Ich glaub, mein Stein pfeift

Lithops ist das Soloprojekt des Klangtüftlers Jan St. Werner von Mouse On Mars. Die Musik auf seinem vierten Album „Mound Magnet“ klingt nach einer Mischung aus New York und Brasília, synthetisch und organisch zugleich

Cover Lithops

Brasília ist eine künstliche Stadt, Ende der fünfziger Jahre am Reißbrett der Stadtplaner entstanden. Ihre futuristische Architektur ist beeindruckend. Man stelle sich vor, in diese Künstlichkeit dringt das Gewusel des Kulturkochtopfs New York ein. Es entsteht eine Stadt, unter deren Oberfläche es brodelt und in der Gitarren durch U-Bahnschächte schallen. Die Häuserwände spiegeln und in die Gehsteige sind Sonnenreflektoren eingebaut. Die Stadt ist aufgeräumt, kann aber im Handumdrehen in Unordnung versetzt werden. Idyllisch ist sie nicht.

Wie klingt so was?

Vielleicht wie Mound Magnet von Lithops. Ihre Musik ist synthetisch, aber nicht künstlich. Sie atmet wie ein Organismus. Rastlos zieht sie mit uns um die Häuser. Was uns dort erwartet, wissen wir nicht. Wo gerade noch ein stehender Pfeifton Unbehagen verbreitete, da lüftet nun eine Polka unsere Ohren. Schließt man die Augen, vergisst man die Umgebung. Es passiert so viel. Klangschichten ziehen einen fort, jedes Geräusch birgt eine Melodie. Bei allem Ereignisreichtum wohnt der Musik eine Ruhe inne.

Wer einen Eindruck gewinnen möchte, der höre Vortext. Es ist ein erhabenes Stück Klang, es bildet das Zentrum des Albums. Sirenen treffen auf zerhackte Rhythmen, Klänge überlagern einander. Die Brutalität und die Schönheit der modernen Stadt werden hier eingefangen.

Lithops sind eine afrikanische Pflanzenart. Weil sie von Steinen kaum zu unterscheiden sind, werden sie auch Lebender Stein genannt. Lithops nennt der Düsseldorfer Musiker Jan St. Werner sein Solo-Projekt. Seine Band Mouse On Mars ist eine der bekanntesten Elektronik-Formationen aus Deutschland. Mit ihr hat er einen Stil geprägt, der auf Lebendigkeit setzt. Seine Soloarbeit ist sperriger. Steine wird Mound Magnet nicht zum Leben erwecken, aber die Synapsen werden tanzen.

„Mound Magnet“ von Lithops erscheint als CD bei Thrill Jockey

Hören Sie hier „Vortext“

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So für zwischendurch

Man muss nicht immer CDs hören! Wie wär’s mal mit einer Single? Die neuesten Klänge auf klitzekleinem Vinyl: „Breathes The Best“ von Populous

Cover Populous

Übergreifend nennt sich diese Rubrik Tonträger, durchaus mit Bedacht, denn heute ist eine Single dran. Ja, es gibt sie noch, die schwarzen Scheiben mit den mikroskopisch schlingernden Rillen. 45 Umdrehungen in der Minute auf einer maximalen Breite von sieben Zoll. Soeben erscheint bei Morr Music, dem Berliner Haus für Subtiles zwischen den Stilen, eine Minitrilogie von Populous.

Zwei Stücke auf der A-Seite sind kurz und kürzer, eins auf der B-Seite ist etwas länger. Zusammen werden es kaum zehn Minuten sein. Wer es genau wissen will, bemühe die Stoppuhr, denn kein Plattenspieler zeigt die Vinylzeit an. Eine Single hören heißt auflegen, hinsetzen, aufstehen, umdrehen, schon wieder aufstehen. Rechte Muße will nicht aufkommen; wer kauft sich denn sowas?

Dazu gleich mehr (Telefonanruf in Berlin: Recherche).

Zunächst zur Musik, zum Musiker. Der unaussprechliche und kaum weniger schwer zu schreibende Name Populous ist das Pseudonym eines Italieners von Mitte zwanzig, Andrea Mangia. Man darf ihn ausweislich zweier Alben zu den herausragenden Klangtüftlern Europas rechnen und also auch seines Heimatlandes, wobei uns gleich einfällt, dass selbiges zwar Adriano Celentano, Paolo Conte, Gianna Nannini, Lucio Dalla und andere Sangeskünstler (Caruso! Pavarotti! Bocelli!) hervorgebracht hat, jedoch keine international bekannten Löter und Schrauber nach Art von Kraftwerk oder Console.

