Kandidaten und Kampagnen – wer wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten?

Wie Sandy Romneys Wahlkampf aus dem Lot bringt

Von 31. Oktober 2012 um 12:03 Uhr

Der Dienstag muss ganz furchtbar für Mitt Romney gewesen sein. Angesichts der zerstörerischen Kraft des Hurrikans Sandy war das Gebot der Stunde: kein Wahlkampf! Wie soll das jemand aushalten, der seit einer gefühlten Ewigkeit Präsident der USA werden will, und jetzt eine Woche vor der Abstimmung so kurz vor dem Ziel zu sein scheint.

Dieser Mann kennt doch seit gut fünf Jahren nichts anderes als den permanenten Wahlkampf. Und dann plötzlich darf man nicht mehr so einfach auf den Gegner eindreschen, nicht einfach weitermachen wie bisher, weil es sich einfach nicht gehört. In Zeiten, da das Land zusammenrücken und an der Ostküste in das Auge des Sturms blicken musste, fiel es dem republikanischen Herausforderer von Barack Obama schwer, sich positiv im Gespräch zu halten.

Während Obama alle Wahlkampfauftritte absagte, um in Washington die Katastrophenhilfe zu koordinieren, Führungsstärke zu zeigen, einfach seinen Job als Präsident zu machen, tat Romney also was? Nun, irgendwie musste er ja in die Schlagzeilen, wenn er schon nicht an vorderster Front "den Schröder machen" konnte (im Archiv unter "Schröder, Gerhard/Bundeskanzler/Elbe-Hochwasser", wir erinnern uns).

Was er dann in Ohio abzog, hieß offiziell Relief Events. Man musste aber nicht allzu genau hinsehen, um diese Veranstaltungen als ziemlich dreiste Mogelpackungen zu sehen. Zuallererst muss in dieser Phase des Wahlkampfs doch jedem klar sein: Egal wie man es nennt, ein öffentlicher Auftritt des Kandidaten, große Bühne, Musik, Videos – das ist Wahlkampf. Auch wenn man Romney zugute halten muss, dass er die Wahl nicht mit einem Wort erwähnte – auch Obamas Namen nahm er nicht in den Mund. Allerdings konnte die Kampagne nicht einmal sicherstellen, dass sich alle an die Sprachregelung Relief Event hielten – "Republican Campaing Event" oder "Victory Rally" klingt jedenfalls schon wieder ganz anders:

Natürlich bekamen die Besucher der Veranstaltungen auch wieder eine Reihe von Wahlwerbevideos zu sehen:

Und auch sonst scheint bei den hastigen Vorbereitungen nicht viel Augenmerk auf dem Sturm gelegen zu haben. Wie sonst konnte ein Song der Zac Brown Band laufen, dessen Text die Zeilen "Knee deep in water somewhere" enthält; "Dancing in the Streets" war sicher auch keine besonders gute Wahl.

Aber trotzdem, gehen wir einen Moment lang mal davon aus, Romney habe mit diesen Events Gutes im Sinn gehabt. Schließlich wurden dort wie auch in seinen Wahlkampfbüros beispielsweise Konservendosen oder Kleidung gesammelt für Gebiete, die der Sturm besonders hart getroffen hat. Die Güter sollten nach Romneys Ankündigung vor allem nach New Jersey geschickt werden. Aber mal im Ernst: Hilft das wirklich? Organisationen wie das Rote Kreuz kämpfen seit jeher gegen den frommen Wunsch vieler Menschen, in Krisenzeiten durch Sachspenden ihre in Not geratenen Mitbürger zu unterstützen. Die professionellen Helfer lehnen solche Sammlungen sogar ab – weil etwa das Sortieren, Reinigen und Weiterleiten einfach zu viele Ressourcen bindet.

In Massachusetts, wo Romney Gouverneur war, schreibt das Executive Office of Public Safety and Security sogar: "Gespendete Güter und Freiwillige, die in einem Katastrophengebiet nicht ausdrücklich gebraucht werden, können mehr schaden als helfen. Gut gemeinte, aber wenig durchdachte Sendungen von Sachspenden und Freiwilligen in ein Gebiet, das von einer Katastrophe betroffen ist, können sogar eine 'zweite Katastrophe' auslösen, auch wenn die Spender wirklich nur helfen wollen."

