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Mein Wort-Schatz

Mein Wort-Schatz

Von 19. Mai 2013 um 10:00 Uhr

Wann ist etwas ZAUBERSCHÖN? Sind es Lichtstrahlen, die durch ein kleines Kirchenfenster kriechen und sich dann doch ganz ungewollt  den Weg ins Herz suchen? Kinderlachen, der tobende Nordwind auf einer Insel? Gerne geht man auf Entdeckungsreise zu diesen Dingen, zum Sehen, zum Lauschen, zum Staunen. Und egal, ob es dieses Wort nun tatsächlich gibt oder nicht. Es ist ein Geschenk, sagen zu  önnen: Es ist zauberschön!
Stephanie Kraft, Freising

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Von 15. Mai 2013 um 10:00 Uhr

Eruieren: Dieses Wort klingt so wunderbar geheimnisvoll und erinnert an  Sherlock Holmes. Dabei ist es sehr vielseitig einsetzbar,  unglaublich praktisch, weil es ganz sanft bedeutet: Ich gehe der Sache mal auf den Grund – aber eben sehr nett verpackt und völlig wertfrei. Zudem schwingt in diesem Wort ein Hauch von Erotik mit … Ich benutze es gern und oft!

Daniel Langer, Schwelm

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Von 13. Mai 2013 um 10:05 Uhr

Den Ausdruck habe ich von meinem Vater übernommen. Nie hätte er für seine Lieblingstätigkeit das Wort »Hobby« benutzt. Viel zu neumodisch! Eher schon Leidenschaft oder Liebhaberei. Er sprach von seinem Steckenpferd. Für mich bedeutet es, etwas spielerisch zu machen und ganz darin aufzugehen. Kinder leben es uns vor, wenn sie im Spiel versinken und die Welt um sich vergessen. Als Erwachsene kann man es am besten mit seinem Steckenpferd.

Elisabeth Weber-Strobel, Heidenheim

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Von 11. Mai 2013 um 18:00 Uhr

In unserer Familie wird oft Englisch gesprochen, weil durch Heiraten etliche Mitglieder es als Muttersprache haben und andere es durch Beruf oder Leben im Ausland wie eine Muttersprache beherrschen. Trotzdem scheiterten wir, als wir in der Gruppe versuchten, für das Wort Mitbringsel eine englische Übersetzung zu finden, die diesen Austausch netter Kleinigkeiten unter Freunden adäquat wiedergibt.
Mechtild Becker, Pritzwalk, Brandenburg

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Von 10. Mai 2013 um 14:00 Uhr

Ein echtes Früherwort und schwer vom Aussterben bedroht ist Stanniolpapier. Allen Älteren von uns wurden von Müttern, Vätern oder Großeltern liebevoll zubereitete Stullen darin eingewickelt, und sie schmeckten einfach gut. Die heutige, etwas technokratisch klingende Variante »Alufolie« hat nicht das gleiche Aroma. Das Butterbrot mag gleich schmecken, aber die Welt drum herum war bei Stanniolpapier eindeutig leichter, sorgenfreier und fröhlicher.

 

Ansgar Book, Kleinmachnow

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Von 9. Mai 2013 um 10:10 Uhr

Planungsbesprechung. Bauherr mit Lebensmittelpunkt Rheinland: »Dann brauche Haus noch eine Kabuff . Du wissen Kabuff?« Ich: »Ja, Abstellraum«. Er: »Woher du wissen?« Ich: »Komme aus Köln.« Er: »Ach wat!« Heimatliche Klänge aus dem Munde eines Süditalieners! Das erste Mal hörte ich diesen Begriff in den sechziger Jahren, als ich als kleiner Junge mit meinem Vater freitags zum Austeilen der  Lohntüten die Baustellen abfuhr. Selbst im Studium war dies ein allseits bekannter Begriff. So war meine Verwunderung nicht gering, als in meiner Wahlheimat Bayern dieser Raum als »Speis« bezeichnet wurde – was damals auf den Baustellen auch der Maurermörtel war.
Herbert Breuer, Moosinning, Oberbayern 

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Von 4. Mai 2013 um 10:00 Uhr

Vor allem im Süddeutschen ist das Wort ehrenkäsig auch heute noch verbreitet. So bezeichnet man einen Menschen, der oft bei Bagatellen seine Ehre verletzt  fühlt. Kritisiert man jemanden als ehrenkäsig, so kann man sein Verhalten nicht akzeptieren. Mancher allerdings verwendet das Wort auch schmunzelnd und selbstironisch, um eine Sache zu bereinigen.
Ewald Steinert, Murrhardt, Baden-Württemberg

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Von 3. Mai 2013 um 14:00 Uhr

Das Wort strunzen kennt man kaum noch. In meiner Jugend- und Schulzeit mussten wir es oft hören, wenn wir übertrieben, prahlten oder angeberisch auftraten. Dann hieß es: »Strunz doch nicht so!« Der frühere FC-Bayernund Nationalspieler Thomas Strunz aber kann – trotz mancher Kritik von Trapattoni – wirklich mit seinen Erfolgen und Titeln strunzen.

Karl-Josef Mewaldt, Buxheim, Allgäu

(Anm. d. Red.: Im Westmitteldeutschen wird »strunzen« laut Duden »Deutsches Universalwörterbuch « salopp auch für »urinieren« verwendet.)

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Von 2. Mai 2013 um 10:00 Uhr

Wenn man schlecht geschlafen hat oder sich – wie es auf Neudeutsch heißt – völlig »ausgepowert« fühlt: Nichts trifft diesen Zustand besser als das Wort zergramattert. Meine Urgroßmutter aus Masuren benutzte dieses Wort häufig. Ich habe es nie wieder gehört.

Kai Mickley, München

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Von 29. April 2013 um 09:00 Uhr

Als kleines Mädchen habe ich gern mit Puppen gespielt. Meine Mutter war Schneiderin, und so lernte ich früh, meine Puppe »Hansele« selbst einzukleiden. Na­türlich waren meine Näharbeiten nicht perfekt, und meine Mutter titulierte die Ergebnisse als Hanselearbeit. Diesen Begriff übertrug sie schließlich auf alle Ar­beiten, die wir Kinder nicht fehlerlos erle­digten. Bis heute hat sich »Hanselearbeit« in unserer Familie gehalten. Sogar im Freundeskreis macht er die Runde. Meine Freundin renate sagte mir kürzlich: »Ich nähe mir meine Kleidung wieder selbst, aber das ist keine Hanselearbeit.«

Gertraud Haug, Bad König, Hessen

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