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	<title>Tonträger</title>
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	<description>Musik zwischen Disko und Diskurs</description>
	<lastBuildDate>Wed, 15 Feb 2012 11:13:25 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Mach mir die Sintflut</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 11:13:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Grinsted</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein großartiges Album! Die Norwegerin Hanne Hukkelberg singt über SMS, Brot und Fantasie, trommelt sich durch ihren Besteckkasten und nähert sich der Arche Noah mit einer Schöpfkelle. Wer kennt das nicht: Man bekommt einen Anruf auf dem Handy und niemand meldet sich. Stattdessen hört man das rhythmische Rascheln des Mobiltelefons in der Hosentasche. Aber daraus [...]]]></description>
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<p><strong>Ein großartiges Album! Die Norwegerin Hanne Hukkelberg singt über SMS, Brot und Fantasie, trommelt sich durch ihren Besteckkasten und nähert sich der Arche Noah mit einer Schöpfkelle.</strong></p>
<div id="attachment_11910" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/02/hanne-hukkelberg-540x304.jpg" alt="" title="hanne-hukkelberg-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11910" /><p class="wp-caption-text">© Propeller Recordings</p></div>
<p>Wer kennt das nicht: Man bekommt einen Anruf auf dem Handy und niemand meldet sich. Stattdessen hört man das rhythmische Rascheln des Mobiltelefons in der Hosentasche. Aber daraus einen Song machen? Darauf kommt nur Hanne Hukkelberg. &#8220;<em>SMS is more important than me</em>&#8220;, singt die Norwegerin. Dazu ein simpler Gitarrenakkord und klopfende Schuhe – fertig ist der Song über die Kurznachricht. </p>
<p>Die anderen Stücke auf ihrem neuen Album <em>Featherbrain</em> sind nicht ganz so minimalistisch, aber mindestens so originell. Es ist ein großartiges Album! Im Titelsong klirrt die Kalimba wie Eiskristalle, eine einsame E-Gitarre taucht auf und wieder ab, im Hintergrund ein Clavinet. Mal erinnert der avantgardistische Mix an <a href="http://www.zeit.de/2011/13/Radiohead" target="_blank">Radiohead</a>, dann wieder an die Klanglandschaften von <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-11/bon-iver-konzert" target="_blank">Bon Iver</a>. </p>
<p>Im grandiosen <em>Noah</em> schraubt die studierte Jazzmusikerin ihre Stimme weit nach oben, streicht mit dem Violinbogen über die Westerngitarre. Für Rhythmus sorgen Steine, Scheren und Schöpfkellen, ihr Vater spielt dazu auf einer uralten Kirchenorgel. Bis am Ende alles in einer akustischen Sintflut untergeht. </p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F34314053"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F34314053" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><a href="http://soundcloud.com/hanne-hukkelberg/noah"><em>Noah</em></a> by <a href="http://soundcloud.com/hanne-hukkelberg">Hanne Hukkelberg</a></span> </p>
<p>Hukkelbergs viertes Werk ist eine wahre Klangwundertüte: Da wird mit Essbesteck getrommelt, es klappert und piept, in <em>The Bigger Me</em> pfeift ein Teekessel. Doch egal, ob Stephan-Remmler-Keyboard, Schrank oder Weingläser – die exzentrischen Sounds fügen sich stets zu einem organischen Ganzen. Und da ist ja auch noch ihr Gesang. Vielleicht liegt es daran, dass sie genau zwanzig Jahre nach Morten Harket in dessen Heimatstadt Kongsberg zur Welt gekommen ist: Ausdrucksstark und stimmgewaltig hält sie die ausufernden Songs zusammen, manchmal singt sie ganz ohne Begleitung. </p>
<p>&#8220;<em>Oh, my devils owning me / Or am I owning my devils?</em>&#8221; fragt sie und der Drumcomputer klingt nach bestem Achtziger-Pop. Als wollte sie meterdicke Wände durchdringen, vervielfältigt sie sich selbst zum Chor. Ein hingeworfenes &#8220;Ha!&#8221; zwischen bedrohlichen Klavierakkorden, Gitarrenlärm und einem wilden Holzschuhtanz auf dem Tisch. Doch verkopftes Rumgefrickel ist das keineswegs. </p>
<p>Im fast achtminüten <em>Too Good To Be Good</em> lässt der Jazzgitarrist Ivar Grydeland sein Banjo wie Walgesang klingen. Gitarrensaiten spannen sich wie die Taue eines Schiffes, das schon abgelegt hat, obwohl es noch an der Kaimauer hängt. Vibrafon und Synthie-Bass treiben den Song voran, während Hukkelberg in die Hände klatscht. Manchmal erinnert das an den experimentellen Rock eines <a href="http://www.zeit.de/2011/43/Tom-Waits" target="_blank">Tom Waits</a> – nur eben in der weiblichen und dreißig Jahre jüngeren Version. </p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/36553006?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="540" height="330" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe>
<p><a href="http://vimeo.com/36553006"><em>Hanne Hukkelberg – My Devils</em></a></p>
<p>Herzerweichend ist ihr Duett mit dem 88-jährigen Sänger Erik Vister. Das Klavier schräg gestimmt, im Hintergrund so etwas wie eine Zither. Im Feuilleton-Slang müsste man wohl sagen, das Stück klinge wie aus der Zeit gefallen. Tatsächlich ist es schlichtweg ein bewegender Song über die einfachen Dinge des Lebens: Wasser, Brot und Wärme. &#8220;<em>Jeg eier min tid / Jeg eier min fantasi</em>&#8220;, singen die beiden auf Norwegisch. &#8220;Ich besitze meine Zeit / Ich besitze meine Fantasie&#8221; – wohl dem, der das von sich behaupten kann.</p>
<p><em>&#8220;Featherbrain&#8221; von <a href="http://hannehukkelberg.com/" target="_blank">Hanne Hukkelberg</a> erscheint bei Propeller Recordings (Soulfood).</em></p>

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		<title>Irrsinnswirbel der Instrumente</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/02/13/motorpsycho-death-defying-unicorn_11839</link>
		<comments>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/02/13/motorpsycho-death-defying-unicorn_11839#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 14:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mark Lederer</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[Gewaltig, was Motorpsycho auf ihrem Doppelalbum &#8220;The Death Defying Unicorn&#8221; anstellen! Die Fusion aus Prog-Rock und Jazz als orchestrales Konzeptwerk ist in dieser Konsequenz beispiellos. Seit mehr als 20 Jahren entwickeln die Norweger Bent Sæther und Hans Magnus &#8220;Snah&#8221; Ryan den Progressive Rock ihrer Band Motorpsycho unentwegt weiter. Vierzehn Studioalben, diverse Kollaborationen, EPs und Live-Platten [...]]]></description>
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<p><strong>Gewaltig, was Motorpsycho auf ihrem Doppelalbum &#8220;The Death Defying Unicorn&#8221; anstellen! Die Fusion aus Prog-Rock und Jazz als orchestrales Konzeptwerk ist in dieser Konsequenz beispiellos.</strong></p>
<div id="attachment_11900" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/02/2012-Motorpsychoklein.jpg" alt="" title="2012 - Motorpsychoklein" width="540" height="460" class="size-full wp-image-11900" /><p class="wp-caption-text">© Kim Ramberghaug</p></div>