Und dann ist da noch die Sache mit der nationalen Katastrophenschutzbehörde Fema. Was Romney über sie im Vorwahlkampf der Republikaner zu sagen hatte, liegt zunächst ganz auf der Linie seiner Partei, aus seinem Munde war es schon gar keine überraschende Einschätzung: Wenn es geht, sollte der Bundesstaat eine Aufgabe übernehmen, die nicht zwingend von Washington aus geregelt werden muss. Besser noch, wenn der Privatsektor dies leisten kann.

Auch wenn er vielleicht die Fema nicht grundsätzlich infrage gestellt hat, holt ihn das Thema nun ein. Während die Behörde im Angesicht von Sandy zeigen kann, was sie zu leisten imstande ist, weigert sich Romney standhaft, sich konkret dazu äußern und ignoriert Fragen nach seiner Position zur Fema.

Romney kann Obama beim Katastrophenschutz nicht angreifen

Das ist vielleicht auch besser so. Denn Experten halten wenig davon, die Aufgaben der Fema an anderer Stelle anzusiedeln. Kathleen Tierney, Direktorin des Natural Hazard Center an der University of Colorado in Boulder sagte der Washington Post: "Wir wissen sehr gut, dass viele Bundesstaaten nicht die nötigen Kapazitäten haben, wenn es darum geht, Auswirkungen zu lindern, auf Katastrophen vorbereitet zu sein, auf sie zu reagieren und sich von ihnen zu erholen – besonders in diesen finanziell angespannten Zeiten."

Sie könne sich nicht vorstellen, dass die Bundesstaaten "einen wirklich guten Job im Katastrophenfall machen würden". Die USA hätten eine gute Infrastruktur, um mit Gefahren und Katastrophen umzugehen, viele hielten sie für die beste der Welt. "Es gibt sicherlich Schwächen, aber grundsätzlich ist es ein gesundes System, das aus seinen Fehlern lernen kann."

Und genau das ist passiert, nachdem die Fema viel Kritik für ihre wenig überzeugende Leistung nach dem Hurrikan Katrina 2005 einstecken musste. Unter Präsident Obama ist die Behörde neu strukturiert worden und hat vor allem neue Kompetenzen erhalten: Seither kann sie bereits im Vorfeld von großen Naturkatastrophen aktiv werden und muss nicht – wie zuvor – darauf warten, dass die Bundesstaaten Hilfe anfordern, wenn es bereits Schäden und Opfer gibt. Dafür hat Obama von professionellen Nothilfemanagern und selbst republikanischen Gouverneuren gewichtiges Lob erhalten.

Wenn Romney heute wieder in den "echten" Wahlkampf einsteigt, wird er deshalb wenig politischen Gewinn daraus ziehen können, sich weiter zum Thema zu äußern. Insgeheim wird er sich maßlos darüber ärgern, dass der republikanische Gouverneur von New Jersey voll des Lobes für Obamas Handhabung der Katastrophe ist. Chris Christie ist ein unnachgiebiger Kritiker des Präsidenten und nennt dessen Einsatz nun "bewundernswert" und "großartig". Der Wahlkampf schere ihn aber jetzt einen Dreck, sagt er. Heute treffen die beiden zusammen, wenn Obama die Schäden des Sturms selbst in Augenschein nimmt. Gegen solche Schlagzeilen kann Romney derzeit wenig ausrichten.

Ein kleiner Nachtrag noch zu Romneys "storm relief event" in Dayton, Ohio: Die Vorbereitungen zu dieser "unpolitischen" Veranstaltung liefen auf den letzten Drücker. Und offenbar hatten die Organisatoren Angst, es könnten nicht genügend Menschen dem Aufruf folgen, Sachspenden abzugeben, und es könnte peinlich werden. Jedenfalls suchte man am Abend vorher einen Walmart auf, um für 5.000 Dollar Konservendosen, Windeln und andere Güter zu kaufen – damit es zumindest schon einmal nach etwas aussehen würde.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Was soll Romney auch sagen? Das er der Fema Geld entziehen möchte? Mehr Privatisierung einführen möchte? Dieser Hurrikan zeigt die Schwachstellen des US-Nachtwächterstaats, den Romney gerne förden möchte. Es ist bitter, aber Sandy ist der perfekte Sturm für Obama.

  2. 2.

    Die Naturkatastrophe begünstigt den Amtsinhaber, weil er dort sitzt wo er sich, wenn er nicht so pennt wie Bush jun. bei Katrina, profilieren kann.
    Das kennen wir ja von 2002, dem Elbhochwasser und Gerhard Schröder in Gummistiefeln.
    Das ist also nichts Neues und noch längst kein Grund, den Herausforderer zu kritisieren. Was kann/soll er in dieser Situation machen? Etwa aufhören?

