Ein Blog mit Ihren Notizen, Gedichten und Bildern für die gedruckte ZEIT
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Mein Wort-Schatz

Lebe: Mein Wort-Schatz

Von 4. August 2015 um 12:00 Uhr

Lebe ist ein uraltes Abschiedswort in unserem sonst so derben Dialekt. Jedes Mal, wenn ich die alte, pflegebedürftige Cousine meines Vaters im Altenheim besuche, höre ich zum Abschied: »Lebe«. Das tut so gut.

Heike Riedmann-Hofer, Lustenau, Österreich

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Schmeckerwöhlerchen: Mein Wort-Schatz

Von 2. August 2015 um 15:00 Uhr

Als junger Zeitungsvolontär hatte ich einen Kollegen, der von einer Veranstaltung berichtete, bei der auch Häppchen gereicht wurden. Er beschrieb diese Kleinigkeiten als Schmeckerwöhlerchen. Sie seien das Beste bei diesem sonst öden Termin gewesen. Seitdem begleiten mich die Schmeckewöhlerchen durchs Leben. Nie wieder habe ich eine passendere Bezeichnung für kleine appetitliche Gaumenfreuden gelesen. Allein bei dem Wort läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen.

Thomas Klinghammer, Bunde, Ostfriesland

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Rüschterli: Mein Wort-Schatz

Von 29. Juli 2015 um 20:15 Uhr

Mein Beitrag zu Ihrer Messersammlung ist das alemannische Rüschterli. Der Ausdruck stammt aus der Schweiz und ist auch bei uns in der Grenzregion bekannt. Er leitet sich von dem Verb rüsten ab, das bei unseren Nachbarn (selbst in Kochbüchern!) alle Arten der Vorbereitung umfasst, die man seinem Gemüse vor dem Garen angedeihen lassen kann.

Heike Röckel, Lörrach

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Groschenmesserchen: Mein Wort-Schatz

Von um 20:00 Uhr

Kann es sein, dass die in meiner Heimat, der Gegend um Wetzlar, verwendete Bezeichnung fürs kleine Küchenmesser noch nicht in der Wortschatz-Spalte auftauchte? Ich denke dabei an das Groschenmesserchen, das seinen Namen der Tatsache verdankt, dass es einmal – lange ist’s her – einen Groschen kostete.

Robert Abbel, Dreieich

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Mest: Mein Wort-Schatz

Von um 19:45 Uhr

In meinem Heimatort Egestorf am Deister im Calenberger Land heißt das Messerchen auf Platt: Mest.

Lüder Benne, Seelze, Niedersachsen

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Schillertest: Mein Wort-Schatz

Von um 19:30 Uhr

Bei uns zu Hause, in Diele im Rheiderland (Ostfriesland) heißt das kleine Messer von alters her Schillertest.

Christine Arens, Achim, Niedersachsen

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Schillermesser: Mein Wort-Schatz

Von um 19:15 Uhr

Bei uns in Goldenstedt im Landkreis Vechta nennen wir solche Messer Schillermesser. Wobei sich dieser Begriff vermutlich nicht vom gleichnamigen Dichterfürsten herleitet, sondern wohl eher vom plattdeutschen Wort schillen für schälen (Kartoffeln, Äpfel...). Meine Lebensgefährtin kommt aus dem ammerländischen/ostfriesischen Raum (Augustfehn). Dort heißt dieses Messer fast ähnlich Schillermess, wobei im Gegensatz zum Vechtaer Raum das SCH nicht wie SCH ausgesprochen wird, sondern wie SK (also Skillermess). Das dürfte mit der Nähe zu den Niederlanden zu tun haben, wo das SCH auch wie SK ausgesprochen wird.

Wolfgang Meyer, Goldenstedt, Niedersachsen

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Schälerchen: Mein Wort-Schatz

Von um 19:00 Uhr

Von meinen Großeltern aus Sehlen auf Rügen kenne ich den Begriff Schälerchen für das kleine Küchenmesser.

Magnus Boucsein, Kassel

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Grottagiekser: Mein Wort-Schatz

Von um 18:55 Uhr

In meiner Kindheit (im schönen Remstal bei Stuttgart) hatten wir zwei große Gärten, die oft von Schnecken heimgesucht wurden. Weil meine Eltern Igelliebhaber waren, verzichteten sie auf Schneckenkorn und dezimierten die Plage von Hand mit einem alten, oft wiederangeschliffenen Messer, das immer griffbereit bei den Küchenkräuter im Boden steckte. Dieses meist schon etwas schartige Messer war unser Grottagiekser, wobei Grott sich wohl von Krott (Kröte) herleitet und gieksen für pieksen oder hier eher für erstechen steht.

Iris Reischle, Heilbronn

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Krabbenschächter: Mein Wort-Schatz

Von um 18:50 Uhr

Im hohelohischen Dialekt hörte ich früher gelegentlich das Wort Krabbenschächter für ein eher minderwertiges Messer. Krabben sind die Raben, schächten kennt man als rituelle Art des Schlachtens. Also ein Messer, das allenfalls zum Schlachten der (offenbar damals schon) nicht geschätzten Raben taugte.

Heidrun Pelz, Freiburg im Breisgau

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