Alina Schadwinkel

Die Sonne als Jack O’Lantern

Credit: NASA/GSFC/SDO
Credit: NASA/GSFC/SDO

Herbstzeit ist Halloween-Zeit. Nicht nur auf der Erde, sondern auch auf der Sonne. Aufnahmen des Solar Dynamics Observatorys der US-Weltraumbehörde Nasa zeigten den Stern im Zentrum unseres Sonnensystems jüngst jahreszeitengerecht im Kürbislaternen-Kostüm, als Jack O' Lantern. Eine Inspiration für Ihr Kostüm morgen?

Zugrunde liegen der außergewöhnlichen Erscheinung aktive Regionen der Sonne. Diese erscheinen heller als andere, weil sie mehr Licht und Energie ausstrahlen. Sie markieren magnetische Felder, die sich in der Sonnenatmosphäre bilden. In diesem Fall entstand zufällig der Eindruck des Kürbisgesichts. Damit es schön gruselig leuchtet, hat die Nasa allerdings ganz bewusst zwei Bilder mit verschiedenen Wellenlängen – eines goldfarben, eines gelblich – miteinander verschmelzen lassen.

Starke Eruptionen auf der Sonne wirken sich auch auf die Erde aus. Treffen die schnellen Partikel auf das Magnetfeld der Erde, kann das beispielsweise die Technik von Satelliten lahmlegen und zu Störungen in Stromnetzen führen.

 

Forscher entwickeln pflasterartigen Fitness-Tracker

Fitness-Tracker am Handgelenk oder Gürtel tragen? Verdammt sperrig und uncool, dachten sich Forscher der University of Illinois. Die Geräte, die etwa Schritte zählen oder den Puls überwachen, sind nicht wirklich bequem zu tragen. Was tun? Die Wissenschaftler haben den Prototyp eines Stick-Patches entwickelt, einem dehnbaren Pflaster – vollgepackt mit Sensoren und Chips auf kleinstem Raum. Das Pflaster und die Elektronik sind wie ein faltbares Origami aufgebaut und können sich so den Bewegungen der Haut anpassen.

Wie gut das funktioniert, wird noch getestet. Zumindest kann das Stick-Patch Daten wie Herzfrequenz und richtig angebracht sogar Hirnströme an Smartphone und Rechner schicken.

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Im Zeppelin um die Venus

Von einem Luftschiff aus die Venus erkunden und dabei laut Enya hören – kein Alptraum von Jules Verne, sondern eine neue Nasa-Studie, die kürzlich als Video-Animation vorgestellt wurde. Zwei Astronauten sollen in einer Zeppelin-ähnlichen Konstruktion um die Venus fliegen und – laut vorläufiger Planung – lebend zurückkehren. Eine anspruchsvolle Mission: Mit Oberflächentemperaturen von mindestens 440 Grad Celsius darf die Venus als lebensfeindlich gelten.

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Sven Stockrahm

Hovern wie Marty McFly

"It's real!" Das schwebende Skateboard, auch Hoverboard genannt, mit dem Marty McFly aus dem Film Zurück in die Zukunft II  durch Straßen, über Hecken und Wasser fliegt, ist da. Wirklich? Zumindest verspricht das die Firma Hendo. Sie hat einen Prototyp entwickelt, der tatsächlich schwebt. So wendig und hoch wie im Film von 1989 hebt das Hendo Hoverboard aber längst nicht ab. Das Luftpolster zwischen Brett und Boden ist gerade mal 2,5 Zentimeter breit. Vier Motoren mit einer Batterielaufzeit von rund 15 Minuten lassen das Hoverboard abheben, indem sie ein Magnetfeld erzeugen. Leider geht das nur, wenn man das Board über einer Kupferfläche betritt. Oder genauer über einem konduktiven nicht-ferromagnetischen Material.

Ausprobiert haben es bereits einige Tech-Blogger und Reporter wie  Conor Dougherty von der New York Times. Sein Fazit nach ein paar Minuten "Hovern" in der Kupfer-Halfpipe: "Ich fühl mich zwar nicht wie Marty McFly, aber man kann definitiv sagen, man schwebt."

