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Wiedergefunden

 

In den Unterlagen unseres Autohauses habe ich dieses Dokument gefunden: Da hat der berühmte, inzwischen leider verstorbene Schriftsteller Walter Kempowski im Jahr 1965 einen 1200er Käfer bestellt. Mein Vater hat damals alles per Hand aus­gefüllt, einschließlich Beruf (»Lehrer«) und dreistelliger Tele­fonnummer des Käufers. Abge­wickelt wurde die Bestellung über unseren Großhändler in Zeven. Wie einfach und voller Vertrauen müssen diese Zeiten damals gewe­sen sein! Fast wehmütig blickt man zurück. Frau Kempowski habe ich natürlich gefragt, ob sie mit der Veröffent­lichung dieses Zeitdokuments ein­verstanden sei. »Ach«, sagte sie, »das ist doch eine Sache zum Schmun­zeln! Das muss ja kurz nach dem Schuljahreswechsel gewesen sein mit dem neuen Käfer und kurz nach unserem Umzug von Breddorf nach Nartum.«

Wolf Warncke, Tarmstedt, Niedersachsen

4 Kommentare


  1. […] Warncke, offenbar Spross aus einem niedersächsischen Autohaus, entdeckte bei der Durchsicht alter Geschäftsunterlagen seines Vaters einen Beleg von literaturhistorischer Bedeutung, dem er den Zeit-Lesern nicht […]

  2.   Bernd Lundkowski

    Hallo Wolf,
    das ist ein wertvolles Dokument.
    Ich wünschte, ich hätte einen Käfer in der hintersten Ecke des Bayerischen Waldes. (Ich besitze nichtmal ein Fahrrad). Gerne erinnere ich mich an die ehrlichen Autokäufe in Eurem Autohaus. Ich wünsche Euch weiterhin Gesundheit, Erfolg, Glück und Zufriedenheit.

    Bernd Lundkowski

    P.S. Nochmals Danke für Deine Postkarte betreffs Carpe Tempora / Nutze die Zeit, welche uns auf unserer geplanten Weltumseglung hinterher-geflattert war. (Hab die Verse in meinem Buch mit aufgenommen):CARPE TEMPORA*nutze die Zeit*zwischen Traum+Trauma* (ISBN:978-3-8442-1809-1).
    Begleitende Fotos findest Du in meiner Website:www.buch-carpe-tempora.de

  3.   Monica Lohmeyer-Wulf

    Einer der Gründe von Köln nach Zeven zu wechseln war, dass ich „Tadellöser & Wolff“ als junge Redakteurin der Deutschen Welle bereits gelesen hatte. Dass Walter Kempowski mich Zeit seines Lebens „meine Liebe“ nannte, hatte wohl etwas damit zu tun, Verwechlungsgefahren auszuweichen. Welche Frau fühlt sich nicht geschmeichelt, „meine Liebe“ genannt zu werden. Bewundert habe ich Walter Kempowski allerdings als „Meister der Sprache“ und als einfühlsamen Menschen, „Haben Sie Hitler gesehen?“. Außerdem ist Hildegard Kempowski eine durch und durch bewunderswerte Frau, nicht zuletzt deshalb, weil sie dieses „Genie“ mit großer Gelassenheit akzeptiert hat.

  4.   Wolf Warncke

    Lieber Herr Lundkowski, liebe Monica Lohmeyer-Wulf,

    danke für Eure Beiträge und Kommentare.
    Wolf Warncke