wichtige Wahrheit aufzuklären: dass es bis zur vollständigen Gleichberechtigung noch ein weiter Weg ist – allen Erfolgen der Frauenbewegung zum Trotz.

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Cristiano Ronaldo verdient Ihr Wochengehalt in der Halbzeitpause

Ronaldo
Screenshot/BBC

Hätten Sie im Jahr 1388 zur Zeit des Spätmittelalters zu arbeiten begonnen, dann hätten Sie bis heute das Jahresgehalt von Weltfußballer Cristiano Ronaldo erwirtschaftet. Dieser bekommt von Real Madrid jährlich mehr als 18 Millionen Euro überwiesen. Innerhalb von nur 16 Minuten, also etwa in einer Halbzeitpause, verdient Ronaldo das Durchschnittsbruttoeinkommen eines Deutschen pro Woche.

Dieses Gehalt erhält auch Pep Guardiola, der bestbezahlte FC Bayern-Trainer aller Zeiten. Zehn Millionen Euro weniger als sein Trainer bekommt Bayern-Star Arjen Robben. Der Holländer braucht 39 Minuten, um das deutsche Bruttodurchschnittseinkommen pro Woche zu erwirtschaften.

Nachzurechnen sind diese Zahlen mit diesem interaktiven Tool der BBC. Dort können Sie Ihren Jahresbruttolohn eingeben und sehen, wie viele Jahrhunderte Arbeitszeit zwischen Ihrem Gehalt und dem von internationalen Fußballstars liegen. Der wirkliche Gehaltsunterschied ist wahrscheinlich noch größer, da in der BBC-Kalkulation zusätzliche Sponsor- und Werbeeinnahmen der Fußballstars nicht berücksichtig wurden. Das Projekt soll aber auch so die Ungleichheit der weltweiten Wohlstandsverteilung veranschaulichen.

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