England hat Autechre, Schottland hat Boards of Canada, Frankreich hat Air und Daft Punk, Portugal hat Rafael Toral, Wien hat Fennesz, Dresden hat Flim, Rostock hat Novisad, Chemnitz hat Raster-Noton und weiß der Tinnitus wen noch!

Italien hat bloß Populous. Seine Platten hat er in Deutschland herausgebracht, das sagt was über beide Länder und wie es um das Hören dort steht.

Populous ist der Maestro Rumoroso vom apulischen Stiefelabsatz aus Lecce, seine warmen Knack- und Knistertöne schichtet er zu einer appetitlichen Lasagne. Quipo hieß sein Debut 2002; eine Platte, die so zurückgelehnt war, dass sie heute noch auf dem Teller liegen kann.

Dann erschien Queue For Love, und nun ist er wieder im Studio gewesen, es kam aber nur wenig heraus, deshalb eine Single.

Die Musik? Elektronika, wortloser HipHop, Soul – wer kann das noch genau bestimmen. Nicht der Knaller schlechthin, aber sehr entspannt und aus dem Geist des Jetzt.

Der Musikverleger Thomas Morr in Berlin (ergibt das Telefonat) hat eine vor Jahren begründete Single-Reihe neu gestartet: „anost“ abbreviert er sie, „a number of small things“, „eine Reihe kleiner Dinge“ – Musik so für zwischendurch.

Die Platten sind liebevoll gehüllt in Arbeiten des Hamburger Gestalters Jan Kruse: Während digitale Speichermedien sich im Innern der EDV unsichtbar machen, stellen sie sich zur Schau.

500 Exemplare gibt es, sie mögen im Laden fünf, sechs Euro kosten; Sammler sind ganz wild danach, denn was weg ist, ist weg und nach gibt’s nichts. Sage einer, Tonträger hätten an Wert verloren, wenn nur von CDs die Rede ist!

Man kann Populous’ zweieinhalbte Platte (die ersten beiden gab es auf Vinyl und CD) als ein Zeichen seines Herannahens lesen: Im nächsten Jahr wird er nach Deutschland kommen und erstmals einige Konzerte geben.

Da gehen wir dann mal hin.

Die Vinyl-Single „Breathes The Best“ sowie die beiden Alben „Quipo“ und „Queue For Love“ von Populous sind erschienen bei Morr Music

Hören Sie hier „Bon Bon Pour Les Rappers“, das zweite Stück der A-Seite

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Da gerinnt die Milchschaumhaube

Den Namen sollte man sich merken, wenn man kann: Auf dem Weg ins Kaufhaus erledigte ich noch einen kleinen Hauskauf. Unter diesem Pseudonym veröffentlicht der Münchner Matthias Lehrberger Platten, die voller schöner Einfälle und Anspielungen stecken und irgendwo zwischen Jazz und Elektronika leben

Cover Kaufhaus

Mein erster Gedanke: „Hach, was für eine schöne Kaffeehausmusik!“ Ein jazziges Schlagzeug gibt ein lässiges Tempo vor, alle paar Takte schlendert ein Klöppel fünf Töne auf dem Vibrafon hinauf, nur der Synthesizer brazelt einen etwas unruhigen Klangteppich drunter. Im Hintergrund säuselt ein leiser Chor, der ganz bestimmt kein echter ist, sein „Aahhhh-aahhhh“. Dann ein Bruch und das ganze läuft aus in einem entspannten Blues-Standard. B—Werk heißt das erste Stück auf dem neuen Album des Ein-Mann-Projektes mit dem sperrigen Namen Auf dem Weg ins Kaufhaus erledigte ich noch einen kleinen Hauskauf. Dazu kann man sich den Cappuccino schmecken lassen, denke ich.

Doch dann. Je weiter ich in Zufall für alle eintauche, in desto weitere Ferne rücken die Assoziationen zu Kaffee und Kuchen in entspannter Atmosphäre. Mit jedem Stück, mit jedem Hören entstehen stattliche Wellen auf der anfangs so glatten Oberfläche, kleine Stürme sogar. Schon im zweiten, Moftal, stören ein regelmäßiges dumpfes Brummen – vielleicht ein Klangschnipsel aus einem Film von David Lynch – und ein warnend aufjaulendes Klavier die Unterhaltung und lassen die Milchschaumhaube gerinnen. Ab und an klingt ganz leise eine wunderschöne Melodie durch, sie wird aber immer wieder zerstückelt und wandelt sich schließlich in ein dumpfes Kreischen. Nur das Schlagzeug tut, als wäre nichts geschehen.

