Der Urschrei kommt vom Halsschmerz

Auch Schrammeln muss man können! Je lauter und verquerer die Punkband Kitt Wolkenflitzer spielt, desto besser wird ihr ohnehin gutes Debütalbum Vom Aufstehen und Stehen bleiben.

© PR
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Was sind Punks heute doch für schlaue Kerle. Gründen ihre Bands nicht mehr aus Langeweile an Kunsthochschulen, in Klamottenläden oder auf Bauwagenplätzen, sondern nach dem Foucault-Seminar in der Mensa. Weiter„Der Urschrei kommt vom Halsschmerz“

 

Pop aus dem Spiegelkabinett

Dieter Sermeus alias The Go Find hüllt die Klänge der Achtziger in wunderbar entspannte Popsongs. „Brand New Love“ erzählt von seiner alten Liebe zu Eurythmics, Cocteau Twins und The Chills.

© Morr Music
Dieter Sermeus (unten links) und seine Mitmusiker von The Go Find (© Morr Music)

Alle drei Jahre veröffentlicht der Belgier Dieter Sermeus ein Album als The Go Find. Diese Sammlungen unscheinbarer Perlen erzählen meist einiges darüber, was sich im elektronischen Indiepop der vergangenen Jahre so getan hat. Weiter„Pop aus dem Spiegelkabinett“

 

Wehmut unterm Hut

Maxïmo Park sind wieder da. Hat sie jemand vermisst? Ihr neues Album „Too Much Information“ erfindet den Britpop nicht unbedingt neu, aber dreht zumindest an ein paar Reglern.

© Steve Gullick
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Frage in die Runde: Irgendwelche Erwartungen an das neue Maxïmo-Park-Album? Ach, die gibt’s noch? Weiter„Wehmut unterm Hut“

 

Fiese Bässe für fiese Bosse

Die Plattenfirma wollte es böse. Nun ist das vierte Album von M.I.A. erschienen und man weiß gar nicht, wann und wie man es hören soll. Soviel Krawall und vertonte Baustelle – eine Hommage an Berlin?

© Daniel Sannwald
© Daniel Sannwald

Voll! Auf! Die! Zwölf! M.I.A. ist wieder da, ihr viertes Album Matangi zerfetzt die Tieftöner und man steht mitten auf der Baustelle: Es dröhnt und scheppert, wummert und fiepst, rauscht und knarrt Weiter„Fiese Bässe für fiese Bosse“

 

Sein Lötstab ist erkaltet

Kieran Hebden alias Four Tet war bisher bekannt als Virtuose am elektronisch-organischen Schraubstock. Sein neues Album „Beautiful Rewind“ muss frühere Fans enttäuschen.

© PR
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Als die Musikkritik vor ein paar Jahren begann, vom Verlöten und Verschrauben zu wortmalen, und davon, dass man zu guter Tanzmusik auch mal einen Stolperer aufs Parkett zaubern dürfe, da war der Anlass sehr wahrscheinlich eine Platte des Briten Kieran Hebden Weiter„Sein Lötstab ist erkaltet“

 

Kandinsky im Klub

Der Herbst dräut, und hier ist die passende Musik zur Jahreszeit: Auf seinem dritten Album verdrahtet Trentemøller düstere Elektronika, mit Minimal und Rock.

© Alastair Philip Wiper
© Alastair Philip Wiper

Der Däne Anders Trentemøller ist der Wassily Kandinsky der Klubmusik. Wie abstrakte Gemälde komponiert er seine Stücke Weiter„Kandinsky im Klub“

 

Brian Molko schießt ein Tor

Vor 15 Jahren spielten Placebo in der Champions League des Alternative Rock. Zwischenzeitlich abgestiegen, gehen sie mit ihrem neuen Album in die Relegation.

© Joseph Llanes
© Joseph Llanes

Beim Fußball ist das so: Verlieren ist in Ordnung, solange die Mannschaft wenigstens ordentlich gekämpft hat. Wenn die ursprünglich blütenweißen Leibchen matschverziert und ausgefranst sind, Weiter„Brian Molko schießt ein Tor“

 

Groove mit Düsenantrieb

Knisternde Energie zwischen Synthie und Sampler: Das Duo Rocketnumbernine bringt Jazzolektrik zum Abheben. Auf den Punkt improvisiert und vibrierend vor Spielfreude.

© Rough Trade
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Rakete Nummer neun verlässt den Planeten Erde mit einem Groove. Der Flug ruckelt vor lauter Klanglöchern und Lärmturbulenzen. Aus den Antriebsdüsen dröhnen Jazz und Elektronik, im höllisch heißen Strahl verschmelzen sie zu neuer Energie. Weiter„Groove mit Düsenantrieb“