<p>Seit mehr als 20 Jahren entwickeln die Norweger Bent Sæther und Hans Magnus &#8220;Snah&#8221; Ryan den <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2010/09/24/motorpsycho-timothys-monster_6370" target="_blank">Progressive Rock ihrer Band Motorpsycho</a> unentwegt weiter. Vierzehn Studioalben, diverse Kollaborationen, EPs und Live-Platten sind dabei entstanden<span id="more-11839"></span> – und ein Gitarrenrockstil mit unberechenbarem Charakter. Jetzt gibt es ihr Opus magnum; mehr Motorpsycho geht nicht.</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F35746711"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F35746711" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><a href="http://soundcloud.com/stickmanrecords/motorpsycho-staale-storloekken"><em>Motorpsycho &#038; Staale Storloekken – Into The Gyre</em></a></span> </p>
<p>Ohne das norwegische Jazzforum wäre <em>The Death Defying Unicorn</em> dennoch wohl nie entstanden. Die vom Kulturrat geförderte Vereinigung regionaler Jazzzentren organisiert u. a. Festivals und unterstützt die knapp 400 angeschlossenen Jazzmusiker des Landes. Im Jahr 2009 bat das Forum die Band, gemeinsam mit dem Trondheim Jazz Orchestra und dem Keyboarder Ståle Storløkken ein Set fürs 50. Jubiläum des Moldejazz Festivals 2010 zu entwickeln. </p>
<p>Die zunächst nur einmalig geplante Zusammenarbeit des Cross-Genre-Projekts setzt sich nun auf CD, MP3 und Vinyl fort. Als Grundlage für <em>The Death Defying Unicorn</em> dient Sæther, Snah und Storløkken die instrumentale Besetzung ihres Moldejazz-Auftritts. Knapp 30 Musiker haben sich daran beteiligt. Zusätzlich zum aktuellen Band-Schlagzeuger Kenneth Kapstad und den Bläsern des Trondheim Jazz Orchestras haben sich das Streicher-Oktett TrondheimSolistene und der Violinist Ola Kvernberg dem Trupp angeschlossen. Frei von künstlerischen Zwängen bedient sich die Supergroup dem vollen Spektrum aus Ruhe und Eskalation, aus leichten Melodien und überbordendem Chaos. </p>
<p>Das <a href="http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/motorpsycho_wir_sind_eine_band_die_staendig_auf_der_suche_nach_entwicklung_ist_motorpsycho_im_motor_.html" target="_blank">Konzeptalbum mit dem Untertitel</a> <em>A fanciful and fairly far-out musical fable</em> (&#8220;Ein fantastisches und ziemlich weitreichendes Musikmärchen&#8221;) enthält 80 Minuten Musik, die so viel Experiment ist, wie sich geübte Motorpsycho-Hörer gerade zu wünschen gewagt hätten. Seine erzählerische wie musikalische Tiefe lebt weniger von den Texten Sæthers, der knapp die Hälfte der Prog-Rock-Oper gesanglich begleitet, als vom Irrsinnswirbel der Instrumente. </p>
<p>Inspiriert von den sechziger und siebziger Jahren beginnt das zehnminütige <em>Into The Gyre</em> mit sanften Geigen und Flötenklängen – psychedelisch verträumt wie ein Stück aus der Hippie-Ära und ihrem Musical <em>Hair</em>. Doch Motorpsycho ruhen nicht im sanften Gras. Sie lassen eine bescheidene Melodie wachsen, die bald darauf wieder zerfällt. Mit harten, scharfen Schnitten bereiten Streicher dem Bund aus Schlagzeug und Gitarren die Bahn für eine bis zum Metal gesteigerte Krachpassage. Auf dieses Gewitter folgen drei Minuten Ausklangphase – das klassische Mittel zum Atemholen.</p>
<p>Vieles steckt drin in <em>The Death Defying Unicorn</em>, sei es sein vollblütiger Rockkracher <em>Mutiny!</em> oder das massive <em>La Lethe</em>, auf dessen Gipfel das Saxofon singt. Neu erfunden haben sich Motorpsycho damit nicht; das hat auch niemand erwartet. Vielmehr hat die Band dem Prog-Rock ein Denkmal gesetzt. Und wer, wenn nicht sie, hätte das sonst geschafft?<br />
<em><br />
&#8220;The Death Defying Unicorn&#8221; von Motorpsycho ist erschienen bei Stickman Records/Soulfood.</em></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Zeig&#8217; Bling Bling den Mittelfinger!</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/02/10/speech-debelle_11866</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 09:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Freitag</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Hip-Hop]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/tontraeger/?p=11866</guid>
		<description><![CDATA[Die Londoner Rapperin Speech Debelle steht im Rampenlicht. Nicht um mit dem Hintern zu wackeln, sondern um emanzipierte Gesellschaftskritik zu äußern. Das ist selten im Hip-Hop. Zeit für Wut ist ja immer. Die Preise steigen, die Profite auch. Krisengewinnler feiern, als sei nichts gewesen. Und während die Übrigen deren Inkompetenz und Gier ausbaden, fragt sich: [...]]]></description>
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<p><strong>Die Londoner Rapperin Speech Debelle steht im Rampenlicht. Nicht um mit dem Hintern zu wackeln, sondern um emanzipierte Gesellschaftskritik zu äußern. Das ist selten im Hip-Hop.</strong></p>
<div id="attachment_11876" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/02/speech-debelle-540x304.jpg" alt="" title="speech-debelle-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11876" /><p class="wp-caption-text">© Phil Sharp</p></div>
<p>Zeit für Wut ist ja immer. Die Preise steigen, die Profite auch. Krisengewinnler feiern, als sei nichts gewesen. Und während die Übrigen deren Inkompetenz und Gier ausbaden, fragt sich: Bleibt der Aufstand der Anständigen schon wieder aus?<span id="more-11866"></span> Abgesehen von etwas <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-08/musikvertrieb-brand-london" target="_blank"><em>Panic in the Streets of London</em></a> im vorigen Sommer ist es ja ruhig auf den Straßen jenseits von Athen. Kein Wunder, dass kein <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-11/pop-musik-revolte-jugend" target="_blank">Sound der Revolte</a> hindurchrauscht.</p>
<p>Umso wachsamer sollte man sein, wenn sich Musik jenseits vom Punkrock und Protestsong mal der Verhältnisse annimmt. Umso mehr, wenn dies auch noch im Hip-Hop erfolgt, der sein Empörungspotenzial seit langem zwischen Gangsta Rap und Bling Bling versteckt. Man sollte also dankbar sein für Speech Debelle, diese wütende, junge, jamaikanischstämmige Londonerin, die vor <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Speech_Debelle" target="_blank">drei Jahren den Mercury Prize gewann</a>, so sehr hatte sie die Jury mit der kontrollierten Aggression ihres Debüts beeindruckt. Mit fast 30 legt Corynne Elliott nun den Nachfolger vor. Und er ist nicht saturierter. Nicht ruhiger. Nicht leiser. Nur besser.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/33963194?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="540" height="330" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe>
<p><a href="http://vimeo.com/33963194"><em>Speech Debelle – Studio Backpack Rap</em></a></p>
<p>Auch auf <em>Freedom Of Speech</em> wird das Rad musikalischer Widerborstigkeit nicht neu erfunden. Und ein Album so zu betiteln ist weder als Statement noch Wortspiel allzu dissident. Aber muss man denn wirklich immer den ganz großen Maßstab anlegen? Muss Musik, die sich einem Dagegen verschreibt, die Keule des Umsturzes schwingen? Muss man Speech Debelle also vorwerfen, wie der rührigste Gesellschaftskritikerkritisierer <a href="http://www.sueddeutsche.de/C5i38d/457179/Speech-Debelle.html" target="_blank">Jens-Christian Rabe in der <em>Süddeutschen</em></a>, &#8220;Fahrstuhlmusik für Teilzeit-Revolutionäre&#8221; zu machen?</p>