  3. 3.

    Es ist schon erstaunlich, dass die Hälfte der Amerikaner einen Mitt Romney zum Präsidenten machen will. Da ist es durchaus begrüßenswert, dass er sich rechtzeitig selbst abwählt.
    Mir ist ein Artikel aus George W. Bush´s zeiten in Erinnerung geblieben, der angesichts der damals vom obersten Gerichtshof entschiedenen Wahl folgenden Artikel publizierte:
    http://www.fromthewilderness.com/free/ww3/112304_power_delusion.shtml

    • 31. Oktober 2012 um 13:40 Uhr
    • Billion
  4. 4.

    Ein Glück!

  5. 5.

    Desparate conservative freak out: http://www.youtube.com/watch?v=t37vENa3oTQ

    • 31. Oktober 2012 um 13:53 Uhr
    • Nihil Baxter
  6. 6.

    Wenn ich Romney wäre, dann würde ich jetzt den verbleibenden, verfügbaren Teil meines Wahlkampf-Etats nehmen und für die Katastrophenhilfe spenden.
    Am Ende nochmal 2 Millionen meines Privat-Vermögens oben drauf Packen, medienwirksam.
    Das ist da beste, was er jetzt machen kann, dafür bemäme er sicher auch im Falle einer Niederlage noch Anerkennung.

    • 31. Oktober 2012 um 13:54 Uhr
    • Jens Siegfried
  7. 7.

    „Sandy war ein Demokrat“

    Ich bin nun kein Freund von Romney, aber dass er jetzt etwas hilflos in seinem Wahlkampf ist: dafür kann er nichts. Präsident Obama hingegen kann sich als Prasident nur um den nationalen Notstand kümmern und macht eben gerade damit einen enorm effektiven Wahlkampf – jedenfalls, wenn er seinen Job gut erledigt, was bisher der Fall zu sein scheint.

    Der Sturm Sandy hat sich als ein Demokrat herausgestellt.

    • 31. Oktober 2012 um 13:56 Uhr
    • WolfHai
  8. 8.

    Ob er patzt, wer weiß es.
    Aber mit gespendeten Safttüten die ersten unmittelbar erkennbaren Folgen des Klimawandels in den Griff bekommen zu wollen, das hat schon etwas unfreiwillig Komisches.

    • 31. Oktober 2012 um 14:12 Uhr
    • romney der Spendenritter mit Herz
  9. 9.

    So eben wurde noch der Hauptartikel kritisiert, da er sich zu sehr auf Twitter verlässt. Nun kommt schon der nächste Blogeintrag ganz oben auf die Seite und benutzt Twitter als Faktencheck. Das kann doch nicht ernsthaft seriöser Journalismus sein?

    • 31. Oktober 2012 um 14:14 Uhr
    • Mieheg
  10. 10.

    Man gut das Amerika wählt und nicht die deutsche Presse ..

    • 31. Oktober 2012 um 14:14 Uhr
    • apollo23
  11. 11.

    Höchste Zeit umzudenken!
    Wenn Amerika nicht anfängt mehr in die Menschen, in die Infrastruktur und Prävention zu investieren, dann werden sie auch wirtschaftlich bald hinten anstehen!
    Aussen hui, innen pfui, aber hat nun die ganze Welt zugesehen.
    Will man solche *Demokratie für Unternehmer* der ganzen Welt als Vorzeigemodell weiter anbieten, *America first* als Antwort der Weltklimasorgen am eigenen, negativen Beispiel beibehalten?
    Wie viel Stürme dieser Art braucht Amerika noch, bis man das eigene System endlich auf den gesellschaftlichen Prüfstand stellt?

    • 31. Oktober 2012 um 14:18 Uhr
    • Peter G.
  12. 12.

    Liebe(r) Mieheg,
    in diesem Fall decken sich Twitter und seriöser Journalismus durchaus: Die verwendeten Tweets stammen von Reporter-Kollegen von New York Times, NPR, USA Today und Talking Points Memo, die vor Ort über die Events berichteten – das sollte doch als Quelle durchaus belastbar sein, oder?
    Beste Grüße, C. Luther

    • 31. Oktober 2012 um 14:20 Uhr
    • Carsten Luther
  13. 13.

