Kandidaten und Kampagnen – wer wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten?
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Gesundheitsreform

Warum Romney die Wahl gewinnen kann

Von 24. Oktober 2012 um 18:01 Uhr

In Europa schütteln immer noch viele ungläubig den Kopf, wenn man ihnen sagt, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten könnte nicht Barack Obama, sondern Mitt Romney heißen. Aber das ist durchaus möglich – und zwar aus mehreren Gründen.

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Romney verscherzt es sich mit den Frauen

Von 17. Oktober 2012 um 12:20 Uhr

Sprechen wir mal über Frauen und nicht immer nur über die Wirtschaft. Selten genug ist das in diesem US-Wahlkampf bislang an prominenter Stelle geschehen: In der ersten TV-Debatte der beiden Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und Barack Obama und auch beim einzigen Schlagabtausch ihrer Vizekandidaten hat man im Grunde wenig über Themen gehört, die Frauen besonders betreffen. Ja, im Duell zwischen Paul Ryan und Joe Biden ging es auch einige Sätze lang um Abtreibung. Doch Moderatorin Martha Raddatz fragte die Männer – beide Katholiken – nach ihrer persönlichen Haltung und ihrer religiösen Verortung. Was die beiden Vizekandidaten zu sagen hatten, blieb daher zwingend an diesem Blickwinkel orientiert.

Romney, der doch am liebsten immerzu über die Wirtschaft reden möchte, wird das ganz recht gewesen sein. Im parteiinternen Vorwahlkampf hatte er sich beim Thema Abtreibung möglichst auf der harten Linie des extrem konservativen Flügels der Republikaner gehalten. Zuletzt war er auf eine moderatere Position eingeschwenkt – wissend, dass er bei den Wählerinnen keinen besonders guten Stand hat. Seine bisherige Strategie also: lieber gar nicht und wenn, dann vorsichtig über solche social issues sprechen, bei denen er sich zwischen der rechten Basis und der wahlentscheidenden Mitte positionieren muss.

Das gilt auch für ein Thema, das in der zweiten Fernsehdebatte Romneys große Schwäche war – und Obama glänzen ließ: die faire Bezahlung von Frauen. Dass bei diesem Format mit Fragen ausgewählter, noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler aus dem Publikum mindestens ein spezifisches Frauenthema zur Sprache kommen würde, war abzusehen. Dass es ausgerechnet die Ungleichbehandlung der Geschlechter in der Arbeitswelt sein würde, war eine kleine Überraschung. Wie also, so lautete die Frage einer Wählerin, wollen Romney oder Obama eine gleiche Bezahlung beider Geschlechter verwirklichen, wenn beide dieselbe Arbeit leisten.

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Die Kleinen sollen den amerikanischen Traum retten

Von 15. Oktober 2012 um 18:35 Uhr

Im US-Bundesstaat Virginia zeigen sich die USA im Kleinen: demografischer Wandel, wirtschaftliche Entwicklung, Wahlverhalten – Virginia ist ein Mikrokosmos, der widerspiegelt, was die USA spaltet, was sie zusammenhält. Unser Reporter Carsten Luther war in Richmond, Virginia, unterwegs.

Tony Turners Arbeitstag ist lang. Zwölf Stunden sind es durchschnittlich, es können auch schon mal 16 werden. Da steht er dann im Friseursalon “Haywood’s Hair Images” in Richmond, Virginia. Turner redet bei der Arbeit gern viel, und es sieht beinahe so aus, als sei der 40-Jährige nur zum Spaß hier. Überhaupt scheint an diesem Ort das hektische Leben vor der Tür zu bleiben. Die Kunden haben nichts dagegen, wenn sie warten müssen. Der Stress des Alltags hat hier nichts verloren. Doch der Politik und der anstehenden Präsidentschaftswahl kann man selbst in “Haywood’s Hair Images” nicht entkommen.

Schon der Vorgarten lässt keinen Zweifel aufkommen: Anhänger des republikanischen Herausforderers Mitt Romney werden sich hier nicht wohlfühlen. Die kleine Fläche neben dem Treppenaufgang ist gespickt mit den typischen Kunststoffschildern, die Unterstützung für Barack Obama, den Senatskandidaten Tim Kaine oder andere demokratische Politiker signalisieren. Hinter der Tür steht links eine Box, man kann eine Karte einwerfen, sich als Wähler registrieren. Im Salon hängt nicht nur ein Poster des Präsidenten.

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