<p>Muss man nicht. Es sei denn, man nimmt ihr übel, dass sie gelegentlich übers Innerste singt (<em>Shawshank</em>), dass ihr Zorn übers große Ganze (<em>Collapse</em>) von Sentimentalitäten (<em>Angel Wings</em>) untergraben wird, dass es unter zwölf Songs einen mit Chartappeal gibt (<em>I&#8217;m With It</em>). Selbst das aber ist akzeptabel, wenn man Speech Debelle einzuordnen versteht. </p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/36489554?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="540" height="330" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe>
<p><a href="http://vimeo.com/36489554"><em>Speech Debelle – I&#8217;m With It</em></a></p>
<p>Die kraftvolle Selbstbehauptungslyrik fürs eigene, weibliche Anliegen, die Neneh Cherry den Achtzigern, Queen Latifah den Neunzigern und Missy Elliott den nuller Jahren gab, transponieren Epigonen wie <a href="http://www.zeit.de/2010/27/Traum-M.I.A." target="_blank">M.I.A.</a> in eine Gegenwart, die das alte Emanzipationsdefizit hinter sich gelassen hat. Einerseits. </p>
<p>Andererseits kämpfen diese Frauen noch immer gegen einen beharrlichen Sexismus, buchstäblich verkörpert von den Kolleginnen des wesensverwandten R&#8217;n'B: die leerstellenlose Vermarktung leiblicher Dauerverfügbarkeit als vermeintlichen Ausdruck sexueller Selbstbestimmung.</p>
<p>In solchen leidlich kreativen Softpornos des Pop bleibt Corynne Elliott angenehm körperlos. Nicht nur, weil sie sich dem Geist des <em>Sex&#8217;n'Sex&#8217;n'Get&#8217;mo&#8217;money</em> entzieht, sondern weil sie es nicht dauernd thematisieren muss. Ihr prägnanter Cockney-Slang zu analogen oder digitalen harten bis weichen Drums und Samples findet nun mal andere Einsatzgebiete. </p>
<p>Oder hat sich an den Spitzen von R&#8217;n'B bis Rap irgendwer meinungstark zum englischen Aufstand des Vorjahres geäußert? Sicherlich, die Solidaritätsadresse <a href="http://soundcloud.com/speech-debelle/blaze-up-a-fire-featuring" target="_blank"><em>Blaze Up A Fire</em></a> an alle Perspektivlosen mag vor den Riots produziert worden sein – es bleibt eine kraftvolle Selbstpositionierung, wie sie selten ist im Rampenlicht. Und da steht nun mal Speech Debelle. Und singt. Und wird gehört. Gut, dass sie was draus macht.</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F20928203"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F20928203" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><em><a href="http://soundcloud.com/speech-debelle/blaze-up-a-fire-featuring">Blaze Up A Fire von Speech Debelle (ft. Roots Manuva and Realism)</a></em></span><br />
<em><br />
&#8220;Freedom of Speech&#8221; von <a href="http://www.speechdebelle.com/" target="_blank">Speech Debelle</a> ist erschienen bei Big Dada.</em><br />
<em>Konzerte: 25. Februar Hamburg, 26. Februar Berlin, 27. Februar München</em></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Paaadiiiieh mit den Kapitalismuskritikern</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/02/08/deichkind_11844</link>
		<comments>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/02/08/deichkind_11844#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 10:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Winkler</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Elektronika]]></category>
		<category><![CDATA[Hip-Hop]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/tontraeger/?p=11844</guid>
		<description><![CDATA[Die Hamburger Truppe namens Deichkind ist bekannt für ihre phänomenalen Konzerte. Jetzt erscheint ein neues Album, das den pompösen, politisch abgesicherten Eskapismus feiert. Manche Bands provozieren ein seltsames Vorurteil. Ein Vorurteil, das als Lob getarnt daher kommt. Es lautet: Die muss man live gesehen haben. Das sagen die Menschen über Deichkind, und tatsächlich – man [...]]]></description>
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<p><strong>Die Hamburger Truppe namens Deichkind ist bekannt für ihre phänomenalen Konzerte. Jetzt erscheint ein neues Album, das den pompösen, politisch abgesicherten Eskapismus feiert.<br />
</strong><br />
<div id="attachment_11857" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/02/deichkind-540x304.jpg" alt="" title="deichkind-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11857" /><p class="wp-caption-text">© Universal Music</p></div></p>
<p>Manche Bands provozieren ein seltsames Vorurteil. Ein Vorurteil, das als Lob getarnt daher kommt. Es lautet: Die muss man live gesehen haben. Das sagen die Menschen über Deichkind, und tatsächlich – man kann es einfach mal glauben. Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss: Auf Platte machen die ziemlich beschissene Musik. Oder?<span id="more-11844"></span></p>
<p>Die Band selbst weiß sehr gut, was so über sie geredet wird. So gut, dass sie auf ihrem neuen Album <em>Befehl von ganz unten</em> dieses Vorurteil sogar – ironisch gebrochen natürlich – zitiert: &#8220;Die Platte von Deichkind war nicht so mein Ding&#8221;, wird da gerappt, &#8220;doch ihre Shows sind leider geil&#8221;.</p>
<p>Dass das so bleibt, dafür sorgen bei der kommenden Tournee Sound-Equipment und Bühnenfirlefanz, die von drei Sattelschleppern transportiert werden müssen. Ein Aufwand, den sich früher, in den goldenen Zeiten, US-amerikanische Stadionrockbands leisteten. Aber nicht mal die hatten so viele bunte Kostüme.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/28347987?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff" width="540" height="330" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Der Umbau von der lustigen Hamburger Hip-Hop-Kapelle zum über die ganze Republik verstreuten, glamourösen Hightech-Entertainment-Unternehmen, das 2006 mit <em>Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)</em> auch seine programmatische Hymne bekommen hat, ist erfolgreich abgeschlossen. Was immer man davon halten mag: Deichkind haben jedenfalls rechtzeitig die Zeitenwende erkannt und sich mit ihren ausgetüftelten Bühnenshows auf das Live-Geschäft konzentriert. Angesichts sinkender Tonträgerverkäufe sicherlich die richtige Entscheidung.</p>
<p>Auf <em>Befehl von ganz unten</em> aber geht es, wenn man mal richtig hinhört, lange nicht so lustig zu. Dort wandern Rechnungen ungelesen in den Müll, in der Glotze läuft Barbara Salesch, und die Überstunden sind unbezahlt. Kurz: &#8220;Diese Welt ist traurig, dreckig und laut.&#8221; </p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F34621452"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F34621452" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <em><a href="http://soundcloud.com/deichkind-1/illegale-fans">Illegale Fans</a> von <a href="http://soundcloud.com/deichkind-1">Deichkind</a></em> </p>
<p>Immer wieder schlüpfen Sebastian &#8220;Porky&#8221; Dürre, Philipp &#8220;Kryptic Joe&#8221; Grütering und Ferris MC Hilton über den kräftig bollernden Beats mit Punk-Attitüde von DJ Phono in die Rollen prototypischer Bewohner dieser Welt. Mal in die dauervernetzten, datensammelnden, statusaktualisierenden Onliner, die sich im sozialen Netzwerk in Nichts aufzulösen droht. Dann in ein Pärchen im <em>Partnerlook</em>, das sich allein über den gemeinsamen Konsum findet, oder in solche Menschen, die leben wie in der Illustrierten oder zumindest gerne so leben würden und &#8220;viel zu viele BMWs vor der Haustür&#8221; haben.</p>
