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Feuerwehrmanns Abendlied

 

(nach Matthias Claudius, »Abendlied«)

Block 2 ist aufgegangen.
Der Himmel, schwarz verhangen,
War früher manchmal klar.
Der Wald ist ganz verdorben,
Und ringsum wird gestorben
An heißem Nebel zundergar.

Wie ist es hier so stille,
Dem Meiler fehlt die Hülle,
Der Brennstab schmilzt dahin!
Was nützet schon das Spritzen?
Es nässt ja nur die Ritzen,
Das hat nun wirklich keinen Sinn!

Seht ihr das Kraftwerk stehen? –
Ist nur noch halb zu sehen,
Und ist doch schaurig-schön!
So gibt es manche Sachen,
Die wir mit Kurzsicht machen,
Dass blind wir in die Zukunft gehn.

So legt euch denn, Kollegen,
Und hofft auf Gottes Segen.
Heiß ist der Abendhauch.
Verschon’ uns, Gott! vor Strahlen,
Wenn wir auf Blei uns aalen,
Und die verseuchten Nachbarn auch!

Norbert Wolf, Liederbach, Taunus

1 Kommentar


  1. […] (Nachdichtung des deutschen Volkslieds „Es geht eine dunkle Wolke herein“; siehe auch Ronalds Notizen: Wildschweine oder „Feuerwehrmanns Abendlied“ nach Matthias Claudius Ein Gedicht! Klassische Lyrik auf ZEIT online) […]