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Dämmerstunde: Mein Wort-Schatz

 

Als Kind lebte ich mit meinen Eltern in einer kleinen Wohnung in Augsburg. Wenn es im Winter früh dunkel wurde, klemmte meine Mutter spätnachmittags immer eine kleine Leselampe an unseren Küchentisch, legte einen Apfel zum Braten auf die heiße Herdplatte und löschte die Deckenbeleuchtung in unserer Wohnküche. Dann kuschelten wir uns eng aneinander auf das Sofa, das Feuer im Ofen prasselte, und meine Mutter las mir Geschichten vor. Unsere magische Dämmerstunde dauerte leider immer nur so lange, bis mein eher realistisch veranlagter Vater von der Arbeit nach Hause kam. Mit den Worten »Warum sitzt ihr denn hier im Dunkeln?« knipste er die Deckenlampe wieder an und holte uns etwas unsanft aus unserer Traumwelt in die hellgleißende Wirklichkeit zurück.

Regina Spöttl, Flensburg