    […] Die direkten Schäden dürften sich laut IHS auf rund 20 Milliarden Dollar belaufen, hinzu kommen Gewinneinbußen der Unternehmen, die mit bis zu 30 Milliarden Dollar beziffert werden. Laut AIR Worldwide, einer Firma für Katastrophenberechnungen, könnten sich allein die versicherten Schäden auf sieben bis 15 Milliarden Dollar belaufen. Der Prognosedienst Equecat geht von Versicherungsschäden zwischen fünf und zehn Milliarden Euro aus, der Gesamtschaden werde bis zu 20 Milliarden Dollar betragen. Wie Sandy Romneys Wahlkampf aus dem Lot bringt – Romney kann mit Krisen nicht umgehen#usa #wahlkampf blog.zeit.de/us-wahl/2012/1… […]

  14. 14.

    Die wichtigste Botschaft für jeden von uns steckt im letzten Absatz. In Zeiten der Not schert sich Christie einen Dreck um den Wahlkampf. Was auch immer er gegen Obama bisher ins Feld geführt hat, ist unwichtig geworden. Es geht jetzt darum, den Menschen zu helfen und über alle ideologischen Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten.

    Und in solchen Situationen wird das Lob für das Krisenmanagement ausgesprochen, weil es gerechtfertigt ist. Egal, ob einer Woche der Gelobte gegen den eigenen Parteikollegen in der Präsidentschaftswahl antritt. Von dieser Einstellung können wir uns alle eine Scheibe abschneiden.

    • 31. Oktober 2012 um 14:36 Uhr
    • Rigor Mortis
  15. 15.

    Ich halte Reporter nur bedingt für seriöse Quellen, besonders wenn sie für eine politische Richtung stehen. USA-Today z.B. ist eher bei den Demokraten. Desweiteren halte ich auch den Twitter-Tweet eines Reporters für keine(!!) seriöse Quelle. Da er den auch nutzen kann um seine private Meinung kundzutun. Das muss alles nicht stimmen, aber die Möglichkeit besteht und kaum jemand wird in der Lage sein dies zu falsifizieren. Erschwerend kommt hinzu, dass nur eine Auswahl von Reportern auf Twitter aktiv ist, bzw. dort sich zu Romney äußert. Ich wäre also sehr vorsichtig damit dies als alleinige Quelle zu nutzen, auch wenn ich die Schlußfolgerung des Artikels voll und ganz teile. Es wäre wünschenswert, wenn Romney bald vergessen wäre.

    • 31. Oktober 2012 um 14:38 Uhr
    • arribert
  16. 16.

    Wenn ich die Weltwirtschaft jetzt richtig verstanden habe, sollte man nun die Steuern senken und sparen.

    Zu Romney: Effektiv werden jedwede Handlungen im Zeichen des Wahlkampfes gesehen, von Obama wie auch Romney. Da schließe ich mich völlig Kommentar 2 an.

  17. 17.

    ein Multimillionär stellt sich im Wahlkampf mit Jeans und aufgekrempelten Ärmeln betont bieder auf eine alte Kiste im ALDI-gestylten Veranstaltungsraum,
    sammelt Konserven für am Ende keine Tausend Euro/ Dollar ein,

    verbringt damit einen Tag, wofür allein die Planung und Anreise von zig Leuten 10.000de Euro/ Dollar gekostet hat, die mediale Nachauswertung usw. Millionen?

    mein Gott, es ist wahrlich nicht leicht in der Situation für ihn,
    aber so tief muss man doch nicht sinken..,
    jeder weiß dass er in seinem Büro in drei Min. einen Check hätte schreiben können und an dem Tag mehr geleistet hätte..

    wenn man nicht helfen kann oder will, dann lieber einfach in Ruhe reich sein und bleiben, nicht auffallen

    • 31. Oktober 2012 um 15:01 Uhr
    • Slater
  18. 18.

    Achja, zum Glück kann sich die twitter-gestützte deutsche Qualitätspresse an Romney abarbeiten. Ich habe es aufgegeben, die ZEIT als Informationsquelle zu US-Nachrichten ernstzunehmen. Ich schaue gerne mal rein, um zu erfahren, was die deutschen Möchtergen-spin doctors in den Redaktionsstuben treiben, aber für alles andere gibt es weniger voreingenommene Quellen.

    • 31. Oktober 2012 um 15:13 Uhr
    • Rudolf Rall
  19. 19.

