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Schüttel das, schüttel das, schüttel das

„The New Classic“, das Debüt der australischen Rapperin Iggy Azalea wäre gerne ein Klassikeralbum. Stattdessen ist es einfallslos, ohne Witz und obendrein ein Ärgernis.

© EMI/Universal
© EMI/Universal

Nur wenige Künstler haben es geschafft, Alben aufzunehmen, die sich auch noch Dekaden nach ihrer Veröffentlichung den Status als einflussreiche Meilensteine bewahrt haben. Platten von David Bowie, von Michael Jackson, Nas oder Jay Z. Im HipHop ist es gerne auch mal so, das Künstler gerne schon vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums herumposaunen, einen unabdingbaren Klassiker aufgenommen zu haben. Weiter„Schüttel das, schüttel das, schüttel das“

 

Neon-Hip-Hop vom Flohmarkt

Vor der Veröffentlichung ihres Debüts galt die Rapperin Dena aus Berlin als nächstes großes Ding. Jetzt ist „Flash“ erschienen und so hohl, dass es gern wieder verschwinden darf.

© Zelinda Zanichelli
© Zelinda Zanichelli

Im Sommer 2012 hatten wir noch Spaß mit ihr: Da bouncte die aus Bulgarien nach Berlin gezogene Dena im Video zu Cash, Diamond Rings, Swimming Pools im übergroßen Neon-Sweatshirt Weiter„Neon-Hip-Hop vom Flohmarkt“

 

Dudelsäcke und Beats

Ein Trio aus Edinburgh zeigt den sanften US-Rappern, was eine Harke ist: Die Young Fathers bringen dem Hip-Hop popmusikalische Vielfalt bei. Da muss man zuhören.

© Big Dada
© Big Dada

Allein die Geschichte der Young Fathers weist große Straßenglaubwürdigkeit auf: Alloysious Massaquoi kommt aus Liberia, Kayus Bankoles Eltern stammen aus Nigeria, ‚G‘ Hastings ist aus Edinburgh, wo inzwischen alle drei leben. Weiter„Dudelsäcke und Beats“

 

Grinsen im Reimgewitter

Schon jetzt das beste Hip-Hop-Album des Jahres? Die Rapper Killer Mike und El-P haben sich als Run The Jewels zusammengetan und zeigen, wie heiter schlechte Laune sein kann.

© Big Dada
© Big Dada

So sehr sich Bertolt Brecht auch der Sprache verpflichtet fühlte – mit Sprechgesang hatte er nach allen vorliegenden Erkenntnissen nichts am Hut. Weiter„Grinsen im Reimgewitter“

 

Sprachlose Wortgewalt

Nahezu tragisch: Die beste junge Rapperin der Welt hat nichts zu sagen. Zwar zwang Angel Haze ihre Plattenfirma in die Knie, aber ihr Debütalbum „Dirty Gold“ geht kaum hinaus über Sportartikelwerbung.

© Mathieu Young
© Mathieu Young

Ginge es nach Universal Music, erschiene dieser Text erst in drei Monaten. Die Veröffentlichung von Angel Hazes Debütalbum Dirty Gold war für Mitte März angesetzt, die Rapperin aus Brooklyn aber durchkreuzte den Plan Weiter„Sprachlose Wortgewalt“

 

Reime aus der Giftgrube

Frustrierend, kompliziert, bisweilen faszinierend: Selten erscheinen Künstler und Werk so deckungsgleich wie Eminem und sein neues Album „The Marshall Mathers LP 2“.

© Universal Music
© Universal Music

Seit ihrer Veröffentlichung vor 13 Jahren führt The Marshall Mathers LP ein profitables Eigenleben. 21 Millionen Mal hat sich das dritte Eminem-Album bisher verkauft. Weiter„Reime aus der Giftgrube“

 

Die MS Pophop ist zurück im Fahrwasser

Dank Cro können sich Fettes Brot wieder entspannen. Sie sind nicht mehr allein mit ihrem sorglosen Mittelstandsrap. Dem neuen Album „3 is ne Party“ tut das sehr gut.

© Jens Herrndorff
© Jens Herrndorff

Fettes Brot, schrieb die Süddeutsche Zeitung vor Kurzem, seien viele Jahre lang ein Musterbeispiel „für den bildungsbürgerlich geprägten, vermeintlich harmlosen Deutschrap der Neunzigerjahre“ gewesen. Weiter„Die MS Pophop ist zurück im Fahrwasser“

 

Wellness klang mal richtig aufregend

Nightmares On Wax und ihr Label Warp Records haben Popgeschichte geschrieben. Angesichts ihres neuen Albums kann man sich gar nicht vorstellen, dass dieser Sound mal revolutionär war.

© Warp
© Warp

Sanft pluckern die Beats, angenehm massiert der Bass den Bauch, entspannt schmeicheln die Stimmen. Ja, es ist kaum zu fassen, aber Nightmares On Wax waren mal nicht nur angesagt, sondern der heißeste Scheiß im Universum. Weiter„Wellness klang mal richtig aufregend“

 

Man möchte ihm unentwegt zuhören

Noch ein junger Pop-Rapper im Gefolge von Casper und Cro: Muso nutzt den Reim nicht akrobatisch, sondern dramaturgisch. Vielleicht ist das die neue deutsche Hip-Hop-Schule.

© Patrick Herzog
© Patrick Herzog

Dem deutschen Hip-Hop, im öffentlichen Empfinden allzu lange auf Spaßrap von Fanta 4 bis Fettes Brot festgelegt, kann man eines sicherlich nicht nachsagen: dass er so stillstehe, wie der amerikanische bisweilen den Anschein erweckt. Weiter„Man möchte ihm unentwegt zuhören“