<p>In <em>Leider geil</em> sind wir dann alle dran, also jene, die gern gut sein wollen, aber feststellen müssen, dass alles, was Spaß macht, zu einem Dasein als Ressourcenverbraucher, Ökoschwein und Warenweltidiot führt. Oder sie reihen in <em>99 Bierkanister</em> einfach Name an Parole an Schlagwort: Dann stolpert Steffi Graf über Dirk Nowitzki, folgen auf &#8220;Sauerkraut und Underberg&#8221; prompt &#8220;Lumpenproletariat, Kommunismus, Engels, Marx&#8221;. </p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F35727166"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F35727166" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <em><a href="http://soundcloud.com/deichkind-musik/08-b-ck-dich-hoch">Bück dich hoch (Ausschnitt)</a> von <a href="http://soundcloud.com/deichkind-musik">Deichkind Musik</a></em> </p>
<p>Vor allem <a href="http://www.youtube.com/embed/nSzhLR09pKA" target="_blank"><em>Bück Dich hoch</em></a> ist eine recht lautstarke Abrechnung mit der modernen, effizienzoptimierten Kreativwirtschaft, die ihren sich als Hipster fühlenden Opfern erfolgreich einredet, sie würden nicht ausgebeutet, sondern vollkommen selbstbestimmt an Lustgewinn und Persönlichkeitsausbildung arbeiten. </p>
<p>Man könnte also sagen: Deichkind vollziehen mit anderen, zugegeben etwas primitiveren, aber dadurch vielleicht ja auch konsequenteren Mitteln nach, was Tocotronic mit <a href="http://www.zeit.de/2007/28/Tocotronic" target="_blank"><em>Kapitulation</em></a> bereits durchgeführt haben: Eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, angepasst an den modernen, hedonistischen Lebensstil ihrer Zielgruppe. </p>
<p>Deichkind kommen allerdings nicht über die ironische und, das muss man zugeben, überaus unterhaltsame Darstellung der Missstände hinaus. Wo Tocotronic die symbolische Kapitulation empfehlen als subversive Verweigerung, die Systemfehler herbeiführen soll, bieten Deichkind nur die Flucht vor den Umständen. Oder eben: Immerhin. Tatsächlich kam Eskapismus hierzulande lange schon nicht mehr so pompös und gleichzeitig politisch abgesichert daher.</p>
<p><em>&#8220;Befehl von ganz unten&#8221; von Deichkind erscheint am 10. Februar bei Vertigo Berlin/Universal.</em></p>

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		<title>Müde Hamburger Geschmeidigkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 11:36:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Freitag</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[Intelligent behaglich, so klingen Kettcar seit Jahren. Wie schade, dass sie sich auch für ihr neues Album nicht aus dem Federbett der Kernkompetenz herausbequemen. Kettcar – da weiß man, was man hat: Derselbe ergreifende Kopfbariton vom wohligen Reibeisen Marcus Wiebuschs, wie gewohnt. Mit derselben durchdachten Popprosa, die ihren Hintersinn nicht beim bloßen Drüberweghören offenbart. Zum [...]]]></description>
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<p><strong>Intelligent behaglich, so klingen Kettcar seit Jahren. Wie schade, dass sie sich auch für ihr neues Album nicht aus dem Federbett der Kernkompetenz herausbequemen.</strong></p>
<div id="attachment_11824" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/02/kettcar-540x304.jpg" alt="" title="kettcar-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11824" /><p class="wp-caption-text">© Andreas Hornoff</p></div>
<p>Kettcar – da weiß man, was man hat: Derselbe ergreifende Kopfbariton vom wohligen Reibeisen Marcus Wiebuschs, wie gewohnt. Mit derselben durchdachten Popprosa, die ihren Hintersinn nicht beim bloßen Drüberweghören offenbart. <span id="more-11820"></span>Zum selben Tempo, dem man sogar hohe Geschwindigkeit nie anmerkt. Zwischen denselben Balladen, die so sehr aus dem Herzen sprechen, dass Stille einkehrt. Mit denselben hoffnungsfrohen Geigensamples, die andernorts so schleimig klingen, wie gewohnt. </p>
<p>Wer frisches Liedgut von Kettcar beschreibt, sucht überwiegend nette Worte. Aber man findet eben auch viel Gewohnheit, viel vom selben, dem Guten zwar, und Anspruch. Aber gleich bleibt gleich.</p>
<p>Und da wären wir beim Punkt. <em>Zwischen den Runden</em>, die neue Platte der wutreduzierten Nachgeburt dessen, was mal Hamburger Schule hieß, erzählt uns keine neuen Geschichten, sondern die alten bloß fort. Der Sänger und Gittarist Wiebusch, nach <a href="http://www.nielsfrevert.net/" target="_blank">Niels Frevert</a> womöglich der beste Songwriter im deutschen Sprachraum, liefert auch auf dem vierten Studioalbum wunderbaren Pop, keine Frage.</p>
<p><iframe width="540" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/OzQIm-MidEg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Er versieht auch hier zwölf klangliche Preziosen mit einer unentrinnbaren Harmonie, durchzogen von betörender Großstadtlyrik, in der &#8220;die bestgemeinteste Revolte / nur dem was (bringt), der sie wollte&#8221;. Erwachsene Musik für Junggebliebene, mit allen Sinnen greifbar.</p>
<p>Aber muss man von einer Band dieser Güte nicht mehr erwarten als nostalgische Kontinuität, eine Art <em>Oral History</em> in der Endlosschleife? Da stellt sich natürlich die Frage, wie innovativ Musik denn sein kann. Die Zahl der Zeichen ist ausgeschöpft und lässt sich nur noch leidlich neu kombinieren, sagen die einen und bitten um Gelassenheit. Die Neukombination der Zeichen kann die Zahl der Möglichkeiten immer weiter erhöhen, sagen die anderen und bitten um mehr Mühe. Doch zu der ringen sich Kettcar scheinbar nicht mehr recht durch und lassen sich lieber ins weiche Federbett ihrer Kernkompetenz fallen. Man könnte sie <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2008/04/28/wer-singt-schon-uber-rugen_725" target="_blank">intelligente Behaglichkeit</a> nennen.</p>
<p>Dagegen ist wenig einzuwenden, dafür aber noch weniger anzubringen. Anders als manche hanseatischen Nachbarn und Gesinnungsgenossen von Tocotronic bis Die Sterne, von Kante bis Tomte, die sich – nicht immer zum Guten, aber doch beständig – entwickeln, bleiben Kettcar in ihrer Kuschelecke. Daran ändern ein paar dissonante Töne wie im Nestbashing <em>schrilles schönes hamburg</em> oder dem Auftaktstück <em>rettung</em> nicht viel. </p>
<p><iframe width="540" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/Y2EqylUI19s" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Kettcars Behaglichkeit klingt verteufelt bequem. Wenn sich das Quintett der Übervierzigjährigen also weiter auf den Lorbeeren ihres zweiten Albums <em>Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen</em> ausruhen, diesem erhabenen Melodram hiesiger Indiepopkultur, droht ihnen das Schicksal von <em>Element of Crime</em>. Deren Publikum gleicht längst demjenigen von Opernhäusern, gern als Silbersee verspottet – eines, das im Gleichschritt mit der Musik kultiviert ergraut. </p>
<p>Kettcar ist zu wünschen, dass sie nicht mehr nur kultivierte Musik mit Tiefe machen, sondern sich und anderen dabei auch mal wehtun. Für Geschmeidigkeit sind sie einfach zu gut.<br />
<em><br />
&#8220;Zwischen den Runden&#8221; von <a href="http://www.kettcar.net/" target="_blank">Kettcar</a> ist erschienen bei Grand Hotel van Cleef.</em></p>

