Wayne Shorter kehrt nach 40 Jahren zurück zu Blue Note. Auf dem neuen Album zeigt sein Quartett, wie man sich frei und harmonisch zugleich durch die Welt des aktuellen Jazz bewegt.

© Robert Ashcroft
Endlich ist er zurück, der verlorene Sohn, zurück nach 40 Jahren. Aus der Sicht von Blue Note, dem legendären Label, mit dem die beiden deutsch-jüdischen Migranten Francis Wolff und Alfred Lion dem modernen Jazz eine äußere Gestalt gaben Weiter…
Früher Heavy Metal, dann Chansons, jetzt Bastler: Eivind Aarset ist ein Jazzgitarrist, dem das Vorpreschen fremd ist. Seelenruhig fummelt er an jedem einzelnen Ton.

© eivindaarset.com
Er ist keiner von den Musikern, die sich nur kurz räuspern, und schon haben sie ihr Publikum am Haken. Keiner von den breitbeinigen Gitarristen, die einfach losbratzen. Das Platzhirschige, Vorpreschende ist Eivind Aarset fremd Weiter…
Ja, sowas Gips: Der Pianist Nils Frahm brach sich den Daumen und spielte trotzdem weiter. Sein Album “Screws” erzählt vom fragilen Glück des Augenblicks.

© Erased Tapes
So simpel ist das manchmal: ein Mann, ein Instrument und eine Lebenskrise. Und das Ergebnis ist Musik, die berührender kaum sein könnte. Weiter…
Die 28-jährige Monika Roscher aus Franken spielt großartige Pink-Floyd-Gitarrensoli. Aber noch besser ist ihr neues Big-Band-Projekt.

© Kerkau Promotion
Die wirklich praktischen, erhellenden, also zielführenden Begriffe fortgeschrittener Musikanalyse, sie stehen einfach nicht im Duden. “Frickelig” etwa zur Beschreibung komplexer Verschachtelung digitaler Klangelemente. Weiter…
Akustikfunk? Kammermusiktantra? Intensität ohne Worte: Der Schweizer Pianist Nik Bärtsch schart vier Samurai um sich und dringt mit ihnen vor ins Gelände der Entrückung.

© Martin Möll/ECM
Dunkel schälen sich Nik Bärtsch und seine Männer aus dem Schatten der Bühne. Sie reden nicht. Sie spielen weder ohrenbetäubend laut noch rasend schnell. Jeder im Saal soll alles hören können Weiter…
Das Leben nach Steely Dan: Der 64-jährige Donald Fagen zeigt auf seinem vierten Soloalbum, warum sein Jazzpop so perfekt ins Manufactum-Regal passt.

© Warner Music Group
Möchte man sich einen Rockmusiker als Sleeper vorstellen? Also jenes von der Tonträgerindustrie schwer erreichbare Wesen, das weder Zeit hat noch Lust verspürt, aktuelle Veröffentlichungen käuflich zu erwerben? Weiter…
Mit seinem poporientierten Jazz hat der Schwede Jacob Karlzon schon die Spitze der Charts erreicht. Bis zur Qualität des Svensson-Trios fehlt aber noch ein Stück.

© Grosse Geldermann
Es soll Leute geben, die vergleichen den Klang von Jacob Karlzon und seinem Trio mit Rammstein. Der Pianist sagt laut Plattenfirma, er nehme das “als Kompliment”. Weiter…
Mit seinen Saxofonen und digitaler Hilfe schlägt sich John Surman durch Englands Moore und Moose. Das Album “Saltash Bells” ist ein Schichtwerk aus Atem und Klang.

© Erik Fuglseth
Sonnenschimmer auf den sanften Hügeln Südwestenglands. Nebel über Dartmoor, der kargen Moorlandschaft, wo die Bestie der Baskervilles bellt. Sommerregen auf Tavistock, das freundliche Kleinstädtchen, das sich “Tor zu Cornwall” nennt. Weiter…
Ist das denn noch Jazz? Der Schweizer Saxofonist Jürg Wickihalder hat ein Singspiel geschrieben, das niemanden gleichgültig lässt. Diskurs!

© Dragan Tasic
Eine Vergewaltigung nebst ungewollter Schwangerschaft zum Ausgangspunkt eines Singspiels zu machen ist ja mal wieder typisch 21. Jahrhundert! Wo ist das Gute, Schöne, Wahre bloß hin? Weiter…
Marschkapelle in Miniaturformat: Ray Andersons Pocket Brass Band hat ihre eigene Sicht auf die Musikgeschichte der USA und meditiert über afroamerikanische Stilistiken.

© Jeanne Moutoussamy-Ashe
Eine Blaskapelle im Taschenformat: Einen passenderen Namen als Pocket Brass Band hätte Ray Anderson für sein Quartett nicht finden können. Der amerikanische Posaunist verdeutlicht damit seine in Interviews oft betont spirituelle Verbundenheit mit New Orleans. Denn in der “Crescent City” am Mississippi-Delta gehören Brass Bands geradezu zum Stadtbild Weiter…