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Die Braue

 

(nach Joachim Ringelnatz)

Nachts sprießt ein Härchen in der Braue.
Ich werde wach. Es stört mich sehr.
Es kommt dann vor, dass ich sie haue.
Doch hilft es nichts. Es sprießt noch mehr.

Ein dummer Mensch spreizt sich beim Reden.
Das stört mich auch. Ich nehm’ es hin.
Denn wollt’ ich allen Dummen geben
von meinem Geist, wo käm’ ich hin?

So ist es denn, dass ich bescheiden
in meiner Klugheit bleib bei mir.
Mir sprießt der Geist, das zeig ich hier.
Frag stets mich nur, warum ich Haue
so oft bekomm’ wie jene Braue.

Bernd Kaufmann, Zweibrücken
(Gegeben des Nachts vom 03.01. auf den 04.01.2013 im Erkältungsfieberwahn!)

1 Kommentar

  1.   Margo Niwek-Bacaz

    Gefaellt mir . . . Trotz Erkaeltungsfieberwahn noch immer von der Muse gekuesst! Solche Patienten mag ich!
    MB