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		<title>Air singen den Mond an</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/02/03/air-trip-to-the-moon_11800</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Schmidt</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Moon Safari&#8221; wurden sie berühmt. Das neue Album der zwei Franzosen heißt &#8220;A Trip To The Moon&#8221; und lässt den früheren Blümchensexsound hinter sich. Air sind zurück auf dem Mond. Zum zweiten Mal nach ihrem Debüt Moon Safari von 1998 widmen sie dem Erdtrabanten ein ganzes Album – aber nicht dem verträumten Begleiter romantischer [...]]]></description>
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<p><strong>Mit &#8220;Moon Safari&#8221; wurden sie berühmt. Das neue Album der zwei Franzosen heißt &#8220;A Trip To The Moon&#8221; und lässt den früheren Blümchensexsound hinter sich.</strong></p>
<div id="attachment_11805" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/02/air-540x304.jpg" alt="" title="air-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11805" /><p class="wp-caption-text">© Wendy Bevan/EMI</p></div>
<p>Air sind zurück auf dem Mond. Zum zweiten Mal nach ihrem Debüt <em>Moon Safari</em> von 1998 widmen sie dem Erdtrabanten ein ganzes Album<span id="more-11800"></span> – aber nicht dem verträumten Begleiter romantischer Nächte, der fernen Käsekugel, sondern dem Eroberungsobjekt weltraumgreifender Kolonialbegierden zu Beginn des 20. Jahrhunderts.</p>
<p>Über <a href="http://en.aircheology.com/" target="_blank">Air</a>, also Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel, herrscht das Missverständnis, sie seien vor allem eine schwermütige Chill-Out-Combo. Mit ihrem ersten Album sind sie in diese Nische gerutscht und nie wieder so recht herausgekrochen, dabei kamen sie mal vom Indierock. Viele ihrer Songs, vor allem die frühen, eignen sich einfach zu gut als Sonntagsfahrten-Soundtrack in der Auto-Anlage, unaufdringliche Hintergrundmusik zu Bargeplauder oder Blümchensexbeschallung.</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F33308357"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F33308357" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><a href="http://soundcloud.com/grillmarketing/air-seven-stars-featuring"><em>Air – &#8220;Seven Stars&#8221; ft. Victoria Legrand</em></a> </span> </p>
<p>Immer wieder mal brachen die beiden Herren aus den kommerziell so <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2009/10/07/tai-chi-der-seele_3708" target="_blank">erfolgreichen kuschelweichen Flaumbergen</a> auf zu schrägeren, dunkleren, spannenderen Gefilden. Immer wieder kehrten sie auch zurück zu klanglichen Schaumbädern. Jetzt sind sie also kosmografisch wieder da, wo sie angefangen haben. Und musikalisch? Ganz woanders – ein gutes Stück weiter.</p>
<p>Ausgangspunkt von <em>Le voyage dans la lune</em> (Die Reise zum Mond) ist ein Kurzfilm des französischen Regisseurs Georges Méliès von 1902 – der vermutlich erste Science-Fiction-Film überhaupt. Lose orientiert an Jules Verne und H. G. Wells handelt er von Astronauten, die auf dem Mond mit Eingeborenen aneinandergeraten, etliche von ihnen abschlachten und nach ihrer Rückkehr zur Erde wie Helden begrüßt werden. Der Film entstand zur Blütezeit des europäischen Kolonialismus&#8217;, damals gehörte sich so ein Umgang mit Wilden.</p>
<p>Air bekamen nun den Auftrag, zur 1993 wiederentdeckten und mühsam restaurierten, von Méliès handkolorierten Farbversion des 16-Minüters einen moderne Filmmusik zu schreiben. Aus dem Soundtrack des Films, der in dieser Form 2011 in Cannes Premiere hatte, ist nun das Album entstanden. Nicolas Godin beschreibt es so: Es sei &#8220;zweifellos organischer als die meisten unserer früheren Projekte. Wir wollten, dass es handgemacht klingt, zusammengeschustert, ein bisschen wie die Spezialeffekte bei Méliès. Alles ist live gespielt&#8230; Wie Méliès&#8217; Film nährt sich unser Soundtrack von lebender Kunst&#8221;.</p>
<p><iframe width="540" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/Jw3h-JrsRWg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Und das klingt kraftvoll, streckenweise martialisch, manchmal dumpf hämmernd, tribalistisch, abenteuerlich, verhallt, durchsetzt von den handkolorierten Farbtupfern, -flächen und -schlieren auf analogen Retro-Synthesizern, die das Markenzeichen von Air sind. <a href="http://aurevoirsimone.com/" target="_blank">Au Revoir Simone</a> und Victoria Legrand (von <a href="http://www.subpop.com/artists/beach_house" target="_blank">Beach House</a>) steuern Gesang bei. Manchmal klingt auch <a href="http://www.zeit.de/2011/41/Pink-Floyd" target="_blank">Pink Floyds</a> dunkle Seite des Mondes an. Wendungen ins Bukolische oder Hymnenhafte sind stets kurzlebig.</p>
<p>Stammestrommeln, Herzschlagrhythmen, Gitarren- und Drumsalven, hektische Unruhe, groovige Eurodisco mit unterschwelliger Bedrohung: Dieser Mond ist kein Ort für Verliebte, kein pastellbunter Kaugummiball. Er ist ein unwirtlicher Ort – die kraftvolle Kraterkugel, die auf der Erde die Gezeiten bewegt. Dieser Mond birgt ungeahnte Gefahren. Alles andere wäre langweilig.</p>
<p><em>&#8220;A Trip To The Moon&#8221; von Air erscheint am 7. Februar bei EMI.</em></p>
<p>Fotos: http://en.aircheology.com/Galerie-Photo</p>

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		<title>Blue Notes für Kuttenträger</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/02/01/jens-thomas-acdc_11786</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Schmidt</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Pianist Jens Thomas auf dem Highway To Jazz: Wenn Rockklassiker von AC/DC zu poetischer Kammermusik werden, ist es den einen zu seicht, den anderen zu spröde. Na, und? Die Debatte ist so vorhersehbar wie absurd: Wenn ein Jazzmusiker Material aus Pop, Rock oder Schlager verarbeitet, schreien selbst ernannte Lordsiegelbewahrer des wahren Jazz auf, er [...]]]></description>
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<p><strong>Der Pianist Jens Thomas auf dem Highway To Jazz: Wenn Rockklassiker von AC/DC zu poetischer Kammermusik werden, ist es den einen zu seicht, den anderen zu spröde. Na, und?</strong></p>
<div id="attachment_11795" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/02/jens-thomas-540x304.jpg" alt="" title="jens-thomas-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11795" /><p class="wp-caption-text">© Steven Haberland</p></div>
<p>Die Debatte ist so vorhersehbar wie absurd: Wenn ein Jazzmusiker Material aus Pop, Rock oder Schlager verarbeitet, <a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,807378,00.html" target="_blank">schreien selbst ernannte Lordsiegelbewahrer des wahren Jazz</a> auf, er biedere sich an den Mainstream an.<span id="more-11786"></span> Dabei haben Jazzmusiker schon vor 100 Jahren alles verwurstet, was ihnen unter die Finger kam; das Mischen von Genres ist geradezu das Wesen des Jazz.</p>
<p>Klar, wenn Jens Thomas Auszüge von <a href="http://www.zeit.de/online/2008/45/john-barry-ennio-morricone" target="_blank">Ennio Morricone</a> spielt oder sich mit Christof Lauer der Songs von <a href="http://www.zeit.de/kultur/2010-08/sting-symphonicities" target="_blank">Sting</a> annimmt, dann bringt das ordentliche Verkaufszahlen. Doch die genannten Alben ernteten auch hymnische Kritiken und europaweite Auszeichnungen, weil sie eben nicht kommerziell waren im Sinne von &#8220;ausgerichtet auf den Publikumsgeschmack&#8221;.</p>
