Was uns ratlos macht
Ja, die Regierungen in Afghanistan und Südkorea haben ein größeres Problem als wir. Aber die Geiselnahme stellt uns auch vor ein Problem.
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Ja, die Regierungen in Afghanistan und Südkorea haben ein größeres Problem als wir. Aber die Geiselnahme stellt uns auch vor ein Problem.
[...] Die Gründe dieser heiklen Lage sind natürlich auch bekannt. Erstens hat der Staat im Fall einer Entführung in aller Regel eine freie Wahl zwischen Geld oder Leben, zweitens kann er schlecht verhindern, dass seine Entscheidung sich herumspricht, und drittens ist er morgen immer noch da — und der nächste Entführer kommt bestimmt. Hinter den drei genannten Bedingungen seiner unseligen Lage liegen natürlich auch die drei möglichen Strategien ihrer strukturellen Verbesserung. Erstens: Der Staat kann darauf hin wirken, dass er morgen nicht mehr da ist. (Das ist meistens keine echte Option.) Zweitens: Der Staat kann versuchen, die Verhandlung geheim zu halten, und so tun, als ob die Geiselnehmer ihre Geiseln aus purer Menschenliebe oder aus Angst freigelassen hätten. (Das ist meistens auch nicht wirklich praktikabel.) Drittens: Der Staat nimmt sich selbst die Freiheit der Entscheidung. Er bindet sich, wie Odysseus, an den Mast, um in der schweren Situation nicht der Versuchung nachgeben zu können, seine Leute freizukaufen. [...]
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