    @11 Peter G

    USA ist von Norwegen bis Nordafrika. Und gegen Wasser ist keine Infrastruktur gefeit. 1.100 km Küstenlinie wären auch in Europa nicht zu schützen. infarasruktur muss sicher erneuert werden. Das hat die „Zeit“ gestern gut herausgearbeitet.

    Aber Norwegens Häuser sollte man nicht mit denen in Tunesien vergleichen. Muss man eigentlich erst in USA gewesen sein, um sich das Ausmass des Landes vorzustellen? 311 Mio. Einwohner gegen 80 Mio, die auf einem Gebiet groß wie Pensylvania leben. Und selbst hier bekommt die Mängel der Infrastruktur nicht in den Griff. Ohne Sturm.

    • 31. Oktober 2012 um 15:16 Uhr
    • TDU
  20. 20.

    @Jens

    Über den Stimmenkauf in der Ukraine regen Sie sich doch wahrscheinlich genauso auf wie ich – oder nicht?

    Für dei USA gülte selbiges. Es wäre billigste Art des Stimmenkaufs und der ebenso vollständige wie eindeutige Beweis, dass die USA mit Demokratie nichts zu tun haben.

    Selbst, wenn es nicht von „Erfolg“ gekrönt wäre.

  21. 21.

    Slater, das sehe ich ebenso.

    Obwohl ich es schon putzig fand, wie Romney nochmal extra erwähnt hat, daß er selbst und höchstpersönlich mit anpackt. Das hat bei Ryan in der Suppenküche ja auch so gut funktioniert. Na, wohl immernoch besser, als wenn Romney den Helfern in den zerstörten Gebieten im Weg stehen würde und dabei so tut als würde er helfen.

    Nicht zu vergessen, daß zB Bidens Sohn als National Guard mithilft während Romneys Söhne was machen? Über das schlechte Wetter jammern?

    Es ist echt absurd …

    • 31. Oktober 2012 um 15:54 Uhr
    • bee
  22. 22.

    @ 6 Gut, dass Sie nicht Romney sind. Sonst würde der nämlich am Ende noch gewinnen. Und das wäre fürchterlich. Fürchterlich – für Sie – wäre dann auch, dass Sie nicht mehr Sie wären, sondern eben Romney. ;-)

  23. 23.

    Schröder-Effekt für Obama? Während der Präsident nach Sandy den obersten Krisenmanager der Nation gibt, geht Romney weiter auf Stimmenfang. Dabei tarnt der Herausforderer seinen Wahlkamf als „Sturm-Hilfe Event“. Romney wird durch Sandy aber auch von seiner Vergangenheit eingeholt. Während der Vorwahlen der Republikaner wollte er die Zivilschutzbehörde FEMA auflösen und den Katastrophenschutz auf Privatfirmen übertragen. Sandy zeigt aber erneut wie wichtig FEMA ist. http://michaelremke.com/2012/10/30/sandy-wirbelt-wahlkampf-durcheinander/

    • 31. Oktober 2012 um 16:02 Uhr
    • michaelremke.com
  24. 24.

    „auch Obamas Namen nahm er in den Mund“? Das macht er doch sonst auch?

  25. 25.

    Ob in der deutschen Presselandschaft ein Beitrag zu finden ist, der ähnlich viel Häme über Obama ausschüttet? Man darf es wohl bezweifeln.

    • 31. Oktober 2012 um 16:16 Uhr
    • Demokritaner
  26. 26.

    Je mehr die Ostküsten-Amerikaner frieren, je eher sie ihr Haus verloren haben und je mehr sie hungern, desto besser kann sich Obama profilieren und desto eher wird er wieder Präsident!
    Na, wenn das kein Grund zur Freude ist!

  27. 27.

    Ein 250-Millionen-$-Hedgefond-Multimillionär, der gekaufte Konservenbüchsen als Spende mit Handschlag und Grinsen entgegennimmt: Geht´s noch?

  28. 28.