<p>Mittlerweile hat Thomas noch einige Gänge an Komplexität zugelegt. Wem sollte sich seine jetzt vorliegende Beschäftigung mit Songs von <a href="http://www.acdc.com/de" target="_blank">AC/DC</a> auch anbiedern – den langmähnigen Kuttenträgern? Die dürften sich ob der reichlich spröden Musik schwer veräppelt fühlen.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2003/13Lit/M-Jens_Thomas" target="_blank">Zu Beginn des Jahrtausends</a> machte sich Jens Thomas einen Namen als große Hoffnung am Klavier des <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-08/deutscher-jazz-replik" target="_blank">jungen deutschen Jazz</a>, aber dann kam Othello dazwischen. Den inszenierte Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen, Thomas improvisierte dazu. Dabei entdeckte er seine Stimme, wie er sagt: &#8220;Ich habe schon immer, wie viele Pianisten, innerlich mitgesungen. Durch die emotionale Wucht der Theaterarbeit drang plötzlich meine Stimme wie von selbst ans Tageslicht.&#8221; Thomas bastelte sich einen eigenen Stil, bassig, mit rezitativen Elementen und Falsett- und Obertonversatzstücken.  </p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,718286,00.html" target="_blank">Einige Hamlets</a>, Medeas, Workshops, lyrische Performances und das Literaturraprockjazz-Album <a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,517791,00.html" target="_blank"><em>Goethe! Gesang der Geister</em></a> später knüpft Thomas einerseits da an, wo er mit Morricone und Sting schon mal war. Andererseits schöpft er aber auch aus dem Vollen seiner Theatererfahrung: Das ist nicht nur Musik, was er da auf <em>Speed Of Grace</em> treibt, das hat auch viel von Drama und Performance.</p>
<p>Warum AC/DC? Sein Bruder, erzählt Jens Thomas, &#8220;war der totale AC/DC-Fan, und ich habe das lange mitverfolgt. Dann habe ich das aus den Augen verloren, weil ich mit den neueren typischen Heavy-Metal-Sachen nichts mehr anfangen konnte. Bis ich vor drei Jahren auf einer Party <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=jFlNo1NjAEQ" target="_blank">It&#8217;s A Long Way To The Top</a></em> hörte. Diese Intensität und dieses fast Schamanische haben mich umgehauen.&#8221;</p>
<p>Das Schamanische hat es dem Pianisten, der bei Dieter Glawischnig an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg studiert hat, ohnehin angetan: Laut seiner <a href="http://www.jensthomas.com/" target="_blank">Homepage</a> widmet er sich auch der &#8220;Verbindung von schamanischer Heilarbeit und musikalischer Improvisation&#8221;. Dazu hat er unter anderem eine Schule der Geistheilung absolviert. Das klingt ein bisschen spinnert, zeitigt aber, angewandt auf die Songs von AC/DC, ein frappante Wirkung.</p>
<p>Thomas unterzieht Kracher wie <em>Highway To Hell</em>, <em>Live Wire</em> oder <em>T.N.T.</em> einer Geistheilung, destilliert aus ihnen ätherische Gebilde, durch die die Skelette der Brüder Angus und Maclcolm Young spuken und in denen das Ektoplasma des 1980 verstorbenen Bon Scott wabert. Thomas&#8217; Stimme säuselt durch halllastige Dekonstruktionen rock&#8217;n'rolliger Riffs. Die rasch hingeworfenen Hardrock-Texte gewinnen so eine neue Bedeutsamkeit, vor allem, wenn der Finne <a href="http://www.myspace.com/verneripohjola" target="_blank">Verneri Pohjola</a> seine mal hauchende, mal strahlende Trompete ins Spiel bringt.</p>
<p>Die Festzeltfeger der australischen ewigen Schuljungs verbrämt Jens Thomas zu poetischer Kammermusik. Man muss das Ergebnis nicht gut finden. Aber schon einen ausgesprochen beschränkten Jazzbegriff verfechten, um sich darüber aufzuregen.</p>
<p><em>&#8220;Speed Of Grace&#8221; von Jens Thomas ist erschienen bei ACT.</em> <em>Unter diesem Link finden Sie <a href=" http://www.actmusic.com/product_info.php?products_id=346" target="_blank">Hörproben vom neuen Album</a>.</em></p>

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		<title>Auf keinen Fall Folk!</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/01/30/diagrams-black-light_11743</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 08:25:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Freitag</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Sam Genders&#8217; Bandprojekt Diagrams müsste man ein neues Genre benennen. Sein Album &#8220;Black Light&#8221; quillt über vor Kreativität und ist im besten Fall toller, verspielter Pop. Folk kann man ja auch schon wieder nicht mehr hören. New Folk, Old Folk, Eastcoast Folk, Westcoast Folk, dazu Folkpunk, Folkrock, Indiefolk, Elektrofolk, Weird Folk oder leicht aufgeblasen: [...]]]></description>
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<p><strong>Für Sam Genders&#8217; Bandprojekt Diagrams müsste man ein neues Genre benennen. Sein Album &#8220;Black Light&#8221; quillt über vor Kreativität und ist im besten Fall toller, verspielter Pop.</strong></p>
<div id="attachment_11748" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/01/diagrams-540x304.jpg" alt="" title="diagrams-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11748" /><p class="wp-caption-text">© Paul Heartfield/Chrissie Abbott</p></div>
<p>Folk kann man ja auch schon wieder nicht mehr hören. New Folk, Old Folk, Eastcoast Folk, Westcoast Folk, dazu Folkpunk, Folkrock, Indiefolk, Elektrofolk, Weird Folk<span id="more-11743"></span> oder leicht aufgeblasen: <em>baroque harmonic pop jams</em>, wie die <a href="http://www.zeit.de/2011/12/M-Fleet-Foxes" target="_blank">Fleet Foxes</a> den orchestralen Folk der neuesten Art umschreiben – wann immer junge Männer ihren melodramatischen, selbstreferenziellen, oft suizidalen, jedenfalls wirklich echten innersten unmännlichen Gefühlen allein oder gemeinsam mit ihrer Gitarre Ausdruck verleihen wollen, ist rasch vom Unwort des Musikjahrzehnts die Rede. Folk.</p>
<p>Da ist also Vorsicht geboten, wenn ein – man sagt das heute aus Angst vor Festlegungen so – neues Projekt von offizieller Seite als &#8220;experimenteller Folk&#8221; apostrophiert wird. Denn die Diagrams, eben solch ein &#8220;Projekt&#8221; des Sängers der (Obacht!) Folktronicaband <a href="http://www.tunng.co.uk/" target="_blank">Tunng</a>, haben mit Folk eigentlich nichts am Hut. </p>
<p><iframe width="540" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/dI6WakVcheY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Sam Genders&#8217; Solo-Ausflug mit Hilfe befreundeter Kollaborateure ist viel zu ereignisreich für Folk, viel zu vielstimmig und abseits aller Worte aussagefreudig. Daran ändert seine artgarfunkelig verdoppelte Hauchstimme wenig. Auch eine erdfarbene Gebirgscollage mit Rabenvogel auf dem Cover sorgt nicht für abschließende Ländlichkeit. Und durch die getragene Grundstimmung des Ganzen wird die Folkthese ebenfalls nicht schlüssiger.</p>