Bei Low——überleben mischen sich Weltraumklänge mit einer gedämpften Trompete, das Schlagzeug wird mal ein bisschen hektischer, gibt zusammen mit dem Kontrabass das Tempo vor. Das Stück ist beinahe purer Jazz, der Anteil elektronischer Instrumente nur noch gering. Nester beginnt als ein sphärisches Rauschen mit meditativen Synthesizer-Klängen. Nach und nach schleichen sich ein elektronisches Schlagzeug, ein Bass und eine Melodika ein und geben den Klängen einen Körper. Fast alle Stücke sind voller Brüche, keines hält für die gesamten vier, fünf Minuten eine Stimmung, ein Tempo. Immer wieder werden die Instrumente neu kombiniert. Die Stücke taumeln hin und her zwischen Elektronika, Jazz und Pop.

Zufall für alle ist das dritte Album des Münchner Kunststudenten Matthias Lehrberger unter dem Kaufhaus-Pseudonym. Er spielt alle Instrumente selbst, auf Gesang muss man verzichten, man vermisst ihn nicht. Erstmals gibt er den Stücken Namen, auf seinen ersten beiden Alben waren sie einfach durchnummeriert. Liebevoll kombiniert er unzählige kleine Einfälle und Anspielungen zu einem kreativen wie eklektischen Sammelsurium. In Nester ertönt irgendein Klang aus einem Gassenhauer aus den Achtzigern, am Ende von Low——überleben wird man von einem jazzigen Schlagzeugsolo überrascht. In Mikromies säuselt eine sanfte akustische Countrygitarre mal kurz hinein, Wachsein zitiert eine melancholische Trompetenmelodie aus einem düsteren französischen Polizeikrimi der achtziger Jahre. Die Melodika in Dear Existenz scheint aus einem argentinischen Tangosalon zu schallen.

Wenn es auch natürlich lustig wäre, ins Kaufhaus passt die Musik so ganz und gar nicht. Und im Unterschied zu zahllosen anderen Instrumentalmusiken bietet sich diese auch kaum für Filme an. Es ist keine Musik, die begleitet, sondern Musik, die sich mit einem ganz eigenen Körper vor einem aufbaut. Man kann das ganze Album irgendwie als Collage enttarnen, in seine Einzelteile auseinander nehmen und an seinen Brüchen teilen. Man kann es aber mindestens genauso gut mit weit geöffneten Ohren von vorne bis hinten durchhören, als eine mutige, experimentierfreudige Spielart von Popmusik.

Vielleicht ist das ja doch die perfekte Musik für’s Kaffeehaus. Und ich habe nur das Richtige noch nicht gefunden.

„Zufall für alle“ von Auf dem Weg ins Kaufhaus erledigte ich noch einen kleinen Hauskauf ist als CD erschienen bei Schinderwies Productions und im Vertrieb von Broken Silence. Erhältlich ist sie auch bei Finetunes

Hören Sie hier „B—Werk“

Lesen Sie hier ein Portrait der Regensburger Plattenfirma Schinderwies Productions

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Keine Lust auf den Schwitzboden

Das Kammerflimmer Kollektief ließ sein Album „Absencen“ von neun Remixern durch den Wolf drehen. Herausgekommen ist ein überraschend ideenreicher Mix aus Jazz und Elektronik

Cover Kammerflimmer Kollektief

Mit Remixen ist das so eine Sache. Meist sollen sie in den Clubs neue Käuferschichten erschließen. Oder als Bonbon für Fans den Verkauf einer Single anregen. Die Ergebnisse sind meist allenfalls leidlich originell. Immer wieder aber gibt es Ausnahmen, Neubearbeitungen von Stücken, die diesen etwas neues abgewinnen. Die mehr sind, als die Abkürzung von der Hitparade in den Club.

Neun Remixer nahmen nun das Album Absencen des Kammerflimmer Kollektiefs auseinander und setzten es neu zusammen. Und hier gehen die Stücke einen weiten Weg. Absencen erschien 2005 und war eine vielgestaltige, schimmernde Mischung aus sphärischer Elektronik und hektisch improvisiertem Jazz. Ganz wunderbar, so poetisch und vibrierend. Eine lebendige Platte, die sich mit jedem Hören weiter öffnete, immer ein kleines bisschen mehr von sich preisgab, aber bis heute nicht gefällig wurde. „Ein stilles Implodieren und kreischendes Hauchen, ein nachhallender Aufschrei des Free Jazz belästigen den Wohnzimmerklang, ein Versuch, die Schönheit zum Leuchten zu bringen, in dem sie zart zerstört wird!“ schrieb Konrad Heidkamp in der ZEIT über Absencen.

