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Das Feiertagslayout – ein Blick in die Zukunft von ZEIT ONLINE

Von 16. Juli 2013 um 12:04 Uhr

Zuvor eine Warnung: Wenn Sie diesem Link auf unser Special 100 Jahre Tour de France folgen, konfrontieren wir Sie mit Online-Journalismus, den Sie von uns noch nicht gewohnt sind.

Das Projekt trägt in der Redaktion von ZEIT ONLINE den Codenamen “Feiertagslayout” und hat zwei Dutzend Kollegen zum Teil Wochen beschäftigt: Reporter und Datenjournalisten, Foto-, Video- und Entwicklungsredakteure, Designer und Programmierer.

Die Gestaltung des Feiertagslayouts folgt Prinzipien, die Sie von den großen Online-Medien an Werktagen nicht unbedingt gewohnt sind. Unsere Darstellung ist einerseits besonders opulent und präsentiert neben den Texten auch sehr prominent Fotos, Videos und Infografiken. Sie ist andererseits reduziert: Auf eine Vielzahl ablenkender Elemente, wie sie im Online-Journalismus üblich sind, haben wir bewusst verzichtet.

Wir wollen nur eine Geschichte erzählen.

Diese aber umso eindringlicher: Wir würden uns wünschen, dass Sie sich lange mit den drei ungewöhnlichen Protagonisten am Rande der Tour de France beschäftigen, die wir für Sie begleitet haben. Die vielen unterschiedlichen Darstellungsformen, die wir dafür nutzen, stehen gleichberechtigt nebeneinander, wie es sich für ein digitales Medium gehört.

Es gehört sich auch, dass das Gerät, mit dem Sie unsere Geschichte betrachten, keine Rolle spielt: Das Feiertagslayout und alle seine Elemente funktionieren nicht nur mit – fast – beliebigen Browsern und Bildschirmgrößen, sondern auch auf Tablets und Smartphones. Neuen Gegebenheiten passt es sich automatisch an. (Spielen Sie einmal mit der Größe Ihres Browser-Fensters, falls Sie an einem Computer sitzen.)

Die mobilen Geräte hatten dabei für uns erstmals höchste Priorität: Konzepte, die auf ihnen nicht funktionierten, wollten wir bei unserem in die Zukunft gewandten Projekt nicht berücksichtigen. Schließlich lesen Sie ZEIT ONLINE immer häufiger auf Tablets und Handys.

Für die Zukunft unserer Arbeit haben wir noch mehr gelernt: So war unser Team selbst für Online-Verhältnisse besonders interdisziplinär angelegt. Die Grenzen zwischen den formalen Zuständigkeiten verschwammen: Programmierer gaben wichtige Handreichungen zum Inhalt der Geschichte, Reporter machten sich Gedanken über die Benutzeroberfläche. Und die Arbeitsweise entstammte eher der modernen, so genannten agilen Software-Entwicklung als dem klassischen Journalismus.

In den kommenden Monaten wollen wir noch einige lange Geschichten im neuen Feiertagslayout erzählen. Zugleich werden wir daran arbeiten, dem gesamten Angebot von ZEIT ONLINE noch mehr Tiefe zu verleihen, es opulenter zu gestalten und zugleich ruhiger – und  jedem Gerät angemessen. Auf dass jeder Werktag zum journalistischen Feiertag wird.

P.S.: Die Geschichte Snowfall der New York Times hat uns, wie viele Redaktionen, zu unserem ersten Storytelling-Projekt dieser Art angeregt. Besonders erwähnt seien auch Keine Zeit für Wut der NZZ, Firestorm vom Guardian und Out in the Great Alone (Greatland / ESPN).

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wirklich sehr gut gelungen

    • 16. Juli 2013 um 12:33 Uhr
    • lxththf
  2. 2.

    Da schließe ich mich gerne an.

    Bisherige Online-Artikel sind ja im Grunde nichts anderes als eine digitale Kopie eines gedruckten Artikels. Hier werden endlich einmal die Möglichkeiten moderner Kommunikation genutzt und ein wirklicher Mehrwert geschaffen gegenüber der Zeitung auf Papier oder auch dem Fernsehprogramm.

    Ich bin beeindruckt – weiter so, bitte! :-)

  3. 3.

    Ruhiger werden tut not, jetzt hat es für mich noch die Anmutung einer wilden Collage.
    Die erzählte Geschichte wird (mir) zu sehr von den übermächtig / zu prominent platzierten Fotos, Videos und Infografiken zerhackt.
    Das Muster der fortlaufenden Geschichte mit seitlichen “multimedialen Anmerkungen” von “Out in the Great Alone” wäre mehr mein Ding.

  4. 4.

    Diese Reportage hat wirklich Spaß gemacht. Unbedingt mehr davon! Und dazu noch ein gescheites Bezahlmodell, und Ihr könnt dafür auch noch (mindestens einen) zahlenden Leser erwarten ;-)

    • 16. Juli 2013 um 13:29 Uhr
    • Roland
  5. 5.

    Sieht sehr schön aus! Leider wird der Back-Button im Browser irgendwie disabled, was schade ist, wenn man von hier kommt und wieder hier her zurück möchte, um zu kommentieren.
    Darf ich fragen, wie Sie so ein Format refinanzieren? Wenn so viele Kollegen, wie von Ihnen beschrieben, an dem Teil gearbeitet haben, muss ich mir doch die Frage stellen, von was denen denn ihr Gehalt bezahlt wird?

    • 16. Juli 2013 um 13:46 Uhr
    • Interessierter
  6. 6.

    Ein großartiger Ansatz … wenn der richtige Browser verwendt wird. Es gibt wohl etliche User, die zwangsweise noch einen IE8 oder ähnliche Relikte nutzen müssen (@Office).

    • 16. Juli 2013 um 13:46 Uhr
    • Null
  7. 7.

    Wenn der Text wie beim Tour de France Bericht so sachlich, informativ und zusamen mit den Bildern auch noch sehr unterhaltend ist, ist das wirklich toll und zum genießen wie ein aufwendiger Bildband mit interessantem Text.

    Einseitiger, parteilicher oder klischeebepackter Text verdirbt mir allerdings die Freude an den schönsten Bildern und dem schönsten Layout, und irgendwann probiere ich’s dann gar nicht mehr aus. Ist halt so. Manches Gesinge, Gequatsche und Posieren ruiniert das schönste Alpenpanorama. Nicht nur in Farbe.

    • 16. Juli 2013 um 13:53 Uhr
    • TDU
  8. 8.

    html5: Video not properly encoded

    Ups.

    • 16. Juli 2013 um 15:50 Uhr
    • Tom
  9. Kommentar zum Thema

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