‹ Alle Einträge

Antwort auf den autobahnhassenden Österreicher

 

Als ich vor zwei Wochen auf dieser Seite las, wie es Herrn Bonfert aus Österreich auf der deutschen Autobahn ergangen ist, fragte ich mich zuerst, ob die Redaktion diese Zeilen getürkt hat, um die Österreicher zu veralbern. Oder ob sie tatsächlich von einem österreichischen Leser im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte verfasst wurden. Ich nehme an, dass Letzteres der Fall ist. Es ist lobenswert, dass Sie auch Briefe von Sonderlingen veröffentlichen. Aber ich hoffe sehr, dass diese Fahrt von Herrn Bonfert die erste und letzte unter Benutzung der deutschen Autobahnen war. Denn dieser Mann ist gemeingefährlich! Wenn schnelle Fortbewegung ihm „die Freude raubt“, so ist das sein Problem. Seine „logischen“ Schlussfolgerungen sind geradezu tollkühn: Durch die deutschen Autobahnen versteht er jetzt, wie Revolutionäre gemacht werden. Es ist nicht zu fassen! Neid, Wut und Hass des Herrn Bonfert sind auch von jedem Laien gut zu erkennen: Nur so versteht man seine abstrusen Formulierungen wie „fortgesetzte, ungerechtfertigte Demütigung“ und „stupides, protziges, privilegiensüchtiges Großbürgertum“. Und so jemand fährt auch noch ins Ausland! Ein guter Rat an Herrn Bonfert: Nehmen Sie Ihr Hütchen, Ihre Lederhose, Ihr Wams und Ihren Wanderstab und bleiben Sie damit bitte in Ihrem geliebten Land – dem Sie mit Ihren Zeilen darüber hinaus einen sehr schlechten Dienst erwiesen haben! Verschonen Sie die Deutschen mit Ihrer Anwesenheit und schreiben nicht mehr so einen erheiternden Unsinn!

Joachim Streitel, Henstedt-Ulzburg

14 Kommentare

  1.   Michael H

    Lieber Herr Streitel,

    was Sie noch vergessen haben: den Bau „unserer“ Autobahnen hat ja damals ein Österreicher veranlasst. Was hat sich da bitte der Österreicher von heute aufzuregen? Raserei ist schließlich ein unveräußerliches Menschenrecht des deutschen Volkes. Oder?

    Ein guter Rat an Herrn Streitel: Nehmen Sie Ihre E-Klasse, Ihre an den Seiten verstellbare Autofahrerhose, Ihren Blinker links und Ihre Lichthupe und bleiben Sie damit bitte in Ihrem geliebten Dorf – dem Sie mit Ihren Zeilen darüber hinaus einen sehr schlechten Dienst erwiesen haben!

  2.   Daniel

    Herr Streitel,
    genau so jemand wie Sie war wohl angesprochen. Allein Ihre Aufregung über Herrn Bonfert identifiziert Sie als den typischen deutschen protzigen Autofahrer. Und ihm Neid vorzuwerfen (vermutlich auf schnellere Autos), wirkt beinahe lächerlich, passt aber nur zu gut ins Bild. Aber anscheinend sind wir Deutschen noch nicht so weit, zu erkennen, dass langsameres Fahren in vielerlei Hinsicht schlicht besser ist.
    Herr Bonfert, kommen Sie gerne wieder nach Deutschland!

  3.   Monika Ugowski

    Manchmal ist der Name wohl doch Programm! Würde Herr Streitel „Witzel“ heissen, hätte er sicher humorvoller auf die österreichische Autobahn-Satire reagiert. Leider stellt er uns Deutschen mit seiner Zuschrift ein Zeugmis aus, das jedes schlechte Klischee übertrifft und keinesfalls Sympathien schafft. Ich distanziere mich!!

  4.   Hartmut Wohler

    Der hier verunglimpfte Östereicher hatte völlig recht. Es sei vorangestellt, daß es sich bei der Mehrzahl der Autofahrer immer noch um vernünftige und rücksicchtsvolle Mitmenschen – Partner im Straßenverkehr – handelt. Aber ihre Zahl reduziert sich ständig. Immer mehr skrupel- und rücksichtslose Irre sind unterwegs. Bei einigen könnte man auch von Tötungsbereitschaft sprechen. Aber niemand hierzulande tut etwas dagegen. Die Höhe der Strafen ist lächerlich. Führerscheinentzug hat eh keinen Sinn, denn sie fahren sowieso ohne weiter. Die Tatwaffe – das 100 bis 500 PS- Auto können sie stets behalten.
    Meine Frau fährt schon seit Jahren nicht mehr längere Strecken auf der Autobahn. Es regt sie zu sehr auf. Sie fliegt voraus, und ich muß alleine fahren, wenn wir anderen Orts unser Auto brauchen.
    Das Verkehrsrowdytum findet übrigens nich bloß auf der Autobahn statt. Seit 1947 fahre ich quasi täglich in der Großstatt mit dem Fahrrad und weiß daher, vovon ich rede. Daß ich noch lebe ist geübter Praxis und einem gütigen Schicksal zu danken.
    Hartmut Wohler
    Berlin

  5.   eckich

    Erheiternder Unsinn läßt mich gerne lesen. Weshalb mahnen sie den Herrn B. von eben diesem abzulassen?

  6.   Monika Gratl

    Der Österreicher B. hat einiges sehr drastisch formuliert. Der Schock saß wohl noch tief, oder er wollte bewusst provozieren – was bei so manchen Themen ja leider notwendig ist. Ich fahre sehr gerne Auto, genieße es, auf der Autobahn mit flottem Tempo und guter Musik dahinzubrausen. Wenn da nicht allzu oft Drängler daherkämen, die mit vollem Tempo knapp heranfahren, den Verkehrsfluss stören, die Spuren „sportlich“ wechseln, oft ohne zu blinken. Das passiert mir, wenn ich mit unserem großen Wagen fahre, aber es passiert mir noch öfter, wenn ich mit meinem kleineren Wagen unterwegs bin.

    Monika Gratl, München

  7.   Cornelia Dittrich

    Marius Bonfert hat mir aus dem Herzen gesprochen.

    Cornelia Dittrich, Berlin

  8.   Elisabeth Hettwer

    Die Replik des Herrn Streitel ist im Ton das, was er dem Kritiker deutschen Fahrstils vorwirft: gemeingefährlich. Ein schlimmer Brief, für den ich mich stellvertretend schäme. Dass viele Deutsche zu große Autos lieben, aggressiv rasen, keine Regeln beachten, sich und andere gefährden, ist doch im Verkehr täglich spürbar.

    Elisabeth Hettwer, Köln

  9.   Berthold Heppt

    Ist man „gemeingefährlich“ wenn man das Diktat der Raserei Großmannssucht nennt und dabei in Vergleiche verfällt, die sich als verletzend, ja Tabu brechend selbst entlarven?

    Berthold Heppt, Bad Staffelstein

  10.   Heide Itasse

    Die Sitten auf deutschen Autobahnen sind leider unbeschreiblich rücksichtslos, um es noch höflich auszudrücken. Wie viel entspannter fährt es sich zum Beispiel in Frankreich, wo die Geschwindigkeit begrenzt ist, die Kontrollen streng sind und die Geldstrafen drastisch und wo man sich weniger über das Auto definiert!

    Heide Itasse, Ettlingen