<p>Nein – <em>Black Light</em>, das erste (und hoffentlich nicht letzte) Album der Diagrams, ist Pop. Purer Pop sogar, der in seiner Verspieltheit gelegentlich an die <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2010/02/05/yeasayer-odd-blood_4642" target="_blank">Yeasayer</a> erinnert, sich aber mit einer überaus gradlinigen Rhythmik wieder zurück ins Radio spielt. Nicht Folkpop (falls es das gibt), sondern einer, der zwischen Genders&#8217; sanften Gesangslinien kleine Gewitter instrumenteller Artenvielfalt streut, ohne eins mit dem anderen zu verwirren. </p>
<p>Da sind die Drums von Matt McKenzie and Tom Marsh, die sich im Hintergrund halten, dabei mehr als bloß Präsenz zeigen und gleich zu Beginn in <em>Tall Buildings</em> fast davontreiben. Da sind die Saiteneinsätze von Danyal Dhondy, der den Bass in <em>Mills</em> beinahe slappt, dessen Gitarre in <em>Appetite</em> fast funky klingt, der nie am Genre festhält, sich selbst aber stets zurück. Da wäre Hannah Peel, die ins ohnehin quirlige <em>Antilope</em> unerwartet einige Posaunen mischt und das Stück mit Geigen, Samples, Allerlei fast in Bigband-Sphären treibt.</p>
<p><iframe width="540" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/WdaPGm6Y3t0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Es ist also ein ziemliches Durcheinander – ganz anders als Folk nämlich–, das zwischen den Zeilen fast kontemplative Gelassenheit erreicht. Man mag da an <a href="http://www.zeit.de/2010/39/Edwyn-Collins" target="_blank">Edwyn Collins</a> denken, Robert Palmer, <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2010/02/12/hot-chip_4707" target="_blank">Hot Chip</a> womöglich. </p>
<p>Am Ende bleiben die Diagrams sie selbst: ein buntes Panoptikum eines Ideenreichtums, der sich keine Grenzen auferlegt. Der alles fröhlich in jeden Song hinein sampelt, bis er überquillt vor Kreativität. Dabei keinen der neun Tracks zappelig klingen zu lassen, jedem einzelnen so viele Momente entspannter Ruhe zu gestatten – das ist das Verdienst von Sam Genders und seinem Schmuseorgan. Aber nicht allein. Es liegt auch am Arrangement, am Mut zur Pause, am Ausbleiben jeder Konvention. Man müsste dafür ein neues Genre benennen. Nur Folk sollte darin nicht vorkommen.</p>
<p><em>&#8220;Black Light&#8221; von <a href="http://www.diagramsmusic.co.uk/" target="_blank">Diagrams</a> ist erschienen bei Full Time Hobby.</em></p>

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		<title>Trümmerbruch in der Disco</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/01/27/skrillex-bangarang_11757</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 11:06:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Freitag</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Elektronika]]></category>

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		<description><![CDATA[Mal wieder die Ohren durchpfeifen lassen? Dieser elektronische Berserker namens Skrillex hat goldene Produzentenhände. Er ist völlig zurecht für fünf Grammys nominiert. Echte Stilbrüche muss man mutig vollziehen, sonst sind sie nutzlos. Sonny John Moore wagt sogar den Trümmerbruch, Tendenz zur Pulverisierung, die Umwertung aller Werte. Wenn seine Biografie nämlich nicht ebenso artifiziell ist wie [...]]]></description>
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<p><strong>Mal wieder die Ohren durchpfeifen lassen? Dieser elektronische Berserker namens Skrillex hat goldene Produzentenhände. Er ist völlig zurecht für fünf Grammys nominiert.</strong></p>
<div id="attachment_11759" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/01/skrillex-540x304.jpg" alt="" title="skrillex-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11759" /><p class="wp-caption-text">© Ethan Saks</p></div>
<p>Echte Stilbrüche muss man mutig vollziehen, sonst sind sie nutzlos. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Skrillex" target="_blank">Sonny John Moore</a> wagt sogar den Trümmerbruch, Tendenz zur Pulverisierung, die Umwertung aller Werte.<span id="more-11757"></span> Wenn seine Biografie nämlich nicht ebenso artifiziell ist wie seine Platten, muss der 24-Jährige vor gar nicht langer Zeit als Singer/Songwriter durch den Westen gereist sein. Ein Mann, seine Gefühle, die Wandergitarre – weiter könnte das Bild nicht von dem entfernt sein, was der elektronische Berserker unterm Künstlernamen <a href="http://www.skrillex.com/" target="_blank">Skrillex</a> seit drei, vier Jahren veranstaltet.</p>
<p>Andererseits: Mit Worten ist auch seine klangliche Gegenwart kaum zu beschreiben. Brostep haben sich findige Labelsucher dafür ausgedacht, eine Art radikalisierter Dubstep, mit weniger unterschwelligem Bass, dafür umso mehr mittel- bis hochschwelligem Krach. Brostep ist ein tanzbares Chaos voller Klangfragmente, die eher miteinander ringen, als ineinander zu wirken, drei- bis fünfminütige Zuritte unzähmbarer Wildpferde, wenn man so will. Und Skrillex ist einer der besten Cowboys der Ranch.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/27911262?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff" width="540" height="330" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe>
<p><a href="http://vimeo.com/27911262"><em>Skrillex &#8211; First Of the Year (Equinox)</em></a></p>
<p>Nach dem weltweit beachteten Dance-Track <a href="http://soundcloud.com/skrillex/scary-monsters-and-nice" target="_blank"><em>Scary Monsters and Nice Sprites</em></a> von der gleichnamigen EP, die am 12. Februar in gleich fünf Kategorien um Grammys kämpft, verdichtet er sein Talent zur Sortierung des Unsortierbaren jetzt noch ein wenig weiter. Denn seine fünfte Platte in gut zwei Jahren, die EP <em>Bangarang</em>, stellt in dem Unterfangen die vielleicht größte Ordnungsleistung der Popgeschichte dar: Durch die koordinierenden Hände dieses jungen Diskjockeys, der seine alten Schallplatten längst gegen Sequenzer, Kaossilator, Keyboard, Groovebox, also digitale Surrogate analoger Tonerzeugung getauscht hat, scheint tatsächlich ein Plan ins Durcheinander der Samples, Sounds und Instrumente zu geraten.</p>
<p>Und wenn das Prinzip elektronischer Töne in dieser Anordnung die strukturierte Verwirrung des Partyvolks ist, ein abendliches Tanzflächentrainingslager der Bauch-Verstand-Koordination, dann beherrscht Skrillex die ganz hohe Schule. Er macht aus dem akustischen Stahlbad eine erfrischende Klangdusche, die weder abstumpft noch einlullt. Sie spült einem die Ohren mit grobkörnigem Zeugs durch, aber nach Ohrenspülungen hört man bekanntlich besser. </p>
<p><object height="265" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F906076"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="265" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F906076" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><em><a href="http://soundcloud.com/skrillex/sets/scary-monsters-and-nice">Scary Monsters And Nice Sprites EP</a> by <a href="http://soundcloud.com/skrillex">Skrillex</a></em></span> </p>
<p>Zuhause im Wohnzimmer, ohne das sensorisch sedierende Umfeld von Licht- und Bildershows, mag das so befremdlich wirken wie Rammstein zum Frühstück. Doch es lohnt sich selbst dann. <em>Bangarang</em> ist wie eine Fünf in Mathe, bei der alle Ergebnisse stimmen, aber kein Rechenweg. Man versteht – unter Einsatz von Alkohol, Adrenalin und was noch so berauscht – sehr genau, was Skrillez da mit uns macht: die frühen Chemical Brothers mit spätem Metalcore zu vereinen, Aphex Twin, The Prodigy und aktuelle AraabMUZIK mit Gitarren-Soli, Industrial-Geräuschen, R&#8217;n'B-Samples oder – wie in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=83UEnLOV1oE&#038;feature=player_embedded" target="_blank"><em>Breakn&#8217; A Sweat</em></a> – sich selbst mit den ergrauten Psychorockern The Doors. Nur wie genau er das macht, bleibt uns verborgen. Egal.</p>
