Das Musik-Blog zwischen Disko und Diskurs

Monsterbässe für die Suchmaschine

Von 2. April 2012 um 16:19 Uhr

Alex Clare gehört die umwerfende Stimme aus dem neuen Werbespot zum Internet Explorer. Da vibrieren die Kopfhörer. Ähm, tja, danke, Microsoft.

© Universal

Man ärgert sich doch immer wieder, wenn man auf die Marketingstricks der Großkonzerne reinfällt. Diesmal überwiegt die Freude. Es begann mit dem neuen Werbespot zu Microsofts Internet Explorer. Produkt egal, aber von wem ist die Musik?!

Die Suchmaschine der Konkurrenz hilft weiter: Alex Clare aus London singt Too Close. Nein, er shoutet sich die Seele aus über diesem wabernden Science-Fiction-Bass. Wenige Adjektive passen da so gut wie fett. Klingt ein bisschen wie Jamie Lidell in zornigen Zeiten.

Der Song ist in England schon im vergangenen Sommer auf Clares Debütalbum The Lateness of The Hour erschienen. Auch die anderen Stücke vibrieren vor gewaltigen Bässen: klarer, bisweilen fast poppiger Gesang auf düsterstem Fundament. Magnetisch. Und, achja, danke Microsoft.

Kategorien: Elektronika, Fundstücke, Pop
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wabernder Science-Fiction-Bass…
    ist ja nichts neues & ist insbesondere in U.K. schon jahrelang auf erfolgskurs. Nennt sich “DUBSTEP”

    • 3. April 2012 um 21:32 Uhr
    • Jaydndaydndee
  2. 2.

    @Jaydndaydndee: Das ist ungefähr so eine sinnvolle Aussage wie: “Oh, ein neues Buch von XY. Naja, das ist n altes Ding, nennt sich Literatur.” Es ging mir natürlich um die Musik und nicht um schlaubergerisches Einsortieren. Soweit ich weiß, ist Alex Clare noch nicht seit Jahren auf Erfolgskurs. Beste Grüße aus der Redaktion.

    • 4. April 2012 um 09:48 Uhr
    • Rabea Weihser
  3. 3.

    Vielen Dank Rabea Weihser! Dieser Beitrag ist echt FETT :)
    Sehr schön geschrieben.
    Punkt.

    • 5. April 2012 um 14:15 Uhr
    • Heinrich Lose
  4. 4.

    Düsterstes Fundament? Ich höre da nur eine maximal aufgeblasene und chartorientierte Popmusik. Ohne Charme, ohne Eigenwert – mit teilweise obszön simplen Texten. Die Melodien sind anbiedernd, das “Fundament” genau so “rund”, wie man es eben braucht, um bei den Durchschnittshörern zu landen.

    Kann die Einschätzung der Feuilleton-Redaktion hier absolut nicht nachvollziehen. Das hier ist Wegwerf-Musik & Dudelfunkquatsch.

    • 20. April 2012 um 12:47 Uhr
    • Markus
  5. 5.

    Es ist doch traurig zu sehen, dass es erst einer Suchmaschinen-Werbung bedarf, um Musik heutzutage ins Bewusstsein der Gesellschaft zu fördern. Schließlich ist der Song schon langer kalter Kaffee, den keiner zu schätzen wusste, als er im Frühjahr vergangenen Jahres auch hierzulande massiv aber erfolglos beworben wurde. Zurecht blieb der Song vorerst erfolglos, denn der vermeintliche “neue Superstar aus UK”, wie es damals hieß, war schon da Mainstream-Popstep der unterirdischsten Sorte. Doch wie leicht man doch wieder von Werbung zu ködern ist, zeigen sämtliche Playlisten-Ergebnisse der Radiosender, und Berichte in Print- und Online-Medien: das Volk will Alex Clare! Oder doch eher nur den Song aus der IE-Werbung…?

    • 24. April 2012 um 14:55 Uhr
    • Michael Richter
  6. Kommentar zum Thema

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