Was mein Leben reicher macht
Wonnemonat Mai: leuchtend rosa Kirsch- und strahlend weiße Apfelblüten, duftende Magnolien und das zarte Grün des Gingko im Garten meiner Nachbarin … Ich liebe den Frühling!
Karla Wagner, Bremen
Wonnemonat Mai: leuchtend rosa Kirsch- und strahlend weiße Apfelblüten, duftende Magnolien und das zarte Grün des Gingko im Garten meiner Nachbarin … Ich liebe den Frühling!
Karla Wagner, Bremen
Ein Freund, der mir auf der Gitarre vorspielt und so schön singt, dass ich weinen muss. Der aufschaut und mich ernsthaft fragt: »Das war Mist, oder?« Die Glücksträne, die in meinen Schal gesickert ist, hat er nicht gesehen.
Katja Pilisi, Karlsruhe
Ich laufe durch unseren Park und sehe einen Mann, der einen großen, alten Baum umarmt, ganz fest. Nach einer langen, langen Weile löst er sich widerwillig von ihm und klopft zum Abschied zärtlich auf den Stamm, wie bei einem alten Freund.
Johanna Köpp, Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz
Die Tagebücher von Joseph Goebbels strotzen von Berichten über »tolle Versammlungen«, auf denen er nach eigener Einschätzung höchst erfolgreich geredet hat. Unter dem 9. Mai 1928 findet sich dann folgende Eintragung: »Montag ab nach Aschaffenburg. In Aschaffenburg eine saumäßige Versammlung. Kaum 100 Menschen. Ich habe eine Stinkwut …« Die Katastrophe hat das zwar nicht verhindert, aber meine Heimatstadt kann trotzdem stolz sein.
Helmut Euler, Aschaffenburg
Flughafen Frankfurt, Passkontrolle: Zurück von einer Vietnamreise, warten wir müde in der EU-Schlange auf unsere Abfertigung, vor uns drei asiatisch aussehende Männer. Genervtes Getuschel: »Die sind hier falsch, die müssen sich doch in der anderen Reihe anstellen!« Darauf halten die drei Männer ihren Pass in die Höhe – ohne sich umzudrehen und gleichzeitig, wie auf Kommando. Es sind deutsche Pässe! Betretenes Schweigen. Deutschland ist ein Einwanderungsland.
Ute Stöffler, Kressbronn, Baden-Württemberg
Mein Mann feiert seinen 70. Geburtstag. Als sich die Familie unseres Sohnes zur Heimreise verabschiedet, frage ich, ob sie auch alles eingepackt haben. Darauf antwortet unser achtjähriger Enkel Adrian: »Nein, die Oma müssen wir noch einpacken und mitnehmen.«
Elfriede Bochtler, Staig, Baden-Württemberg
Die Kommunikation, die mein Mann mit seinen Kommunikationsmedien pflegt: Neulich etwa musste er sehr früh aufstehen und schaffte es am Vorabend unter einigen Mühen, die Weckfunktion seines neuen Handys zu aktivieren. Tags darauf ertönte pünktlich zur eingegebenen Zeit ein Dadülelütt, Dadülelütt. So weit, so gut. Am nächsten Morgen – in aller Herrgottsfrühe – leider wieder: »Dadülelütt, Dadülelütt«. Da knurrt es aus dem Kissenberg neben mir: »Das war gestern, du Schwachmat!«
Ilse Hering, Schweinfurt
Samstagmorgen im Starbucks. Den Kaffee brüht eine ältere Dame. Sie und ich gehören zum Morgeninventar. Ich bestelle immer den mittelgroßen Milchkaffee, sie berechnet nur den kleinen. Nie ein Wort hierüber, es ist unser kleines Geheimnis.
Douglas Kelly, Frankfurt am Main
Kürzlich begleitete ich meine Tochter zum Bahnhof. Als sie eingestiegen war, blieb ich stehen, um zu winken. Der Zug fährt an und – stoppt sofort wieder. Was ist geschehen? Ganz vorn am Bahnsteig hastet ein Mensch mit Koffer dem Zug entgegen. Die Tür des ersten Wagens öffnet sich. Die Person steigt ein. Und der Zug fährt endgültig ab.
Christof Leitz, Erlangen
Der BVB ist wieder Deutscher Meister. Natürlich ist das Thema in meiner dritten Klasse. Als gemeinsame Zeichenarbeit gestalten wir den Meisterbus. Jeder Schüler malt einen jubelnden Fan. Selbst der kleine Seha – ein eingefleischter Schalke-Fan – macht kräftig mit. Als der Bus dann im Forum der Schule hängt, kommt er plötzlich zu mir und fragt:« Kann ich vielleicht noch ’nen kleinen Schalke-Fan dazumalen? Wir können ihn ja verstecken!«
Ellen Seemer, Dortmund