Ein echtes Hoverboard bleibt unerreicht

Das Schwebebrett ist keine reine Spielerei. Das Entwickler-Ehepaar Henderson aus Kalifornien tüftelt seit Jahren an der Magnettechnik. Sie denken groß: Könnten in Zukunft nicht auch Gebäude in Erdbebengebieten hovern, wenn der Untergrund vibriert? Ihr Brett ist ein Prototyp, der weitere Entwicklungsarbeit finanzieren soll. Per Crowdfunding wollen die Hendersons auf kickstarter.com bis zum 5. Dezember eine Summe von 250.000 Dollar einsammeln. Wer schnell ist und ab 100 Dollar spendet, darf einmal für fünf Minuten schweben. Wer gar 10.000 Dollar oder mehr gibt, soll eines der ersten 10 Hoverboards bekommen. Ausgeliefert werden sie laut den Hendersons am 21. Oktober 2015, an dem Tag also, an dem Filmheld Marty McFly im Hill Valley der Zukunft landete.

Mancher mag sich erinnern: Schon vor ein paar Monaten war ein Hoverboard durchs Netz gegeistert – ein Fake. Damals hatten die Macher der preisgekrönten Comedy-Website Funny or Die die fiktive Firma HUVrTech das erste Hoverboard präsentieren lassen. Von dem Schauspieler Christopher Lloyd persönlich, der in Zurück in die Zukunft den genialen Tüftler Doc Brown spielt. Stars wie Skateboard-Profi Tony Hawk und Musiker Moby durften das Board testen:

Wie der Videostreich funktioniert, lüftete Tony Hawk einige Zeit später (hier zu sehen).

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Alina Schadwinkel

Ihr Ticket zum Mars, fast

Der Boarding-Pass für den Orion Testflug © mars.nasa.gov
Der Boarding-Pass für den Orion Testflug © mars.nasa.gov

Im Dezember reisen wir zum Mars. Ein Stück zumindest, denn die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa schickt ihr neues Raumschiff "Orion" auf einen Testflug ins All. Mitfliegen kann, wer will – zumindest dem Namen nach. Wer auf der Orion-Website seinen Namen hinterlegt, bekommt einen digitalen Boarding-Pass für den Kurztrip in rund 5.800 Kilometer Höhe mit anschließendem Absturz in den Pazifik. Zudem werden die Daten auf einem Mikrochip gespeichert, der im Innern des Raumschiffs sicher verstaut wird. Die Aktion läuft noch bis zum 31. Oktober.

Das Ganze passt zum neu aufblühenden Interesse an der bemannten Raumfahrt. So hat etwa die Nasa die Firmen Boeing und SpaceX beauftragt, Transporter für Astronauten zu entwickeln. 2017 wolle man selbst wieder Menschen zur Internationalen Raumstation bringen. Und auch private Initiativen arbeiten daran, Leben im All, gar auf fremden Planeten zu ermöglichen, wie das Projekt Mars One zeigt.

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Alina Schadwinkel

Freunden schickt man ein Teilchen

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Alina Schadwinkel

Warum Pizza so verdammt gut schmeckt

Eigentlich ist es ein einfaches Rezept: Teig, Tomatensauce und Käse. Doch erst mit Hilfe der Chemie wird aus diesen Zutaten die perfekte Pizza. Kohlendioxid muss entstehen, der ph-Wert stimmen und Ionen müssen Proteine stabil halten. Am Schluss sorgt die Maillard-Reaktion – die Verbindung zwischen Zucker und Aminosäuren – für das perfekte Aroma.

Das Video der American Chemical Society zeigt, was im Pizza-Ofen passiert.

Bunter, süßer, besser haltbar: Tatsächlich lassen sich ohne Chemie keine Lebensmittel herstellen – auch wenn das aus Marketing-Gründen gerne behauptet wird. Mittlerweile sind tausende Aromastoffe und weitere Substanzen in der Europäischen Union zugelassen, die bei der Herstellung von Nahrungsmitteln eine Rolle spielen. Darunter Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Verdickungsmittel, Füllstoffe und Emulgatoren. Nicht wenige sind umstritten. Aromen etwa sorgen dafür, dass beispielsweise Nuss-Schokolade einen nussigen Charakter hat. Die Frage, wie natürlich das noch ist, hat zu einem Rechtsstreit zwischen Ritter Sport und der Stiftung Warentest geführt.

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Dagny Lüdemann

Interaktiv: Wie Ebola zur größten Gefahr für Westafrika wurde

Eine interaktive Karte zeigt den Verlauf der Ebola-Epidemie. ©HealthMap.com
Eine interaktive Karte zeigt den Verlauf der Ebola-Epidemie. ©HealthMap.com

In Westafrika grassiert der größte Ebola-Ausbruch aller Zeiten. Die HealthMap zeigt die Entwicklung der vergangenen Monate. Sie wurde auf Grundlage der gemeldeten Krankheits- und Todesfälle der Weltgesundheitsorganisation WHO und verschiedener Gesundheitsbehörden erstellt – allerdings decken sich die dort verwendeten Zahlen nicht ganz mit denen der WHO.