<p>Zumal er wenig Worte benötigt, um sein Publikum zu unterhalten. Der Sticker <em>Parental Advisory</em> auf dem morbiden Cover ist da so sinnvoll, als warnte ein Schild am Hochsicherheitstrakt vor gefährlichen Gefangenen im Innern: Weiß jeder, ändert aber nichts. Bei Skrillex weiß man wenig und es ändert alles. Solche Brüche machen Musik groß.</p>
<p><iframe width="540" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/83UEnLOV1oE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><em>&#8220;Bangarang&#8221; von Skrillex ist erschienen bei OWSLA/Big Beat.</em></p>

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		<title>Die schwedische Meta-Sirene</title>
		<link>http://blog.zeit.de/tontraeger/2012/01/25/jennie-abrahamson_11712</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 09:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Winkler</dc:creator>
		<category>Tonträger</category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Freunde der melancholischen Popstimme: Jennie Abrahamson bedient sich bei Kate Bush, Lykke Li, Florence Welch und Robyn und komponiert ein sehr schönes Album daraus. Vor ein paar Monaten noch hätte man sagen können: Jennie Abrahamson klingt wie Kate Bush. Von Kate Bush kann man ja gar nicht genug kriegen, und weil die echte Kate [...]]]></description>
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<p><strong>Für Freunde der melancholischen Popstimme: Jennie Abrahamson bedient sich bei Kate Bush, Lykke Li, Florence Welch und Robyn und komponiert ein sehr schönes Album daraus.</strong></p>
<div id="attachment_11722" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img src="http://blog.zeit.de/tontraeger/files/2012/01/jennie-abrahamson-540x304.jpg" alt="" title="jennie-abrahamson-540x304" width="540" height="304" class="size-full wp-image-11722" /><p class="wp-caption-text">© How Sweet The Sound</p></div>
<p>Vor ein paar Monaten noch hätte man sagen können: Jennie Abrahamson klingt wie Kate Bush. Von Kate Bush kann man ja gar nicht genug kriegen<span id="more-11712"></span>, und weil die echte Kate Bush jetzt schon so lange im Urlaub ist, ist es doch umso schöner, dass es Jennie Abrahamson gibt.</p>
<p>Nun ist es aber ein paar Monate später und deshalb muss man sagen: Jennie Abrahamson klingt zwar immer noch wie Kate Bush, aber <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2011/11/18/kate-bush-snow_11083" target="_blank">Kate Bush</a> ist doch tatsächlich mal wieder <a href="http://www.zeit.de/2011/48/Interview-Kate-Bush" target="_blank">aus ihrem länglichen Urlaub aufgetaucht</a>, und von diesen vielen anderen Sängerinnen, die auch alle irgendwie klingen wie Kate Bush, wollen wir gar nicht erst anfangen.</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F21531477"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F21531477" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><a href="http://soundcloud.com/jennieabrahamson/give-it-up-single-edit"><em>Jennie Abrahamson – Give it up</em></a> </span> </p>
<p>Die Startbedingungen für <em>The Sound of Your Beating Heart</em>, das neue Album der Schwedin Jennie Abrahamson, haben sich also in jüngerer Zeit grundlegend gewandelt. Mittlerweile wachsen sie überall, diese Sirenen, die, hört man sie erstmal singen, mit wehenden Haaren von grünen Hügeln herunter zu rennen scheinen. </p>
<p>Das ist, zugegeben, ein ziemlich blödes Klischees, im Fall von Abrahamson aber vertretbar. Schließlich ist sie den Vergleich gewöhnt: Aus irgendeinem nicht näher zu ermittelnden Grund würden in Schweden alle Sängerinnen permanent mit Kate Bush verglichen, pflegt Abrahamson zu erzählen. Da hätte sie sich gedacht, könne sie ja auch gleich so klingen wie die verehrte Kollegin.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/21969162?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="540" height="330" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe>
<p> <em>Jennie Abrahamson – Hard to come by</em></p>
<p>Wie auch immer. Die aktuelle Schwemme recht wehmütig gestimmter Frauen, die sich im Folk bedienen, aber auch vor ein wenig Elektronik nicht zurückschrecken, die eher flöten als dass sie sängen, aber trotzdem durchaus handfeste Themen verarbeiten, die schlägt gerade vehement über uns zusammen. Bevor sie am Strand sanft ausrollt, gilt es, feinere Unterscheidungskriterien zu benutzen. </p>
<p>Also: Abrahamson ist lange nicht so düster wie <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-05/rekorder-lykke-li" target="_blank">Lykke Li</a>, aber auch nicht so fröhlich wie <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2010/11/05/nina-kinert_6854" target="_blank">Nina Kinert</a>. Sie ist nicht ganz so brav wie Ane Brun, aber halt auch nicht so mondän wie <a href="http://www.zeit.de/2012/04/D-Lana-Del-Rey" target="_blank">Lana Del Rey</a>. Ihre Beats sind nicht so tanzbar und entschieden an der modernen Dancefloor-Kultur orientiert wie die von <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-03/rekorder-robyn" target="_blank">Robyn</a>, aber doch sehr viel zeitgemäßer und weniger bröckelig als die von <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2009/06/24/betorend-mit-leichtigkeit_2952" target="_blank">CocoRosie</a>. Außerdem hat Abrahamson keine Angst vor Streichern, aber eifert einer Enya lange nicht so hingebungsvoll nach wie zuletzt <a href="http://blog.zeit.de/tontraeger/2011/11/11/florence-and-the-machine_11038" target="_blank">Florence &#038; The Machine</a>.<br />
Wer unbedingt und ums Verrecken einen kleinsten gemeinsamen und geschmacklich abgesicherten Nenner im Segment &#8220;Gepflegt melancholische Popstimme mit nicht allzu tiefen Abgründen&#8221; sucht, der liegt mit Jennie Abrahamson genau richtig. Vor allem auch, weil Abrahamson für <em>The Sound Of Your Beating Heart</em> einige sehr hübsche Songs geschrieben hat, vor allem <em>Hard To Come By</em>, <em>Give It Up</em>, <em>Hole in You</em> und <em>Running</em>. </p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F18063922"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F18063922" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  <span><a href="http://soundcloud.com/jennieabrahamson/wolf-hour-radio-edit"><em>Jennie Abrahamson – Wolf Hour</em></a> </span> </p>
<p>Zu profan? Vielleicht lieber so: Abrahamson destilliert so geschickt die Vorzüge aus dem Werk aller verfügbaren Konkurrentinnen, dass man schon fast von Meta-Sirenen-Pop mit Kate-Bush-Anspruch sprechen könnte. Wie um diese Theorie zu stützen, singt sie: &#8220;<em>You didn&#8217;t know at the time why you kept on/ But you were drawn to the siren song</em>&#8220;. Kurz: Es ist einfach schöne, sehr schöne Musik.</p>
<p><em>&#8220;The Sound Of Your Beating Heart&#8221; von <a href="http://jennieabrahamson.com/" target="_blank">Jennie Abrahamson</a> erscheint am 27. Januar bei How Sweet The Sound/Cargo.</em></p>

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