Die vom Kammerflimmer Kollektief engagierten Remixer stammen allesamt aus dem Elektronikbereich. Dennoch versuchen die meisten gar nicht erst, die Auftraggeber in den Tanzclub auszuführen. Harmonium und Altsaxophon, Vibraphon und Klarinette treten zwar in den Hintergrund, sämtliche Remixer holen die Stücke weiter in die Elektronik. Doch die Überraschung gelingt: es schadet nicht, dass die ursprüngliche Ausgeglichenheit zwischen Akustik und Elektronik aus dem Gleichgewicht kommt und Grundierung und Figuren plötzlich trennbar erscheinen.

David Last macht aus dem im Original kaum anderthalb Minuten langen Matt eine düster schwebende Dub-Nummer. Das ruhige, optimistische Nach dem Regen wird bei Aoki Takamasa zu einem hektischen Geplatter, einem sommerlichen Wolkenbruch. Am stärksten ist die Platte dort, wo ganz auf einen durchgängigen, dominanten Rhythmus verzichtet wird. Unter Jan Jelineks Fingern wächst Unstet zu einem bebenden, drängenden Monstrum. Hans Appelqvist macht aus Shibboleth mit Hilfe einer akustischen Gitarre und einer lustigen Tröte eine originelle kleine Popnummer. Und bei Nachtwache von Lump200 treten plötzlich Instrumente und Klänge in den Vordergrund, die man im Original einfach überhört hat. Knarzige, kaputte Schlagzeugklänge und ein ganz simples Keyboard-Muster brechen die ursprüngliche Struktur vollkommen auf, lassen neue Verbindungen entstehen. Das Stück wabert um ein ganz neues Zentrum.

Zwei Remixer zerren ein bisschen zu ideenlos am Original. Secondos Version von Unstet ist stumpf geraten, von der ursprünglichen Spannung bleibt nicht viel erhalten. Sutekh mischt mehrere Stücke erst originell zusammen zu seinem Absencen, macht dann aber den Fehler, das ganze zu einer langweiligen Tanznummer aufzumotzen.

Gerade im Kontrast wird klar: Die Stücke brauchen keinen neuen Beat, sie wollen gar nicht eingefangen werden. Und in den Club wollen sie schon gar nicht.

„Remixed“ und „Absencen“ vom Kammerflimmer Kollektief sind erschienen bei Staubgold

Hören Sie hier „Nachtwache“ von Lump200 und zum Vergleich das Original „Nachtwache, 15. September“ vom Kammerflimmer Kollektief

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Fjordlos glücklich

Was tun ein Meister des Krachs und eine Vokalakrobatin, wenn sie eine Platte aufnehmen? Sie spielen Balladen! Haha. Was wie ein abgestandener Witz klingt, ist die Geschichte von „Ballads“ der Norweger John Hegre und Maja Ratkje

Cover Hegre

Es gibt Folkballaden, Jazzballaden, Pop- und Rockballaden – warum soll es also keine Geräuschballaden geben? Ballads, das neue Album der Norweger John Hegre und Maja Ratkje könnte dieses neue Genre ins Leben rufen. Statt rührseliger Schnulzen und Zuckerschmalz hören wir Atonales: Scharren, Klacken, Sirren und Quietschen. Ein klassischer Fall von Geräuschmusik.

Was ist hier los? Führen uns die Norweger etwa auf einen Irrweg, an dessen Ende sie uns auslachen werden? Nein, Sie können die Juxkappe ruhig wieder weglegen, denn es ist eine ganz und gar ernst gemeinte Platte, eine hervorragende dazu. Zwar bewegt sie sich am äußersten Rand dessen, was man überhaupt noch Musik nennt, doch spürt man die Emotionalität, die Sentimentalität eines echten Balladenalbums.

Die Klänge nähern sich einem, sie sind trocken und real. Ratkje und Hegre kommen ohne die verhallte Walgesangs-Ästhetik aus, die so viele norwegische Produktionen beherrscht. Die Nüchternheit macht Ballads romantisch. Ich bin fjordlos glücklich vor Entzückung!

