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ZEIT ONLINE startet digitalen Briefkasten

Von 30. Juli 2012 um 16:13 Uhr

Wir haben heute bei ZEIT ONLINE einen digitalen Briefkasten gestartet, mit dem Sie uns anonym und sicher Dokumente und Nachrichten schicken können. Interne Papiere, Verträge, Datenbankauszüge – wenn Sie meinen, dass die Öffentlichkeit von diesen Dokumenten erfahren sollte, haben Sie nun die Möglichkeit, uns davon in Kenntnis zu setzen.

Dass Sie Ihre Anonymität schützen können, ist uns sehr wichtig. Sie müssen uns weder Ihren Namen noch eine Kontaktmöglichkeit nennen.

Wir haben bei der Planung und Umsetzung des digitalen Briefkastens unser Bestes getan, um technisch sicherzustellen, dass niemand mitlesen kann, wenn Sie Dokumente hochladen und niemand Sie dabei beobachtet.

Das Hochladen zu ZEIT ONLINE findet über eine verschlüsselte Verbindung statt; die angekommenen Dokumente werden dann automatisch von allen verräterischen Informationen – den sogenannten Meta-Daten – gereinigt, die Rückschlüsse auf Ihre Identität erlauben könnten.

Auszug aus einer PGP-verschlüsselten Email.

Auszug aus einer PGP-verschlüsselten Email.

Ihre von sämtlichen Meta-Daten gereinigten Dokumente werden anschließend als PGP-verschlüsselte Dateien an ein Team aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren von ZEIT ONLINE und DIE ZEIT übermittelt. Wichtiges Detail: Ihre Informationen verbleiben nicht auf dem Briefkasten-Server, sondern werden nach dem verschlüsselten Weiterversand sofort wieder vom Server gelöscht.

Falls Sie erwägen, uns Dokumente über den digitalen Briefkasten zu übermitteln, ist ein Aspekt wichtig: Wir verstehen uns nicht als Leaks-Plattform wie etwa Wikileaks. Alle hochgeladenen Informationen werden journalistisch überprüft und für die Berichterstattung bei ZEIT ONLINE und/oder DIE ZEIT ausgewertet. Ob Dokumente, die uns erreichen, anschließend von uns publiziert werden, entscheidet sich dann im Zuge dieses redaktionellen Sichtungsprozesses.

Der digitale Briefkasten von ZEIT ONLINE wird von uns in vollem Umfang als Open Source Code veröffentlicht. Wir laden Sie herzlich ein, mit dem Code zu experimentieren und ihn ausgiebig zu testen. Vor allem würden wir uns aber freuen, wenn Sie den digitalen Briefkasten auch auf Ihrer Site einsetzen – egal, ob Sie ein Blog betreiben, eine Non-Profit-Organisation ins Netz bringen oder ein Medienunternehmen repräsentieren. ZEIT ONLINE setzt seit vielen Jahren auf Open-Source-Software, etwa beim CMS sowie bei unserer Kommentar- und Blog-Technologie. Es ist uns deshalb ein Anliegen, der Open-Source-Community bei dieser Gelegenheit etwas zurückzugeben.

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Kategorien: Features, Journalismus
Leser-Kommentare
  1. 9.

    Eine super Idee, ich werde der Zeit weiter die treue halten. Ihr habt die neue Zeit begriffen.

    • 30. Juli 2012 um 18:14 Uhr
    • Charly
  2. 10.

    Leider haben Sie trotz vieler berücksichtigter wichtiger Punkte vergessen auf solchen sensiblen Seiten alle Webtracker und Werbung sowie weitere Elemente, die von nicht vertrauenswürdigen fremden Anbietern geladen werden, abzuschalten.

    Damit geben Sie Daten der Whistleblower – je nach Schutzvorkehrungen der Betroffenen bis hin zu deren Identität – an wenig vertrauenswürdige Werbefirmen und Datensammler wie Nugg.ad und Google weiter, die es nichts angeht, wer Dokumente einreicht und die solche Daten unter Umständen auch an ermittelnde Behörden weiter geben (müssen).

    • 30. Juli 2012 um 18:19 Uhr
    • Markus Mandalka
  3. 11.

    Super.

  4. 12.

    Bravo!

    • 30. Juli 2012 um 18:23 Uhr
    • Spaetroemer
  5. 13.

    Tolle Idee !
    Erspart der ZEIT eine Menge journalistische Eigen-Recherchen und Kosten. Was hat eigentlich der “Informant” davon????

  6. 14.

    Was soll das werden? Ein Wikileaks Light?

    Zitat:
    “wenn Sie meinen, dass die Öffentlichkeit von diesen Dokumenten erfahren sollte, haben Sie nun die Möglichkeit, uns davon in Kenntnis zu setzen.”
    —–
    Und wen SIE im Gegenzug meinen, dass die Öffentlichkeit von diesen hochgeladenen Dokumenten NICHT erfahren sollte, was passiert genau dann?
    Gibt es eine Veröffentlichungsgarantie (meinetwegen nach Authentizitätsprüfung), oder geht es dann nach dem Gusto der Redaktion? Mit dieser immens wichtigen Frage steht und fällt das ganze Konzept. Vielleicht äußert sich die Redaktion dazu mal.

    • 30. Juli 2012 um 18:34 Uhr
    • pursche
  7. 15.

    S U P E R !!

    • 30. Juli 2012 um 18:39 Uhr
    • jazzer68
  8. 16.

    Daumen hoch! Eine tolle Idee.

  9. Kommentar zum Thema

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