Trotzdem gibt die Karte einen anschaulichen Überblick, wie sich die Seuche, gegen die es bis heute weder eine Impfung noch eine Therapie gibt, von Guinea über Sierra Leone und Liberia nach Nigeria ausgebreitet hat. Diese vier Staaten sind weiterhin am stärksten betroffen, aus anderen Ländern wurden nur Einzelfälle bekannt.

Etwas verwirrend: Die Karte zeigt auch Fälle aus der Demokratischen Republik Kongo an. Der dortige Ausbruch hat aber nichts mit dem in den anderen afrikanischen Staaten zu tun, der Ebola-Stamm im Kongo ist ein anderer. Die WHO führt die Zahlen aus Kongo gesondert auf. Genetische Analysen des dort isolierten Erregers haben bestätigt, dass der Ausbruch unabhängig von der westafrikanischen Epidemie ist.

Schaut man die HealthMap an, beginnt der Ausbruch zudem scheinbar erst im März 2014. In Wahrheit war das aber der Zeitpunkt, als die Öffentlichkeit davon erfuhr. In Wahrheit ging das Ebola-Virus da schon seit Dezember 2013 in Guinea um, wo es – vermutlich von einer Fledermaus – auf einen Zweijährigen übergesprungen war, der daraufhin starb. Behörden erkannten und meldeten erste Ebola-Fälle erst Wochen später. Der Junge gilt als Patient Null der jetzigen Ebola-Epidemie, der größten jemals.

Das Erbgut des Virus verrät seinen Weg

Anhand des Erbguts der bei Patienten isolierten Viren konnten Forscher den Weg des Erregers von dem Jungen über seine Schwester, die Mutter und die Großmutter verfolgen. Sie alle starben an der Infektion. Während der Beerdigung der Großmutter übertrug sich das Virus auf weitere Familienmitglieder, auch eine Krankenschwester erkrankte.

Von da an nahm die Epidemie ihren Lauf. Die Studie zu dieser frühen Phase der Ausbreitung ist im New England Journal of Medicine erschienen (Baize et al., 2014).

Alle aktuellen Berichte zum Ebola-Ausbruch auf ZEIT ONLINE finden Sie hier im Überblick. Die wichtigsten Fakten zu Ebola: hier.

 
Dagny Lüdemann

Der Klimawandel, betrachtet aus dem All

Der Yakutat-Gletscher im Südosten Alaskas. © Nasa Earth Observatory/R. Simmon/A. Voiland
Der Yakutat-Gletscher im Südosten Alaskas. © Nasa Earth Observatory/R. Simmon/A. Voiland

Hurrikane mit schwereren Folgen, abschmelzende Gletscher, extremere Dürren und Überschwemmungen – der Klimawandel wird weitreichende Folgen haben, prophezeien Wissenschaftler. Darüber, ob und wie sie sich noch eingrenzen lassen, diskutierten ab dem 23. September in New York Vertreter der Vereinten Nationen auf einem Sondergipfel in New York (Climate Summit 2014) – kein "echter" Klimagipfel, aber ein wichtiges Treffen außer der Reihe, auf dem die Weichen gestellt werden für die Klimakonferenzen in Lima (2014, COP 20) und Paris (2015, COP 21).

Passend dazu ein Fundstück aus dem Netz: Alaskas schwindender Yakutat-Gletscher, aufgenommen vom All aus.

Er zählt zu den am schnellsten schmelzenden Gletschern der Erde. Der Yakutat in Alaska. Innerhalb von 26 Jahren ist er um rund fünf Kilometer geschrumpft. (Trüssel et al., Journal of Glaciology, 2013)

Zwar stammt die Aufnahme, fotografiert von Bord eines Erdbeobachtungssatelliten der Landsat-Mission, schon aus dem vergangenen Jahr – doch die Botschaft ist hochaktuell: Schon heute sind Klimafolgen auf unserem Globus unübersehbar. Eine ganze Reihe von Bildern, die landschaftliche Veränderungen dokumentieren, zeigt die US-Weltraumbehörde Nasa auf einer eigenen Website.

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