    Ryan putzt einen sichtbar sauberen, das heisst unbenutzten Suppenkochtopf, während seine Frau fröhlich irgend eine metallene Großschale unter einem Wasserhahnen ohne Wasserstrahl in den Händen hält und es dabei nicht unterlässt, ihrem Gatten lieblich verliebt zuzulächeln. Die Ryans in der Suppenküche. Wobei das Interieur dieser Küche weder als Armeleutespeisung noch als klassischer Suppenküche aussieht, sondern eher als Ausstellungsraum für Großküchengeräte.
    Und nun verschafft Sandy Herrn M.Romney die Möglichkeit, sich als Wohltäter fotografieren zu lassen. Er steht vor einem Haufen Konservenbüchsen und Tetrapackungen. Wo steht er ? In Ohio. Oho ist laut allgemein zugänglicher Nachrichtenlage mindestens zum Zeitpunkt des Fotoshootings von Sandy nicht berührt worden. Vor allem aber erzählt Luther in seiner Nachbemerkung Erhellendes: Romneys Leute kauften vorsorglich für 5000 $ Dosenfutter für sagen wir mal 20 Millionen von Sandy wirklich Betroffene ein – nun, es könnten auch 40 Millionen Betroffene sein….
    Ein solches Shootingstarpaar, also Ryan und Romney, denke ich, haben weder die USA noch der Westen, geschweige denn beispielsweise jene hunderte Millionen Menschen, die täglich hungern, als „Führer der freien Welt“ verdient.

  29. 29.

    Liebe(r) BILD dir deine Meinung,
    natürlich nahm er ihn NICHT in den Mund – Danke, ändere ich sofort.
    Beste Grüße, C. Luther

    • 31. Oktober 2012 um 16:34 Uhr
    • Carsten Luther
  30. 30.

    Sandy ist direkt im doppelten Sinne eine Katastrophe für Romney (abgesehen davon, dass es tatsächlich eine Katastrophe ist und nicht nur im übertragenen Sinne).

    Einmal, weil sie es Obama erlaubt, sich selbst als proaktiven Präsidenten in Zeiten der Katastrophe zu profilieren (und nebenbei auch gut auszusehen im Vergleich zum hilflosen Republikaner Bush bei Katrina, was ja auch nicht sooo lange her ist).

    Was aber möglicherweise auch nicht zu vernachlässigen ist, ist, dass Romney bisher ja trotz halbherziger Versuche, gegenteilig zu erscheinen, vor allem der Kandidat der sozialen Kälte ist. Und wenn sich unter diesen Umständen die 47% selbst die Frage stellen „wen wollte ich als meinen Präsidenten haben, wenn mir mein Haus weggeschwemmt würde?“ dann kann man davon ausgehen, dass Romney von diesen tendenziell eher keine Stimme bekommen wird: Er muss ja nicht nur gegen Obamas Performance, sondern auch gegen sein eigenes mieses Image ankämpfen, das mehr für Schönwetterperioden geeignet ist.

  31. 31.

    ich tippe, dass dem Schreiber hier ein „nicht“ durch die Lappen gegangen ist. Ich denke, Romney hat Obama nicht erwähnt.

  32. 32.

    na bitte: da ist das ‚nicht': Romney hat Obamas Namen NICHT in den Mund genommmen
    Viel Spaß noch

  33. 33.

    Ich hatte schon vor ein paar Tagen geschrieben, Sandy wird den neuen Präsidenten küren – und wie man sieht, Obama macht alles richtig…

    • 31. Oktober 2012 um 16:51 Uhr
    • uwilein
  34. 34.

    Verstehe einer die Amis! Was kostete George W. Bush´s „persönlicher“ Irakkrieg? Gab es deswegen Aufstände in Amerika? Dieses ganze Geld könnte man jetzt gut gebrauchen!!!

    • 31. Oktober 2012 um 17:02 Uhr
    • Milena57
  35. 35.

    Twitter ist nur eine der diversen Kommunikations- oder Datenübermittlungsformen. Alleine die Quelle ist wichtig für die Qualität der aufbereitenen Informationen. Rauchzeichen, Schnurtelefon, Fax – es spielt keine Rolle, solange der Inhalt stimmt.

    Der Verweiß auf politisch voreingenommene Quellen spielt auch nur eine Rolle, insofern es bei allen drei Quellen die Integrität der Informatioenn in Frage stellt.
    C. Luther hat Ihnen drei nahmhafte Autoren genannt, an denen Sie unter anderen Umständen sich auch nicht viel herumgemäkelt hätten.

    Oder kurz gesagt: Ich an Ihrer Stelle hätte mir die Antwort erspart…

    • 31. Oktober 2012 um 17:04 Uhr
    • Jens Siegfried
  36. 36.

    Romney fehlt das authentische, alles wirkt aufgesetzt, realitätsfern, oberflächlich.

    • 31. Oktober 2012 um 17:06 Uhr
    • fotorepok
  37. 37.

