Aufundzu: Mein Wort-Schatz

In der ZEIT Nr. 43/15 habe ich mit großer Freude die regionalen Ausdrücke für den Abschiedstrunk gelesen und möchte noch eine Hamburgische Variante hinzufügen, nämlich das sogenannte Aufundzu. Dabei handelt sich um ein schnelles Bier, bei dem der Zapfhahn auf und gleich wieder zugedreht, mithin das Glas nicht voll wird. Da die Kneipe in der Kasse ein so kleines Bier nicht vorgesehen hat, wird dieses Abschiedsgetränk als Kaffee abgerechnet.

Andreas Koch, Hamburg

 

Extrawurst: Mein Wort-Schatz

In meiner Kinderzeit gab es zwei Sorten Extrawurst. Das eine war die Beutelwurst, und das andere war die Pulwurst. Handelte es sich bei Ersterer um eine leckere Grützwurst aus Graupen, Blut, Rosinen und Schlachtresten, die heiß (und meist mit Kartoffelmus) serviert wurde und die dann aufquoll und sich auf dem Teller ausbreitete, war die zweite eine Leberwurst, die wir Kinder aus den Därmen pulten.

Suse von Schwanenflügel, Paraza, Frankreich

 

Reiseachtele: Mein Wort-Schatz

In der Rubrik »Mein Wortschatz« entdecke ich den Begriff »Absacker« von einem Leser in Bayern. In Norddeutschland, wo ich her- komme, kennt man diesen Begriff für das Abschiedsgetränk ebenso. Als nunmehr Österreicherin kann ich noch das Reiseachtele beisteuern. Und bei meinem letzten USA-Aufenthalt begegnete mir der Ausdruck One for the way.

Tanja Eiselen, Bregenz, Österreich

 

Fußpils: Mein Wort-Schatz

Eine schöne, sehr logische Kreation, die ich aus meinem Freundeskreis kenne: Den Heimweg nach einer feuchtfröhlichen Runde tritt man am besten wie an? Natürlich zu Fuß. Das Pils in der Flasche, das man sich für den Weg noch mitnimmt, ist also… richtig geraten: das Fußpils!

Eckart Willer, Hamburg

 

Presshalbe: Mein Wort-Schatz

Um den Bezeichnungen für Schlürschluck, Scheidebecher et cetera noch eine hinzuzufügen: Vor einigen Jahren hörte ich von einem Bekannten aus Bayern das, wie ich finde, sehr anschauliche Wort Presshalbe. Man findet den Ausdruck auch online im bayerischen Wörterbuch: »Presshalbe [brässhåiwe]: schnelles Bier, das man im wahrsten Sinne des Wortes eilig ›reinpresst‹, zum Beispiel weil man zum Zug muss; möglicherweise leitet sich der Ausdruck aber gar nicht von ›pressen‹, sondern ›pressieren‹ ab (PRESSIERHALBE.)«

Wolfgang Wehmeyer, Münster

 

Trollschoppen: Mein Wort-Schatz

Einen weiteren Ausdruck für den »Abschiedstrunk« fand ich in der Pfalz, wo der Wein auch gerne im Halbliterglas getrunken wird. Am Ende der geselligen Runde trinkt man dann gerne den Trollschoppen, um sich anschließend nach
Hause zu trollen (nach Hause zu gehen).

Rolf-Dieter Holthaus, Neuenrade, Nordrhein-Westfalen

 

Dittchen: Mein Wort-Schatz

Wenn ich früher meine Großeltern be- suchte und ihnen etwas zur Hand ging, sagte mein Großvater: »Hier hast du ein Dittchen. Es waren 50 Pfennige oder auch eine Mark und reichte für den Kinobesuch am Sonntagnachmittag. Der Ausdruck »Dittchen« stammte wohl aus seiner Danziger Heimat.

Werner Müller, Berlin

 

G’schpusi: Mein Wort-Schatz

Letzte Woche: Geburtstagsfeier bei Freunden, Small Talk über frühere Zeiten, Beziehungen, Schicksale. Da fällt das Wort G’schpusi, so leichtfüßig, etwas anrüchig, aber auch ein bisschen unschuldig, nicht derb, wiewohl geheimnisvoll, verzeihend, mitwisserisch. Es ist ein typisch wienerischer Slang-Ausdruck für Seitensprung, Affäre, Amour fou oder auch Techtelmechtel, was mir in diesem Kontext auch ganz gut gefällt!

Herbert Walter, Kaumberg, Österreich

 

Augenfällig: Mein Wort-Schatz

An das Wort Augenfällig erinnerte ich mich während unseres Urlaubs in Siebenbürgen. In Hermannstadt gibt es viele schöne, renovierte Häuser, aber auch solche, die »nicht ins Auge fallen« und trotzdem ein interessantes Innenleben führen. Etwa das Restaurant Syndikat, dessen Eingangstür ein einfacher Holzverschlag ist, auf dem mit Kreide die Speisekarte notiert ist. Die frischen, kreativen Gerichte waren ausgezeichnet; die jungen Besitzer des Restaurants engagiert und zuversichtlich.

Rita Schelden, Warendorf

 

Schnutensuppe: Mein Wort-Schatz

Vor einigen Jahren saß ich im Zug in Hör- weite zweier Mütter mit jeweils einem Kind. Eins von denen machte – aus welchem Grund auch immer – ein auffällig griesgrämiges Gesicht, woraufhin die Mutter des anderen fragte: »Na, hat es bei euch heute Schnutensuppe gegeben?« Köstlich! Und bis heute unvergessen.

Christoph Müller-Luckwald, Bingen, Rheinland-Pfalz