Zu Beginn Autumn Leaves: Ein Klassiker des Balladengenres, aber was wir hören, erinnert nicht im Entferntesten an das Original. Entweder haben sie dieses Stück skelettiert, oder sie haben eine eigene Komposition mit dem gleichen Namen versehen. Es ist egal, denn es geht um Atmosphäre, nicht um Erfüllung technischer Standards. Die Stille dominiert von Beginn an, das Album atmet und ermöglicht intime Momente.

Geräuschmusik funktioniert am besten, wenn sie ihren Kontext zeigt. Wenn der Klang Teil einer Geschichte wird und nicht als Objekt für sich allein steht. Hegre und Ratkje schaffen sich so einen Raum, in dem sie über sich selbst hinauswachsen. Ballads erinnert an ein verlassenes Segelschiff im Wind, dessen morsches Holz ein Lied vom Verfall knirscht.

John Hegre ist eine der umtriebigsten Gestalten der norwegischen Geräuschmusikszene. Er kommt aus dem Metal, und seine Stärke ist die Musikalität, die er selbst harschestem Krach verleiht. Maja Ratkje entstammt der musikalischen Nachbarschaft und hat sich als Komponistin und Vokalakrobatin einen Namen gemacht.

Bei Ballads hebt sie nur einmal ihre Stimme. Hammock Moods deutet Melodie an, stolpert immer wieder und ebnet den Weg aus dem Traum zurück in die Realität. Ein außergewöhnliches Stück Musik als Finale eines Albums, das Genrebegriffe überstrahlt.

„Ballads“ von John Hegre und Maja Ratkje ist als CD erschienen bei Dekorder/A-Musik

Hören Sie hier „Autumn Leaves“

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Im Unterholz der Wiederholung

Aosuke spielen Ambient-Musik, nun, das tun viele. Aber die beiden Hamburger verlassen sich ganz auf analoge Gerätschaften. Auf „Monotone Spirits“ führen sie das Maschinelle ins Entrückte.

Cover Aosuke

Erinnern Sie sich an die Fliege, die in Sergio Leones Film Spiel mir das Lied vom Tod um den Kopf des alsbald erschossenen Bösewichts schwirrt? Minutenlang surrt sie penetrant durch die Szene des Wartens auf den Showdown. Aus Banalem generiert Leone eine der spannungsreichsten Szenen der Filmgeschichte. Ein Detail gewinnt durch Bedächtigkeit und Fokussierung an Gewicht. Solche Filme dreht heute niemand mehr.

Auch die Band Aosuke kommt mit wenigen Ereignissen aus. Behutsam betritt das Hamburger Duo einen Wald, dessen Attraktionen im tiefen Dickicht versteckt sind. Sie schaffen eine Musik, die man heutzutage eigentlich gar nicht mehr macht und füllen sie mit Leben. Im Zeitalter des Digitalen verlassen sie sich ganz auf analoge Gerätschaften.

Monotone Spirits heißt das Album und der Name drückt die Widersprüchlichkeit aus, die in ihm steckt. Maschinell-monoton trifft auf übersinnlich-entrückt. Durch die Wiederholung bilden sich einzelne Facetten immer stärker heraus. Innere Stimmen treten hervor und neue Wege öffnen sich. Bei Aosuke ist die Monotonie spannend. Motive zirkulieren und es flirrt und flimmert von rechts und links. Der Aufbau ist bedächtig, lässt Raum für Assoziation. Die Musik bleibt neutral. Weder Wehmut noch Fröhlichkeit deuten sich an. Als Hörer scheint man ganz sich selbst überlassen, denn es wird nicht gelenkt.

Man kann die Platte im Hintergrund laufen lassen, sie ist so angenehm, wohlig und subtil, dass sie sich scheinbar jeder Situation anzupassen weiß. Es klingt fast so, als wolle sie unsere Aufmerksamkeit schweifen lassen und uns in eine traumähnliche Szenerie entführen. Die Zeit steht still, während sich Minimalereignis auf Minimalereignis schichtet. Eben so langsam wie die Filme, die heute nicht mehr gemacht werden.

Diese Platte hat etwas über die Musik Hinausweisendes. Sie drängt sich nicht auf, aber wenn man sie hört, kann man sich leicht in ihr verlieren.

