ZEIT der Leser

Ein Blog mit Ihren Notizen, Gedichten und Bildern für die gedruckte ZEIT

Was mein Leben reicher macht

Von 21. März 2015 um 18:00 Uhr

Jan und Tim, zwei Schüler, klettern für mich die steile Leiter hinauf in die Obst­bäume und reinigen meine Vogelnist­kästen. Dankbar gebe ich jedem fünf Euro. Sie nehmen sie – und geben sie mir zurück. »Sie wollten uns eine Freude machen, und jetzt machen wir Ihnen eine Freude!«, sagen sie und laufen lachend weg.

Karin Klopfer, Dürnau, Baden­-Württemberg

Was mein Leben reicher macht

Von um 15:00 Uhr

In den nächsten Tagen werde ich mit mei­ner Chemo beginnen. Ich stehe vor mei­nem Mann mit straff nach hinten gebürs­teten Haaren. »Also, so sehe ich dann aus, wenn die Haar weg sind.« Er spontan: »Wie Nofretete!«

Sabine Reußink, Stuttgart

Neubeginn

Von um 12:00 Uhr

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Auf der Suche nach »unserem« Familienbaum im Friedwald habe ich diese Entdeckung ge­macht, die mich sehr berührt hat: Eine Vogelbeere hat ihren Weg in den Spalt eines Baum­stumpfes gefunden, ist gekeimt und gewachsen. Das Leben sucht sich seinen Weg...

Brigitte Orth, Lindenberg, Pfalz

Kategorien: der Baum, Mein Freund

Zieschendreher: Mein Wort-Schatz

Von 20. März 2015 um 18:00 Uhr

Meine Mutter, 1904 in Riga geboren und 1939 ausgesiedelt, brachte viele Wörter aus dem baltischen Sprachraum mit. Etwa »verhunzen« für »verderben, ver­pfuschen«. Am kuriosesten war wohl der Zieschendreher. »Zieschen« be­zeichnet eine dünne Bratwurst, und ein »Zieschendreher« war für meine Mutter ein Mann, dem es in ihren Augen an Männlichkeit, an Statur fehlte. »Zie­schendreher«, das war aus ihrem Munde ein vernichtendes Urteil! Wenn meine Mutter allerdings einmal richtig böse wurde, dann bediente sie sich des Letti­schen oder Russischen, damit das Kind nicht etwa verhunzt würde.

Elmar Drossmann, Cuxhaven

Kategorien: Mein Wort-Schatz

Was mein Leben reicher macht

Von um 15:00 Uhr

Meine Entscheidung, im Iran zu studieren. Jeden Tag aufs Neue überrascht davon zu sein, wie falsch mein Bild doch war: es gibt unzählige Künstlercafés, so viel Literatur­liebe, stundenlange öffentliche Dichter­lesungen, Theaterstücke von Brecht! Und jede Woche etwas längere Gespräche auf Persisch mit wunderbaren neuen Freunden.

Hannah Pool, Köln, zzt. Teheran

Was mein Leben reicher macht

Von um 12:00 Uhr

Wenn sich am Samstagmorgen um sechs meine beiden erwachsenen Söhne (23 und 19 Jahre) nach einer durchtanzten Nacht flüsternd vor unserer Schlafzimmertür eine gute Nacht wünschen.

Wiebke Juhl-Nielsen, Rostock

Was mein Leben reicher macht

Von 19. März 2015 um 15:00 Uhr

Angeregt durch einen ZEIT-Artikel über den Lykischen Weg, haben wir zehn wunderbare Tage in der Türkei verbracht, wandernd und staunend. Abends, als es in unserem Häuschen am Rand der Berge kälter wurde, haben wir mit der aktuellen Ausgabe der ZEIT das Feuer im Bollerofen angemacht. So schlossen sich die Kreise.

Claudia Engelmann, Korbach, Nordhessen

Zeitsprung: Zurück

Von um 12:00 Uhr

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Anfang 2000 erhielten wir endlich unseren lange erwarteten Adoptivvorschlag für ein Waisenkind von den Philippinen. Das Bild, das wir zugeschickt bekamen, zeigt Christian im Alter von drei Jahren am Treppengeländer des Waisenhauses Concordia Children’s Services in Manila. Im Mai 2000 durften wir Christian dann dort abholen. Im vergangenen Jahr besuchten wir mit Christian zum ersten Mal wieder die Philippinen und natürlich auch das Concordia. Zwei der damaligen Erzieherinnen konnten sich noch an ihren Schützling erinnern. Mit der Leiterin und einer der beiden Erzieherinnen steht Christian auf dem neuen Foto wieder am gleichen Geländer vor dem Eingang des Concordia. Das Waisenhaus wurde inzwischen renoviert – und Christian ist gewachsen, wie man sieht.

Roland Pfister, Mörgen, Unterallgäu

Kategorien: Zeitsprung

Verparkt: Mein Wort-Schatz

Von 18. März 2015 um 18:00 Uhr

Seit es in meiner Stadt das neue Parkhaus gibt, wurden viele der Straßen, in denen man bislang kostenfrei parken konnte, mit Parkscheinautomaten aufgerüstet. Auf die Frage im Geschäft, ob ich denn das Geld für den Einkauf auch passend hätte, muss ich seither häufig erwidern, das Kleingeld hätte ich leider schon wieder verparkt.

Elke Herrmann, Eisenach

Kategorien: Mein Wort-Schatz

Was mein Leben reicher macht

Von um 15:00 Uhr

Unsere Probe mit der Band. Danke, Alex (Piano), Klaus (Gitarre), Axel (Bass) und Markus (Saxofon), dass ich (Schlagzeug) mit Euch spielen darf. Seit acht Jahren sind wir jeden Donnerstagabend die großartigsten Rock ’n’ Roller, die die Welt je hervorgebracht hat.

Philipp Rehbein, Wiesbaden