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Mein Wort-Schatz

Meestje: Mein Wort-Schatz

Von 30. Juni 2015 um 18:00 Uhr

Angestachelt durch die vielen regionalen Messer-Begriffe hier im »Wortschatz«, habe ich mich auch ein wenig umgehört, dabei hatte eine Chor-Freundin, die aus Krummhörn in Ostfriesland stammt, den Ausdruck Meestje beizusteuern.

Ruth Viebrock, Anderlingen, Niedersachsen

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Useketante: Mein Wort-Schatz

Von 28. Juni 2015 um 12:00 Uhr

Von einer ledigen Frau, die die 30 überschritten hatte, erwartete man früher, dass sie bei den Eltern bleiben und sich nützlich machen würde. Eine solche Dame wurde bei uns die Useketante genannt (von engl. to use, gebrauchen, zu etwas zu gebrauchen). Ich hörte als Kind, wie eine andere Tante von ihr sprach: »Die hat doch den Klappaltar schon hinter der Tür stehen.« Was wohl nichts anderes bedeutete, als dass die Betreffende einen Mann, der ihr gefiele, vom Fleck weg zu heiraten bereit gewesen wäre.

Eva Ehlers, München

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Tschamsterer und Matschakerl: Mein Wort-Schatz

Von 26. Juni 2015 um 18:00 Uhr

Meine Tischnachbarn unterhalten sich in der vollbesetzten Berghütte über eine gemeinsame Bekannte und ihren »Tschamsterer«. Wie lange habe ich dieses Wort nicht mehr gehört! Tschamsterer, das ist der Freund, Dauerverlobte, Partner, das Bratkartoffelverhältnis – immer mit einem leicht spöttischen Unterton. Inzwischen erfuhr ich, dass er auch ein weibliches Gegenstück hat, das Matschakerl. Wie man die beiden Ausdrücke korrekt schreibt, weiß ich nicht, leider auch nicht, woher sie stammen. Immerhin jedoch belegt ihre langjährige Existenz, dass es auch früher schon »gschlamperte Verhältnisse« gab!

Rosemarie Wechsler, München

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Anbukkern: Mein Wort-Schatz

Von 25. Juni 2015 um 12:00 Uhr

Früher fuhren wir oft aufs Land zu Gaststätten, in denen eine Band oder Combo spielte. Wenn man dann eine junge Dame um einen Tanz gebeten hatte und versuchte, der Auserkorenen bei langsamen Titeln etwas näher zu kommen, vielleicht sogar Wange an Wange zu tanzen, dann nannte man dies bei uns im Raum Nienburg/Hannover Anbukkern. Vielleicht gelingt es mir ja, diesem schönen Ausdruck neues Leben einzuhauchen.

Siegfried Butschbach, Steyerberg, Niedersachsen

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Kruschdeln: Mein Wort-Schatz

Von 20. Juni 2015 um 18:00 Uhr

So eine Phase mit vielen Feiertagen kann man prima zum Kruschdeln nutzen! Kruschdeln, das bedeutet Kleiderschränke und Kommoden durchsuchen nach Brauchbarem und nach Sachen, die weggegeben werden können. Allerdings geht man beim Kruschdeln keinesfalls systematisch vor, sondern lässt sich Zeit. Man schmökert dabei in Poesiealben, sieht sich alte Fotos und Vorlesungsverzeichnisse an, Bildbände, kurzum alles, was man lange Zeit nicht mehr in Händen hatte, und schwelgt in Erinnerungen. Von daher kann Kruschdeln ganz schön lange dauern. Herrlich!

Doris Weingand, Flein, Baden-Württemberg

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Krosen: Mein Wort-Schatz

Von 19. Juni 2015 um 12:00 Uhr

Vor 20 Jahren habe ich mein Elternhaus im Sauerland verlassen. Und wenn ich meine Mutter jetzt am Telefon frage, was sie so macht, sagt sie oft: »Och, ich bin am Krosen.« Das bedeutet, dass sie zu Hause ist und kein wirkliches Ziel verfolgt, sondern ohne Zeitdruck hier und da etwas säubert, aufräumt, umräumt oder neu sortiert. Dies kann mehrere Stunden dauern. Als berufstätige Mutter mit zwei Kindern wünsche ich mir auch manchmal etwas Zeit zum Krosen.

Corinna Fritz, Köln

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Kröllen: Mein Wort-Schatz

Von 17. Juni 2015 um 12:00 Uhr

Meine Großmutter, noch im 19. Jahrhundert geboren, führte einen Gutshaushalt. Am Mittagstisch waren sie mit dem Verwalter, den landwirtschaftlichen Lehrlingen, »Eleven« genannt, und den größeren Kindern 16 Personen. Die Knechte hatten einen Tisch in einer anderen Stube. Das alles und noch viel mehr bewältigte sie mithilfe von Hausangestellten, den »Mädchen«. Wenn die Großmutter dann am Sonntag mit dem Kutschwagen ausfuhr, musste ihr eines von ihnen vorher mit einer »Brennschere« die Haare kröllen, will heißen, in Locken legen.

Werner Hemshorn, Hamburg

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Le Petit Couteau Krumm: Mein Wort-Schatz

Von 13. Juni 2015 um 15:00 Uhr

In unserer deutsch-französischen Familie nutzen wir unsere eigene Wortschöpfung: Le Petit Couteau Krumm (»das kleine krumme Messer«). Da wissen alle was gemeint ist, auch der Lothringer Teil der Familie...

Stefanie Mathy, Bad Schandau, Sachsen

Weitere Begriffe für das Küchenmesser finden Sie hier.

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Küchenpetter: Mein Wort-Schatz

Von um 12:00 Uhr

Meine Schwiegermutter selig aus dem Rheinischen nannte diese Art von Messer Küchenpetter oder -pitter. Geschrieben habe ich dKas Wort nie gesehen.

Carsten Heinisch, Kaiserslautern

Weitere Begriffe für das Küchenmesser finden Sie hier.

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Schrappmessken: Mein Wort-Schatz

Von 12. Juni 2015 um 18:00 Uhr

»Do mi es dat Schrappmessken«, pflegte meine Oma aus dem Münsterland zu sagen (Anna Röhring, Jahrgang 1903), was so viel heißt wie »Gib mir einmal das Schälmesser«.

Petra Zander, Emsdetten

Weitere Begriffe für das Küchenmesser finden Sie hier.

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