„Monotone Spirits“ von Aosuke ist als CD und LP erschienen bei Audiolith/Meudiademorte, vertrieben wird sie von Broken Silence

Hören Sie hier „Monotone Spirits“

Bei myspace kann man sich weitere Stücke anhören

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Nur ein Geist

Rhythmen und Songstrukturen verblassen auf dem neuen Album von Phantom Ghost. „Three“ klingt wie ein mysteriöses Hörspiel aus Wandergitarre, Vogelstimmen und Klavier

Cover PhantomGhost

Kann sich noch jemand an jene lehrreichen Tonkassettchen erinnern, auf denen die Gesänge einheimischer Vogelarten erklärt werden? Da piepst und zwitschert es in den schönsten Koloraturen durch Felder und Auen, alles klingt so räumlich, als stünde man selbst mitten im Wald. Und dann kommt die tiefe Stimme eines Sprechers, des allwissenden Kenners und Lehrmeisters, er spricht laut und überdeutlich kurze Sätze wie „Tannenmeise – Balzruf“ oder „Zilp Zalp – Bettelruf des Jungvogels“ in die Leere zwischen den Tonspuren. Eine wunderhübsche, aber vermutlich inzwischen ausgestorbene Form musikpädagogischer Naturkunde.

Ein ähnlich sonores Organ wie ein Vogelstimmenkommentator hat Dirk von Lowtzow, Sänger und Gitarrist der Band Tocotronic. Stärker als im Rockvierer kommt es zum Tragen, wenn von Lowtzow mit seinem Hamburger Kollegen Thies Mynther, Soundprogrammierer und Teufelskeyboarder bei Stella und Superpunk, Musik macht. Als Phantom Ghost kreierten die beiden, ganz nebenbei und ursprünglich nur als Feierabendprojekt begonnen, eine Art elektronisch gestützten, elegant groovenden Bänkelsang. Über zwei Platten entwickelten sich von der Cohen-Coverversion bis zum Elektro-Chanson tanztaugliche Kunstlieder, wenngleich der sehr entspannte House-Beat und die anspielungsreiche Lyrik im Clubkontext doch etwas fremdelten.

Zurück zum Wesentlichen, dachten sich da wohl Phantom Ghost, und lassen auf ihrer dritten Platte Three Geister und Dämonen ohne Körper tanzen, zu sich auflösenden Rhythmen, durch ein mysteriöses Hörspiel aus Wandergitarre, Vogelstimmen und Klavier. Dreimal schwarzer Kater, weg ist die Bassdrum! Hexenkult und Magie bei musikalisch fast angehaltenem Atem, eine dunkle Gegenwelt zur hellen Aufregung und dem kollektiven Hyperventilieren im Fußball-Sommer, zu den knallbunten Bildern einer Völkerverständigung per eingetragenem Warenzeichen.

Auf dem Cover verschwindet die Schrift vor dem Hintergrund eines tintenschwarz überfärbten Kattuns und die Songstrukturen verblassen zum dünnen Spukgespenst. Am Anfang des ersten Stückes Tannis Root hört man nichts als das Knistern von Holzfeuer. Ein paar Gitarrensaiten werden selbstvergessen angeschlagen, Krähen schreien. Die Geschichte, die Dirk von Lowtzow dazu mit Gastsängerin Michaela Meise auf Englisch vorträgt, erinnert an den Film Rosemary‘s Baby und verschwimmt in einer anderen, unbekannten Geschichte über Praktiken der Teufelsanrufung.

Eine Mystikschmonzette? So nah einem das schöne Gruseln auch rückt, das Kunstliedhafte bleibt offenkundig. Die Naturgeräusche hat Thies Mynther dann doch nicht persönlich auf dem Blocksberg mit dem Mikro eingefangen, es sind elektronisch eingebrachte „Elemente dritter Ordnung“, wie er es nennt. In das leise Zirpen der Wildvögel hinein ertönt die entscheidende Refrainzeile des zweiten Songs: „Relax, it‘s only a ghost“. Der Geist wiegt sich zu einer etwas flotteren Melodie im Schatten eines freundlichen Pluckerrhythmus und lehrt mit von Lowtzows nebliger Samtstimme, dass es in Wirklichkeit das allseits sauber Durchdachte in der Popmusik ist, das es zu fürchten gilt.

Wie tröstlich erscheinen da ein paar Klischees des Düsteren und Abwegigen, akzentuiert von Mynthers psychedelischen E-Piano-Tupfern und im Zauberwald verhallenden Keyboardmotiven, der modernen Variante einer Drehorgelbegleitung. Der Folk zeigt hier sein zweites Gesicht, und es heißt Black Metal, aber geschminkt ist es mit klanglichen Mitteln subtilster Schönheit, und das ist das Großartige. Ob eine zart aufsteigende Lalala-Hymne in der Buffy-Reminiszenz Willow, oder das eines Scott Walkers würdige Drama Far From The Madding Crown, das Geistergeraune von Phantom Ghost gibt der urbanen Popballade ein wenig Geheimnis zurück.

