Das Musik-Blog zwischen Disko und Diskurs
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Schlager

Erichs Rampenbarden

Von 7. Februar 2014 um 08:00 Uhr

So viel Osten im Westen: Die Düsseldorfer Band Broilers füllt die Mehrzweckhallen mit pathetischen Stehauf-Hymnen im Punkgewand. Die Freundschaft mit den Toten Hosen hört man ihr leider an.

© Robert Eikelpoth

© Robert Eikelpoth

Um die Broilers zu verstehen, hilft es, die Band auf der Bühne erlebt zu haben. Man muss das einmal gesehen haben, wie Sammy Amara vor lauter Kraft kaum stehen kann. Weiter…

Kategorien: Punk, Rock, Schlager

Wohl zu viel Bommerlunder im Altbier

Von 27. März 2013 um 08:20 Uhr

“Scheiß Drauf” heißt ein Song auf dem neuen, miesen Album von Jeans Team. Gar nicht so einfach, denn die Enttäuschung überwiegt, schließlich war die Band mal relevant.

© Staatsakt

© Staatsakt

Es gab da kürzlich einen schönen Dokumentarfilm. Er porträtiert Die Toten Hosen, ihre Höhen, ihre Tiefen, menschlichen zumeist, musikalischen, oft beide gemeinsam, gern im kollektiven Drogenrausch. Der prägnanteste aller Abstiege zeigte sich indes nicht unter Alkoholeinfluss Weiter…

Kategorien: Pop, Schlager

Es schwoft unter den Koteletten

Von 25. Juni 2012 um 12:18 Uhr

Wie Manfred Krug in seinen besten Zeiten: Freddy Fischer aus Berlin lebt in der goldenen Disco-Ära und verbindet simple Poesie mit spitzenmäßiger Unterhaltungsmusik. Ein großer Spaß!

© Alexander Fuchs/Visual Bastarts

Aktenordner, Bücherwände, Computerbildschirme und Telefon, speckige Kaffeetassen und überfüllte Papierkörbe. Auf dem Schreibtisch vielleicht ein Familienfoto. So haben Arbeitszimmer auszusehen. Nur bei Freddy Fischer hängt unter der Decke eine Discokugel. Weiter…

Kategorien: Pop, Schlager

Und dann war Moskau nicht mehr so kalt

Von 16. Dezember 2011 um 14:00 Uhr

Erinnerung an Monsieur 100.000 Volt: Vor zehn Jahren starb der große Gilbert Bécaud. Ein neuer Sampler versammelt seine schönsten Chansons.

© Reg Lancaster/Express/Getty Images

Moskau war kalt aber schön, ich glaube, ich sah nur sie,
Auf dem Roten Platz blieb sie stehen, Nathalie. Weiter…

Kategorien: Jazz, Schlager

Drei Ladies von Manufactum

Von 23. November 2011 um 15:39 Uhr

Die swingenden Puppini Sisters aus London können sich nicht sattsehen im Rückspiegel. Sie sind der beste Beweis für Simon Reynolds’ These der grassierenden Retromanie im Pop.

© Universal Music

Die gute alte Zeit. Da waren die Züge noch pünktlich und die Renten sicher. Ja, früher war alles besser. Da hatte es noch seine Ordnung und die Jugend noch Respekt vor dem Alter. Weiter…

Kategorien: Jazz, Pop, Schlager

Lenas Chancen beim ESC

Von 5. Mai 2011 um 17:05 Uhr

Wenn es nach den englischen Buchmachern geht, gewinnt ein knödelnder Andrea-Bocelli-Kopist aus Frankreich den Eurovision Song Contest. Lena muss trotzdem nicht traurig sein.

© Sean Gallup/Getty Images

In zehn Tagen steht fest, wer den Eurovision Songcontest in Düsseldorf gewonnen hat. Die Wettbüros machen natürlich jetzt schon ihren Reibach. Glaubt man Weiter…

Kategorien: Musikbranche, Pop, Schlager

Immer, immer Liebe

Von 4. November 2009 um 15:28 Uhr

So schön kann das Seichte klingen: Mary Roos, die Schlagertante von Bingen, hat in den Siebzigern mit ihren Chansons die Franzosen beglückt. Sehr hörenswert!
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Kategorien: Schlager

Frau Pfeffer horchte auf

Von 22. April 2009 um 09:51 Uhr

Eine Reise in den indischen Bundesstaat Goa: Dort vermischten sich zur Kolonialzeit europäische, lateinamerikanische und indische Musiken zu einer schrägen Melange.
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Kategorien: Schlager

Ein Irrtum namens Heike

Von 2. März 2009 um 15:45 Uhr

Püppchen mit Bigband: Wie Heike Makatsch an ein paar Studionachmittagen Hildegard Knef in Harald Juhnke verwandelte
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Kategorien: Schlager

Kannste mir was pumpen?

