Durchsage, einmal anders

Ich arbeite bei der Deutschen Bahn und fahre jeden Tag von Dresden nach Leipzig zur Arbeit. Den immer gleichen Durchsagen der Zugchefs vor jedem Bahnhof hört man da kaum noch zu. In meine Zeitung vertieft werde ich neulich umso erstaunter aus meinen Gedanken gerissen, als eine gut gelaunte Männerstimme durch die Lautsprecher in ungewohnt lockerer Art die Fahrgäste begrüßt, über die weitere Reise informiert und ankündigt, dass „wenn alles planmäßig verläuft“ wir den nächsten Bahnhof um 16:23 Uhr erreichen werden. Die Ansage ist zugegeben etwas lang, aber erfrischend anders. Auf den Gesichtern der Fahrgäste um mich herum sieht man ein kleines Lächeln. Als der Zugchef dann die Fahrkarten kontrolliert, halte ich ihn an und sage ihm, dass ich seine natürlich nicht ganz vorschriftsmäßige Durchsage eben richtig toll fand. Seine Antwort: „Wissen Sie, das geht runter wie Öl.“ Kurz vor Erreichen des nächsten Bahnhofs klingt durch die Lautsprecher: „…wir erreichen nun Riesa, die Stadt der Nudelmacher..“ Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Christina Förster, Dresden