Musik zwischen Disko und Diskurs
Kategorie:
Jazz
Die swingenden Puppini Sisters aus London können sich nicht sattsehen im Rückspiegel. Sie sind der beste Beweis für Simon Reynolds’ These der grassierenden Retromanie im Pop.

© Universal Music
Die gute alte Zeit. Da waren die Züge noch pünktlich und die Renten sicher. Ja, früher war alles besser. Da hatte es noch seine Ordnung und die Jugend noch Respekt vor dem Alter. [weiter...]
Gerade erst dem Jugendalter entwachsen und schon so gut! Im Lisbeth Quartett um die Berliner Saxofonistin Charlotte Greve versammeln sich junge Könner des Jazz.

© Jochen Quaast
Das Rad, so viel steht auch im Jazz seit etwa 40 Jahren fest, ist längst erfunden und erforscht und zu einem Lehrstoff für die Akademien geworden. Doch es dreht und dreht sich immer weiter und befördert Musiker ins Licht der Scheinwerfer, mit denen nicht zu rechnen war. [weiter...]
Branford Marsalis und Joey Calderazzo sind Meister des Jazz. Ihr gemeinsames Album “Songs of Mirth and Melancholy” ist beinahe zu perfekt geraten.

© Universal Music
Zwei Musiker, ganz versonnen, ganz versunken ins Zusammenspiel. Klavier und Saxofon, Joey Calderazzo und Branford Marsalis, zwei Granden ihres Fachs [weiter...]
Skandinavischer Jazz sucht gern die Nähe zum Pop. Auf seinem neuen Album klingt der Trompeter Nils Petter Molvaer so kontrastreich wie lange nicht mehr.

© Morten Andersen
Wie der erste Satz eines Romans, der die DNA des ganzen entstehenden Textkörpers in sich trägt, lässt sich auch Mercury Heart hören, das Stück, mit dem Nils Petter Molvær sein neues Album Baboon Moon beginnen lässt. [weiter...]
“Cross generational, cross cultural, cross genre” – aber nicht “cross gender”! Die Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington hat eine weibliche Jazz-Supergroup um sich versammelt.

© Tracy Love
Im Jazz war es lange wie auf Piratenschiffen: Frauen haben an Bord nichts zu suchen, sie bringen Unglück. Auch heute sind ihnen in der Regel bestimmte Rollen vorbehalten. Singen. Ein bisschen Tasten drücken. Das war es meistens. Terri Lyne Carrington hält dagegen [weiter...]
Mit einem beherzten “Warum?” lassen sich im Jazz immer wieder Konventionen umwerfen. Die Saxofonistin Ingrid Laubrock stellt mit ihrem Trio Sleepthief das Gewohnte infrage.

© Leonie Purchas
Ein Spiel, mit dem Kinder ihre Welt erschließen, besteht aus einer einzigen Frage: Warum? Warum ist das so? Und warum nicht anders? Aus jeder Antwort ergibt sich eine neue Frage: Warum? Und jede Frage führt näher an eine bloße Konvention oder den Kreislauf einer Tautologie: nichts mehr zu erklären – es ist, weil es ist. [weiter...]
Vier vom Jazzolymp in einem Club: Lee Konitz, Charlie Haden, Paul Motian und Brad Mehldau spielten 2009 “Live At Birdland”. Endlich gibt es eine Aufnahme.

Es ist mit Konzerten wie mit vielen anderen Dingen des Lebens: Irgendwann finden sie statt, unaufgeregt ziehen sie vorüber, hinterlassen Eindruck bei denen, die dabei gewesen sind, doch wenig Nachhall. [weiter...]
Das Berliner Quartett Schneeweiss & Rosenrot hat es auf Klang, akustische Tiefe und elektronische Verfremdung abgesehen. “Pretty Frank” heißt ihr seltsames Album.

© Enja
Seltsame Songs sind das, sehr seltsame. So kühl und trocken, so selbstverständlich und lakonisch. Es passiert nicht viel in diesen Songs [weiter...]
Spannung aufbauen, Spannung lösen: Das Jazztrio des Schweizers Colin Vallon vereint die Power von Esbjörn Svensson mit der Poesie von Brad Mehldau.

Colin Vallon, Patrice Moret und Samuel Rohrer (© Nadia F. Romanini/ECM Records)
Es gibt Dinge, die erkennen wir erst, wenn wir an ihnen vorbeisehen. In der Kunst (und zumal in der Improvisation) ist Konzentration nicht immer eine Qualität. [weiter...]
Selten seit dem “Köln Concert” war komplexe Musik so leicht verständlich: Der 23-jährige Tigran Hamasyan verschränkt Klassik, Jazz und Pop auf virtuose Weise.

© Vahan Stepanyan
Wenn Klassiklaien klassische Musik erklären wollen, dürfte das etwa so verständlich sein wie ein molekularbiologischer Diskurs des Landwirts mit seinem Milchvieh [weiter...]