Tobias Dorfer

Diss mein Restaurant!

Wir haben bei ZEIT ONLINE ein Herz für Hotels, Discos und Reiseziele, die in der Öffentlichkeit nicht ganz so populär sind. Denn Bewertungen im Netz sind bekanntermaßen rein subjektiv – dem einen Gast beschert der Burger Würgereiz, der nächste ist hellauf begeistert.

Dummerweise vergisst das Netz jedoch nichts – landet eine Bewertung erst auf Yelp, Amazon oder TripAdvisor, dann bleibt sie auch dort und schreckt unter Umständen potenzielle Kunden ab. Die Mutigsten unter den Betroffenen gehen in so einem Fall in die Offensive. Wie die Besitzer eines Restaurants in Kalifornien. Sie sagten sich: Wenn schon schlecht, dann richtig – und belohnten Ein-Sterne-Bewertungen mit einem Rabatt.

Oder man macht es wie die drei Kalifornier in diesem aktuellen Video, die einfach die schlechtesten Yelp-Bewertungen ihrer Restaurants laut vorlesen. Kennen wir natürlich schon von Jimmy Kimmel, bei dem Prominente die bösesten Tweets über sich rezitierten. Oder dank des deutschen Formats Disslike, das Berühmtheiten wie Jan Böhmermann, Jürgen von der Lippe oder Gregor Gysi fiese Netzattacken vortragen lässt.

Wer so mit Kritik umgeht, verdient Achtung. Womit wir wieder bei den Restaurantchefs aus Kalifornien wären. Natürlich möchten wir nun unbedingt den Lokalbesitzer des Lime Truck mit seinem Tattoo "The Future Is Now" kennenlernen. Da akzeptieren wir auch, dass es bei ihm keine Hühnchen-Gerichte gibt. Übrigens: Das Hotel Aurora aus Berlin, das ZEIT ONLINE vergangenen Dezember als schlechtestes Hotel der Hauptstadt vorstellte, hat sich bei TripAdvisor inzwischen auf Rang 628 von 665 Berliner Hotels vorgekämpft. Aber natürlich ist auch das rein subjektiv.

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Tobias Dorfer

Fett erfolgreich – die amerikanische Pizza-Lobby

Foto: British Mum (Flickr - https://www.flickr.com/photos/insideabritishmumskitchen/)
Foto: British Mum (Flickr - https://www.flickr.com/photos/insideabritishmumskitchen/)

Die USA waren einmal das Fastfood-Land schlechthin. Doch inzwischen ist auch in den Vereinigten Staaten gesunde Ernährung en vogue, was nicht nur McDonald's zu spüren bekommt. Das hippe Manhattan ist ohne Salat-Bars kaum noch denkbar, es gibt Initiativen gegen die XXL-Becher zuckriger Limonaden, und ein Burgerbrater preist Kindern mittlerweile auch Milch und Tütchen mit Apfelscheiben an statt Softdrink und Pommes.

Die Pizza allerdings hat diesen Stimmungsumschwung relativ unbeschadet überstanden. Jeden Tag essen durchschnittlich zwölf Prozent aller Amerikaner ein Stück – obwohl Käse, Weizenmehl, Salami und Co. den Snack zu einer echten Kalorienbombe machen. Zwei große Stücke Peperoni-Pizza der Kette Pizza Hut haben immerhin 740 Kalorien, und damit deutlich mehr als der so häufig geschmähte Big Mac von McDonald's, der hat "nur" 509.

Vielleicht liegt der anhaltende Pizza-Boom daran, dass Pizza einfach unverschämt gut schmeckt. Vielleicht ist aber auch die äußerst erfolgreiche Lobby-Arbeit der Branche der Grund. Wie die funktioniert, beschreibt Bloomberg in diesem großen Report.

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