Es ist überliefert, dass die Bänkelsänger vergangener Jahrhunderte manchmal mit Absicht undeutlich sangen, um den Verkauf von mitgeführter ergänzender Literatur anzukurbeln. Geheimnis und Verklärung, der Verweis auf Bedeutungszusammenhänge außerhalb des Werkes, sind als Kulturpraxis mithin so alt, wie das Kunstlied selbst. Sie immer wieder neu zu erfinden ist aus heutiger Sicht vielleicht ein elitärer Luxus, um den sich Phantom Ghost jedoch auf herzerwärmende Weise verdient machen.

„Three“ von Phantom Ghost ist als LP und CD erschienen bei Lado.

Hören Sie hier „Relax It’s Only A Ghost“und „Far From The Madding Crown“

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Batteriebetriebene Melancholie

Der amerikanische Klangtüftler Owen Ashworth alias Casiotone For The Painfully Alone galt bisher als Meister minimalistischer Weisen. Sein neues, viertes Album „Etiquette“ überrascht dagegen mit Opulenz

Cover Casiotone

Owen Ashworth aus Chicago, Illinois ist kein Mann, der irgendwo auf der Welt als Popstar durchgehen würde. Die paar Pfunde zu viel, die er auf den Hüften trägt, der Vollbart, die Brille und seine Unsicherheiten machen ihn auch optisch zu einem etwas verschrobenen Heimwerker tieftrauriger Weisen. Jeder, der ihn einmal auf der Bühne gesehen hat, wird das bestätigen.

Mit seinem Projekt Casiotone For The Painfully Alone beglückt er seit ein paar Jahren Freunde spartanischer Lieder. Der Name seines Projekts ist Programm. Ein batteriebetriebenes Mini-Keyboard der Marke Casio, holprige, vorprogrammierte Rhythmen und fein gearbeitete Texte steckten das künstlerische Feld ab. Dazu verhandelt er all die Miseren der Liebe und des Lebens. Die Seele der Stücke liegt in seiner Stimme. Traurig und intim klingt das, was er in seinen Mehrspur-Rekorder diktiert. Die Platten dazu heißen Answering Machine Music (Anrufbeantworter-Musik), Pocket Symphonies For Lonesome Subway Cars (Taschen-Sinfonien für einsame U-Bahn-Waggons) oder ganz aktuell: Etiquette.

Der Minimalismus der vorangegangen Platten ist auf dem neuen Tonträger etwas aufgeweicht worden: Etiquette ist Casiotone For The Painfully Alone in Cinemascope. Streicher, Piano, Orgel und Schlagzeug ergänzen das eng gezogene Korsett der Anfänge. Nashville Parthenon ist ein Country-Song im Elektronik-Gewand, Cold White Christmas träumt zu einer heimeligen Orgel von fernen Weihnachtsabenden, während der Blick nach draußen auf kahle Winterbäume fällt. Den Stücken tut die neu gewonnene musikalische Opulenz gut.

Auf der Bühne wird alles wieder zurückgeführt auf mehrere analoge Keyboards, Sequenzer und Stimme. Owen Ashworth ist kein Entertainer, er wirkt fast unfreiwillig ins Rampenlicht gezerrt. Die Füße, die schräg zum Publikum positioniert sind, der scheue Blick und die kurzen Ansagen sprechen Bände. Da steht einer auf der Bühne, der wundervolle Stücke schreibt, diesen aber lieber im Heimstudio den nötigen Schliff verpasst, als vor gierigen Blicken.

Ein Konzert wird so zu einer Erfahrung von Einsamkeit. Die Melancholie, die Vereinzelung, die Stücke mit Titeln wie I Should Have Kissed You When I Had A Chance, Tonight Was A Disaster oder Don’t They Have Payphones Where You Were Last Night durchwehen, wirkt nicht aufgesetzt, sondern authentisch. Das Leben verdichtet sich darin zu dreiminütigen, analogen Songminiaturen. Von der wahren Liebe, die so schwer zu finden ist, erzählt er, von dem schalen Geschmack nach einem One-Night-Stand am Neujahrsmorgen, von einem Schutzschild, der ihn vom wirklichen Leben trennt. Ob es sein eigenes Leben ist, von dem er unter dem Mantel fremder Geschichten berichtet? Man muss es fast glauben.