    Ölkatastrophe? BP? Erinnert sich noch jemand? Der US-Staat musste hilflos mitansehen, wie eine Privatfirma das Problem nicht in den Griff. Das wäre so Romneys Konzept.

  38. 38.

    @Denk Panzer

    Vielleicht kommen Romney und sein Beraterstab ja noch auf die Idee, die Hurricans ganz allgemein zu privatisieren! Sicher, viel Erfahrung gibt es auf dem Gebiet der Hurricanprivatisierung noch nicht. Aber wenn da auch nur ein Cent mit zu verdienen ist – den werden die finden….

    • 31. Oktober 2012 um 17:34 Uhr
    • Moika
  39. 39.

    Gerne:-)

  40. 40.

    Romneys Katasstrophenhilfe könnte doch so aussehen das er mit überzeugenden Taten zeigt warum seine Idee für die Privatisierung dieser Hilfe die bessere Alternative ist. Was tut er statt dessen? Er sammelt ein paar Dosen Hundefutter ein und bittet um Kleiderspenden für die notleidenden Bewohner der Ostküste.

  41. 41.

    Genau, und wenn Obama die Katastrophenregionen besucht ist das natürlich völlig wertfrei und losgelöst vom Wahlkampf zu sehen…

  42. 42.

    Diese Situation in den USA ist gut vergleichbar mit unserem Bundestagswahlkampf 2006, in dem sich Schröder dank der Überschwemmung an der Oder kurz vor dem Wahltag knapp gegen Stoiber durchsetzen konnte. Schröder hätte ohne dieses schlimme Naturereignis wohl die Wahl verloren. Ein amtierender Regierungschef kann hier mit seinen Befugnissen, z.B. dem Einsatz der Bundeswehr, gut punkten. Und genau so ist es für Obama mit „Sandy“. Das ist für diese ein glücklicher Zufall, für deren politische Gegner ein Pech. Solange aber alles legal zugeht, ist dagegen nichts einzuwenden.

  43. 43.

    Ja, das stimmt.

  44. 44.

    Ich gehe davon aus, dass sie die Bundestagswahl 2002 meinen, denn 2006 war schon die Merkel dran… Naja wen interessieren schon Zahlen, immerhin haben sie nicht von 2006 Billionen (€) oder sowas geredet.

    • 31. Oktober 2012 um 18:28 Uhr
    • Klugschei***
  45. 45.

    machen wir fantastilliarden oder wenigstens fantastillionen draus, billionen wird vermutlich schon in wenigen wochen (Monaten) outdated sein.

    • 31. Oktober 2012 um 18:30 Uhr
    • Klugschei***
  46. 46.

    War es nicht das Elbe-Hochwasser 2002, das Schröder zu mehr Popularität verholfen hat? Eine Oder-Flut gab es fünf Jahre früher, und die hat meines Wissens Platzeck geholfen.

    • 31. Oktober 2012 um 18:51 Uhr
    • Ingwer
  47. 47.

    Stimmt natürlich, Ingwer. Danke.

    • 31. Oktober 2012 um 19:05 Uhr
    • Carsten Luther
  48. 48.

    @41. Ach, Pipapoist…

    Erstens fand dieser Schröder-Wahlkampf 2002 statt und nicht 2006. Da war schon längst Merkel (seit 2005) Bundeskanzlerin.

    Zweitens: Wie dem Artikel zu entnehmen ist, hatte Obama bereits lange vor „Sandy“ die FEMA neu organisiert, was sich im Angesicht des Sturms nunmehr als sehr hilfreich zu erweisen scheint. Genau dafür bekam Obama ja das Lob des republikanischen Gouverneurs Chris Christie.

    Drittens ist es Aufgabe des amtierenden Präsidenten, genau das zu tun, was er gerade tut. Glauben Sie im Ernst, er würde die Sache anders handhaben, wenn jetzt nicht gerade Wahlkampf wäre?

    Der einzige Unterschied zu einer Zeit, in der es keinen Wahlkampf geben würde, ist wohl der, dass ein Mitt Romney sich wahrscheinlich nicht so unsäglich lächerlich gemacht hätte, wie dies mit seinem zweifelhaften „Spendenaufruf“ geschehen ist. Das sollte ausreichen, allen als abschreckendes Beispiel der von ihm bevorzugten Art „Privatisierung“ zu dienen. Aber auch im Falle, dass sich Privatunternehmen auf Katastrophenhilfe spezialisieren würden, muss man sich fragen, wie dies im Ernstfall ablaufen soll. Privatunternehmen sind immer profitorientiert und auf Gewinne aus. Es müsste aber auch in Zeiten, in denen keine Katastrophen stattfinden, alles für einen Ernstfall Notwendige vorhalten. Woher bekommt es das Geld dazu? Aus Spenden? Etwa vom Steuerzahler, der dann auch noch zusätzlich die Gewinne sicherstellen muss? Und wer soll all diese Unternehmen koordinieren?

