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Lores Leid

 

(Nach Heinrich Heine, »Lied von der Loreley«)

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin.
Ein Mädchen aus früheren Zeiten,
Das geht mir nicht aus dem Sinn.

Es ist so schön und es lächelt.
Im Spiegel find’ ich es nicht.
Der laue Wind, er fächelt
Die Sehnsucht ihr ins Gesicht.

Eine Frau seh’ ich vor mir stehn,
Mit Haaren so weiß wie der Schnee.
Mich kann ich nirgendwo sehn.
Mein Herz, es tut mir so weh.

Das Mädchen singt leise Lieder,
Von Liebe im nahenden Mai.
Am Ufer blüht prächtig der Flieder.
Ich wünschte, ich wäre dabei.

Friedhelm Kappenstein, Euskirchen (inspiriert durch die Alzheimer-Erkrankung seiner Schwiegermutter)

2 Kommentare

  1.   Kappenstein

    Liebe Zeit-der-Leser-Redaktion,

    der Titel des Gedichts ist eigentlich „Lores Leid“, auch wenn „Lied“ ja auch durchaus Sinn machen würde.

    viele Grüße

    Friedhem Kappenstein

  2.   David Schmidt

    Lieber Herr Kappenstein,

    vielen Dank für den Hinweis. Gerade habe ich den Fehler behoben.

    Mit freundlichen Grüßen

    David Schmidt