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Stimmungskekse

 

Die Kaiser Chiefs aus Leeds spalten die Gemüter. Aber auch ihr zweites Album „Yours Truly, Angry Mob“ steckt voller Hits

Kaiser Chiefs

Die fünf Kaiser Chiefs kennen sich seit ihrer Schulzeit. Zehn Jahre lang waren sie als Musiker glücklos, schlugen sich mit anderer Arbeit durch. Aber sie glaubten an sich. Der Durchbruch kam im Jahr 2005. Seitdem haftet ihnen der unbedingte Erfolgswille als Makel an.

Im Kollegenkreis sind sie unbeliebt. Die Arctic Monkeys verbitten sich unter Androhung des sofortigen Ausstiegs aus dem Musikbusiness jeden Vergleich mit den Kaiser Chiefs: „Sie gehen einem auf den Keks“, befindet ihr Sänger Alex Turner. Für Liam Gallagher von Oasis sind sie „schlechte Blur“ mit einem Faible für Make-up. Sie nehmen es gelassen. Sänger Ricky Wilson erzählte kürzlich in einem Interview, er sei Gallagher zufällig begegnet und habe sich „am Ende fast entschuldigt: Tut mir leid, dass wir scheiße sind!“

In einem Geschäft, in dem die meisten Kollegen den Mund gar nicht weit genug aufreißen können, treten die Kaiser Chiefs kleinkotzig auf. Daheim im Pub erkennen selbst Fans sie nur, wenn sie als Gruppe in ihrer Band-Kleidung unterwegs sind. Und das, obwohl sich ihr erstes Album Employment bislang fast drei Millionen Mal verkaufte.

Ihr zweites Album Yours Truly, Angry Mob wird die Häme nicht verstummen lassen. Die Fünf machen einfach gestrickte, kraftvolle Lieder, verquer gesungene Texte zu treffend beobachteten, englischen Alltäglichkeiten, eingespielt mit mächtigen Gitarrenklängen, tönendem Falsetto-Hintergrund-Gesang und einer unbekümmerten Energie. Die Stimmung steckt an, ob man will oder nicht.

Etliche Hits sind dabei – ob das frischverliebte Ruby, mit dem die BBC vor einigen Tagen ihre Fußballsendung Match of the Day untermalte, die rotzig-selbstironische Hymne Highroyds oder die traurige Upbeat-Nummer Heat Dies Down. Die Kaiser Chiefs sind keine Neuerer und keine Revolutionäre, sie machen Party.

„Yours Truly, Angry Mob“ von den Kaiser Chiefs ist als CD und Doppel-LP erschienen bei B Unique Records/Universal

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus „Highroyds“

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