Von 19. Dezember 2008 um 17:02 Uhr
Knappe Kassen und Lieder darüber gab’s schon immer. Aus aktuellem Anlass ist nun eine Kompilation zum Thema erschienen. Franz-Josef Strauß und Helmut Schmidt singen mit

Weihnachten ist die Zeit der Musikmischungen. Viele stecken sich spätjährlich ihre Lieblingsmusik zu, auf Kassette, CD oder USB-Stick. Und warum nicht mal ein aktuelles Thema aufgreifen? Was hatten wir denn in diesem Jahr? Fußball-EM und Olympia etwa, das klang aber beides nicht so gut. Und die Wahl Barack Obamas? Vollkommen durchgenudelt. Wie aber wäre es mit ein paar Liedern zur Finanzkrise? Das kleine Label Bear Family aus Hambergen in Schleswig-Holstein stöberte in verstaubten Archiven und veröffentlicht nun die CD zum Thema: Hilfe! Mein Geld ist weg! – Songs zur aktuellen Lage der knappen Kassen. Denn beides hat es schon immer gegeben, knappe Kassen und Lieder darüber.

Es scheppert aus dem Schellackarchiv: Die Kabarettisten Wilhelm Bendow und Paul Morgan plädieren auf Ratenzahlung: “Die sollen raten, wann wir bezahlen.” “Ob wir sparen oder nicht, ist doch egal”, singt Fritz Hönig, “denn wir werden sowieso nicht mehr reich.” Die CD knüpft am Börsenkrach des Jahres 1929 an, die meisten Stücke stammen aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Und die jüngste Aufnahme ist auch schon zehn Jahre alt.

Die Qualität der Lieder ist den Archivaren beim Kompilieren nicht so wichtig, schließlich geht es nur ums Geld! Gunter Gabriel lässt geschmackliche Grenzen hinter sich und tönt: Boss, ich brauch mehr Geld. Nicht weniger unmusikalisch geht es zu, wenn Dolly S. & The Dollies den Rap Mir geht’s gut radebrechen. Vieles Stücke liegen nahe: Das Bruttosozialprodukt von Geier Sturzflug ist da ebenso unvermeidlich, wie der Ba-Ba-Ba-Banküberfall der Ersten Allgemeinen Verunsicherung. Und Helga Hahnemann trat mit Wo ist mein Jeld sicher schon in Achims Hitparade auf.

Doch kühn zu kompilieren lohnt auch. Vor allem die alten Schlager sind charmant und wortgewandt: “Früher kurrrrrbelte man seinen eignen Wagen an, und jetzt fährt man gratis vorrrne auf der Straßenbahn”, jault Willy Rosen, Nierentischhumor könnte man das nennen. Wen wundert’s, schließlich stammt die Zusammenstellung von Volker Kühn, einem Kenner und Protagonisten der Kleinkunstkultur. So sind neben den Gassenhauern eben auch die Wühlmäuse mit von der Partie und das Berliner Reichskabarett. Deren Stück Mein Geld ist weg! ist einer der unterhaltsamsten Beiträge, es schlägt die Brücke zwischen rasantem Kabarett und ansprechender Musik: “Was ist eine weinende Mutter, was ein sterbendes Reh, gegen den herzzerfetzenden Anblick eines Aktionärs, dessen Papiere neun Punkte gefallen sind.”

Für die Zusammenstellungen Politparade und Don Kohleone montierte Bear Family einst Reden von Politikern auf Easy-Listening-Musik. Franz Josef Strauß und zweimal Helmut Schmidt sind nun auch auf Hilfe! Mein Geld ist weg! zu hören. Helmut Schmidt redet vom Vertrauen in die Währung, vom Lernen und Leisten, dazu dudelt eine Kapelle. Das ist für sich betrachtet nur mäßig witzig, im Zusammenspiel mit den anderen Stücken aber entsteht ein kurioser Dialog. Die Antwort auf Schmidt gibt Heinz Erhardt: “Mensch, kannste mir was pumpen, dann lade ich dich ein.”

“Hilfe! Mein Geld ist weg! — Songs zur aktuellen Lage der knappen Kassen” ist als CD bei Bear Family Records erschienen.

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Kategorien: Schlager