    Gruß
    Janna

    • 31. Oktober 2012 um 19:45 Uhr
    • IPJ
  49. 49.

    nun , gut dass obama die chance hat sich noch mal zu profilieren..;
    nur, was, wenn die wähler nicht zur wahl gehen weil die infrastrukturen nicht mehr gegeben?
    Gerade das ist doch sein problem… die unentschiedenen, die sich keiner partei zugehörig fühlen.
    Die amerikaner sehen romney ohnehin nicht in dem maße als mitglied einer oligarisch herrschenden oberklasse, wie wir ihn sehen..
    die sehen ihn als american-dream-aufsteiger; einer der es geschafft hat.Also stört sie nicht sein reichtum, nicht mal, wie er ihn zusammengezockt hat!
    Wenn wir dem steinbrück vorwerfen, 1,2 millionen verdient zu haben während seiner arbeitszeit als parlamentarier, ist das ein europäischer -sehr deutscher blick auf klassenverhältnisse.

    Ich befürchte, der sturm wird die letzten chancen obamas zerstören, weil es lange zuvor nicht geschafft wurde, eine dauerhafte wählerschaft hinter sich zu bringen die nicht nur partei gebunden, sondern auch an die person Obamas.Da rächen sich die fehler der 4 jahre und werden selbst von „sandy“ nicht weggeweht!

    • 31. Oktober 2012 um 19:51 Uhr
    • stromboli
  50. 50.

    @41. Pipapoist

    Tut mir leid, mein Kommentar galt eigentlich nicht Ihnen, sondern #42 Comentador. Aber bis auf das mit dem Wahlkampf von „2006“ kann mein Kommentar #48 auch als Antwort auf Ihren Kommentar angewendet werden.

    Nichts für ungut.

    Gruß
    Janna

    • 31. Oktober 2012 um 20:04 Uhr
    • IPJ
  51. 51.

    Re. #7:
    Normalerweise kritisiert es sich aus der Opposition heraus ganz gut.

    Wenn Romney beim Katrastrophenmanagement also nichts einfällt, was er behauptet besser machen zu können, als Obama, dann macht der Präsident einen sehr guten Job.

    Auserdem wäre es ebenso schäbig, mit dem Unglück Wahlkampf zu machen, wie aus dem Unglück Wahlkampf-Vorteile zu ziehen. Mr. Obama wird hoffentlich klug sein, und keine Gummistiefel tragen. Wenn er mehr zu bieten hat, als Pressetermine in einer Pfütze, kann er sich die Show sparen.

    Kai Hamann

    • 31. Oktober 2012 um 20:30 Uhr
    • Kai Hamann
  52. 52.

    Exakt. Aufhören wäre großartig.

    • 1. November 2012 um 06:04 Uhr
    • Oliver Karbus
  53. 53.

    Die „Oktober-Überraschung“, die in der Vergangenheit oft das Wahlresultat entschieden hat, kam gerade noch am vorletzten Tag des Monats.

  54. 54.

    Aufhören wäre ein Anfang ;)
    Nein aber mal im Ernst, natürlich begünstigt der Sturm Obama, und Romney kann man trotzdem kritisieren, weil diese KAtastrophe natürlich das Interesse darauf wirft, wie die jeweiligen Kandidaten in ihrer Amtszeit mit solcherlei „Vorfällen“ umzugehen gedenken… und da sieht Romney nun mal (verzeihung) scheisse aus.
    Abgesehen davon, wenn er schon Wahlkampf betreiben will mit dem Sturm dann hätte er das durchaus geschickter anstellen können.
    Der unterschied: obama hat (natürlich auch dank seiner position) erfolgreich die Krise gemanaged, während Romney einkaufen gegangen ist… das solcherlei sachspenden unproduktiv und unter umstäden sogar schädlich ist, weiss ja sogar ich. Also zeigt Romney dass er in Sachen Katastrophenhilfe einfach unkompetent ist… wenn er als präsident im falle eines solcen sturms anfängt, die wallmarts dieser Erde leer zu kaufen dann gnade uns gott

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