Bei seinen Konzerten spielt er manchmal ganz zum Schluss, als Zugabe, eine vollkommen zerhackte Version von Paul Simons Graceland. „Die Liebe zu verlieren“, heißt es darin, „gleicht einem Fenster in deinem Herzen. Jeder sieht, dass es dich umhaut, jeder spürt den Wind.“ Owen Ashworth trotzt diesem Wind: mit der Energie von drei Mignon-Batterien, einem kleinen, handlichen Keyboard und den wundervollen Songs seines Albums Etiquette.

Etiquette von Casiotone For The Painfully Alone ist als LP und CD erschienen bei Tomlab.

Hören Sie hier „New Year’s Kiss“

Weitere Stücke können Sie auf seiner Website hören

 

Wenn eine eine Reise tut

Die Berlinerin Barbara Morgenstern flog mit Goethe um die Welt. Auf „The Grass Is Always Greener“ lässt sie das Erlebte nachklingen

The Grass Is Always Greener

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“, heißt es in Matthias Claudius‘ Urians Reise um die Welt. Barbara Morgenstern tat eine Reise. Gemeinsam mit dem Berliner Schmachtmusiker Maximilian Hecker umrundete sie im Auftrag des Goethe-Instituts den Globus. Und erzählt nun auf The Grass Is Always Greener von der Reise und dem Reisen.

Der Albumtitel spielt an auf eine dem Fernweh innewohnende Paradoxie. „The Grass Is Always Greener On The Other Side“, lautet das Sprichwort vollständig: Am schönsten ist es immer dort, wo man gerade nicht ist. Bereits im Titelsong versucht sich Barbara Morgenstern an einer Antwort, die gleichermaßen paradox ist: „Ich seh ein und gesteh, the grass is not greener“ heißt es da. Und, später, im Stück Polar: „Heimweh und Überdruss, wie der Stein und der Fluss, reiben sich zu Sand entzwei.“ Sie schlägt einen Bogen über alle Kontinente, singt von Briefen und den Träumen Hollywoods, dem Glück und der Vergänglichkeit und fragt sich, weshalb blonde Frauen und McDonalds weltweit so hoch im Kurs stehen. Das klingt naiv, aber gar nicht banal.

Die Orte ihrer Reise sind austauschbar, sie sind vor allem Anlass zur Reflexion über das Unterwegssein, das Sein überhaupt. So gelingt ihr das Kunststück, als eine deutsche Kulturbotschafterin um die Welt zu reisen, diese Welt aber nicht in den üblichen Begriffen der Kultur zu fassen. Es geht ihr nicht darum, herauszufinden, wie die Menschen in Amerika, Asien und Afrika sind, sie fragt sich alleine, was das Reisen, das Sein in der Fremde mit ihr anstellt. „Was man sieht, was man spürt, das was mich tief berührt, geht weit über mich hinaus, und die Antwort bleibt noch aus.“

So erscheint das titelgebende Sprichwort am Ende ganz absichtlich verkürzt. Das Gras ist grüner weder hier noch da, sondern überall. Schön ist’s eben auf der ganzen Welt. Bei Matthias Claudius heißt es schließlich „Und fand es überall wie hier, fand überall ’n Sparren, die Menschen grade so wie wir, und eben solche Narren.“ Barbara Morgenstern singt „Und der Wind weht überall gleich, weltweit löst die Nacht zum Schluss den Tag ab.“ So einfach ist das.

Es ist nicht Zynismus, der sie leitet. Eher schon Euphorie. Nicht zuletzt die Musik auf dem neuen Album beweist das, sie ist vielfältiger und ideenreicher als je zuvor. Feinsinnig und spielerisch setzt sie ihre Instrumente ein. Elektronische Klänge und Klaviertöne umgarnen ihre Stimme. Ab und an streut sie hypnotisierende Gitarrenmuster ein und das Schlagzeug ersetzt den Drumcomputer.

The Grass Is Always Greener ist eine Platte, die mit jedem Hören ergreifender wird. Eine Platte für den Kopf, den Bauch, die Ohren und die Beine. Und die aufs Reisen genauso Lust macht wie auf das Zuhausebleiben.

„The Grass Is Always Greener“ von Barbara Morgenstern ist auf LP und CD erschienen bei Monika und erhältlich unter anderem bei Hausmusik. Barbara Morgenstern live zu sehen ist ein Erlebnis, die Termine ihrer aktuellen Tour finden sich auf ihrer Website.

Hören Sie hier Alles was lebt bewegt sich