Ein Blog mit Ihren Notizen, Gedichten und Bildern für die gedruckte ZEIT
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Mein Wort-Schatz

Piesepampel, Hahnepampel: Mein Wort-Schatz

Von 26. Januar 2015 um 18:00 Uhr

Gerne erinnere ich mich an Piese- oder Hahnepampel, so bezeichnete meine Mutter einen Dämlack, also einen dummen Menschen. Auch wir Kinder wurden so genannt, wenn wir begriffsstutzig waren.

Grethlis Talvik, Kiel

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Grienefiez: Mein Wort-Schatz

Von 24. Januar 2015 um 18:00 Uhr

In meiner Heimatstadt Burg (bei Magdeburg) sagte man zum Lächeln »grienen« statt grinsen. Eine gute Freundin von mir, Person des öffentlichen Lebens, übertreibt es meiner Meinung nach ein wenig damit, uns bei jeder Gelegenheit aus dem Blättchen entgegenzulächeln. Dazu kam mir urplötzlich ein Ausdruck aus früher Kindheit in den Sinn: Grienefiez!
Uff jut Burgsch höre ich noch: »Na, du Jrienefiez, was jriensten?«

Ruth Reimann-Möller, Glückstadt, Schleswig-Holstein

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Renommist: Mein Wort-Schatz

Von 22. Januar 2015 um 15:00 Uhr

Der Ausdruck »Prahlhans« im Wortschatz (Nr. 40/14) hat mich an ein Gedicht von Erich Kästner erinnert, von dem ich nur noch ein paar Verse im Kopf habe, obwohl wir sie als Schüler sicherlich allesamt auswendig lernen mussten. Mich hat aber vor allem das Wort Renommist fasziniert, das in dem Gedicht (»Die Sache mit den Klößen«) auch gleich erklärt wird.

»Der Peter war ein Renommist.
Ihr wißt vielleicht nicht, was das ist.
Ein Renommist, das ist ein Mann,
der viel verspricht und wenig kann.«

David Wilhelm Hillingshäuser, Tostedt, Niedersachsen

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Schlendrian: Mein Wort-Schatz

Von 20. Januar 2015 um 15:00 Uhr

Wie oft hörte ich als Kind jemanden monieren, »da ist der Schlendrian drin«, und versuchte mir diesen Schlendrian als jemanden vorzustellen, der mit Händen in den Taschen und womöglich laut pfeifend den Bürgersteig runterbummelt. Noch heute, wenn etwas zu langsam geht, obwohl der Chef vielleicht nicht auf Gemütlichkeit steht, denke ich an diese streikende Proletenfigur, den Schlendrian, wie er in sich und den Moment verliebt die Straße entlangschlendert.

Mit freundlichen Grüßen und dem Rat zu gemütlicher Entschleunigung
Ihr frisch gefeuerter

Jochen Heine, Bad Münder, Niedersachsen

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Dölstern: Mein Wort-Schatz

Von 19. Januar 2015 um 12:00 Uhr

Wenn mein Vater seine Füße vor kalter Nässe, Schneematsch und Ähnlichem schützen musste, dann griff er zu seinen Dölstern. Ich weiß nicht, ob der Begriff irgendeinem Dialekt entstammt oder innerhalb der Familie erfunden wurde. In jedem Falle finde ich ihn als Umschreibung für derbes, grobes Schuhwerk äußerst lautmalerisch und verwende ihn im Geiste gelegentlich auch heute noch.

Wolfgang Giese, München

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Kittelwascher: Mein Wort-Schatz

Von 16. Januar 2015 um 12:00 Uhr

Neulich wurde ich von einem richtigen Kittelwascher überrascht – und hatte einen Beitrag für die ZEIT! »Kittelwascher« sagt man in Nürnberg (oder eigentlich eher »Giddelwascher«), wenn man in einen Regenschauer gerät, der ganz plötzlich kommt, einen bis auf die Haut durchnässt und dann wieder aufhört. Meiner dauerte keine fünf Minuten, doch ich zog bis in den zweiten Stock eine Wasserspur hinter mir her.

Melanie Julia Maußner, Nürnberg

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Nasser Winkel: Mein Wort-Schatz

Von 13. Januar 2015 um 15:00 Uhr

Im Mittelalter gab es zwischen den Häusern schmale Durchgänge – auch Winkel genannt. Durch den nassen Winkel wurden alle Abwässer des Hauses geleitet. Da es damals noch keine Kanalisation gab, baute man in diese nassen Winkel auch die Aborte. Gesäubert wurden sie von den »Abdeckern«. Die sogenannten Winkelschnüffler überwachten die Reinlichkeit und zeigten Verstöße dagegen an.

Werner Müller, Berlin

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Wöltern: Mein Wort-Schatz

Von 12. Januar 2015 um 12:00 Uhr

Wie nennen eigentlich andere Familien das, was man mit dem Salat macht, wenn man ihn mit der Sauce – nun ja, vermengt? Bei uns zu Hause (Westfalen mit großmütterlich ostpreußischem Einfluss) heißt das Wöltern. Nur bei uns?

Ulrike Nolting, Friedrichsdorf

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Gedöns: Mein Wort-Schatz

Von 10. Januar 2015 um 12:00 Uhr

Meine Weihnachtsplätzchen habe ich die letzten Jahre recht aufwendig gebacken mit Füllungen, Verzierungen und so weiter. Dieses Jahr hatte ich nun keine große Lust und sagte meiner Tochter, dass ich nur einfachere Plätzchen gebacken hätte. Darauf meine Enkelin: »Aha, bei der Oma gibt es diesmal nur Plätzchen ohne Gedöns.« Das fand ich so passend; es ist jetzt mein Lieblingswort.

Sigrid Thiele, Mannheim

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Vietz und Schnirpel: Mein Wort-Schatz

Von 8. Januar 2015 um 18:00 Uhr

Ich war ganz gerührt, im Beitrag von Martina Fleischmann in der ZEIT Nr. 50/14 das »silberne Nichtschen« und das »goldene Warteweilchen« meiner Kindheit wiederzufinden. Ich hatte diese Wörter nie wieder gehört. Doch ich habe sie an meine Kinder weitergegeben, und wir hatten sogar zwei kleine silbern und golden glänzende, gläserne Trompeten, die am Weihnachtsbaum hingen. Sie bewiesen die rätselhafte Aussage, dass es zu Weihnachten »ein silbernes Nichtschen und ein goldenes Warteweilchen« geben würde.

Gern denke ich auch an den VIETZ und den SCHNIRPFEL. Ersterer der Anschnitt oder das letzte Stück vom Brot, Letzterer ein Wurstzipfel mit dem Faden, der die Wursthülle verschloss. Alle diese Wörter kamen von meinem Vater, der aus Rudolstadt in Thüringen stammte.

Oskar Möller, Stutensee

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