Das ZEITmagazin-Blog
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Fotografie

The Saga continues

Von 3. April 2014 um 09:00 Uhr

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Diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende: Seit der Fotograf Juergen Teller für eine Sonderausgabe des ZEITmagazins über Frankfurt am Main im Oktober 2013 unter anderem das Titelbild beisteuerte, ist die Bar Plank im Frankfurter Bahnhofsviertel zu bundesweiter Berühmtheit gelangt. Ein Blog entstand, auf dem jeder sich mit einer Nachahmung des Coverfotos vor der Bar Plank verewigen konnte. Und nun, weil der Erfolg nicht abreißt, haben Julia Wahl, der Fotograf Ulrich Mattner und der Chefredakteur des Journals Frankfurt, Nils Bremer, aus den Fotos eine Ausstellung kuratiert. Frankfurt liegt im Trend – so sehen das auch die Veranstalter: “Die Zusammenstellung zeigt Vielfalt, Lebensfreude, Coolness – kurzum: das Bahnhofsviertel und seinen Fixstern Plank.”

Plank mich, Juergen Teller – Die Ausstellung
Vernissage am 3. April, 19 Uhr
Ausstellungsdauer vom 4. April bis 30. Mai
Stadtteilbüro Bahnhofsviertel
Moselstraße 6a, Frankfurt am Main

(c) juergentellerplank.tumblr.com

100 freundliche Plagiate

Von 2. April 2014 um 15:00 Uhr

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Das Foto unseres Frankfurt-Hefts von Juergen Teller wurde oft nachgestellt. Die 100 besten Nachahmer zeigt das Stadtteilbüro im Bahnhofsviertel

(c) Ulrich Mattner

Fotografie im digitalen Zeitalter

Von 28. März 2014 um 12:54 Uhr

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Es sind harte Zeiten für Printmedien, und umso schöner sind die Beispiele, die zeigen, wie es für Zeitschriften und Magazine trotzdem funktionieren kann. Seit fünf Jahren gibt es »Der Greif« – ein spannendes Projekt für Fotografie und Literatur, das zugleich Magazin und Online-Plattform ist. »Der Greif« ist Ausstellungsfläche auf Papier, sammelt Fotografien aus aller Welt, und für die aktuelle siebte Ausgabe des Magazins haben 1600 Fotografen und Autoren aus über 70 Ländern mehr als 8000 Arbeiten eingereicht. Nun wird am Freitag in Augsburg die Ausstellung »Ein Prozess« eröffnet, sie dauert bis Mitte Mai und zeigt die schönsten Werke – die Kuratoren sind zugleich die Macher des Magazins. Besucher können zunächst den Entstehungsprozess der Ausstellung beobachten, ehe im zweiten Teil Lesungen, Performances und Diskussionen die dann fertige Exposition kommentieren. Fotografie im digitalen Zeitalter ist das zentrale Thema von »Der Prozess«, und es kann durchaus beruhigend sein, die Bilderflut des Internets zu umgehen, und die ausgestellten Fotografien in der analogen Welt auf sich wirken zu lassen.

»Ein Prozess«
Neue Galerie im Höhmannhaus, Augsburg
27. März – 11. Mai 2014

(c) DER GREIF – Magazine for Photography and Literature

I Am Fifty

Von 24. März 2014 um 17:00 Uhr

Playboy magazine (Shot during Die Zeit/Frankfurt)

Es ist ein großes Jahr für den Fotografen Juergen Teller, denn er feiert seinen 50. Geburtstag. »I Am Fifty« heißt deshalb seine Ausstellung, die seit dem vergangenen Freitag in der Galerie Suzanne Tarasieve in Paris zu sehen ist. Sie besteht aus drei zum Teil sehr intimen Fotoserien, wovon die persönlichste (»Irene im Wald«) seiner Mutter auf einem Waldspaziergang folgt. Die beiden anderen Serien, »Woo« und »Masculin«, zeigen Selbstporträts oder stellen eine Retrospektive von Juergen Tellers Arbeit als Modefotograf und Künstler dar.

Juergen Teller – I Am Fifty
21. März – 25. Mai 2014
Suzanne Tarasieve Paris
7, rue Pastourelle – 75003 

(c) Juergen Teller

Von der Verfremdung des Alltäglichen

Von 21. März 2014 um 11:00 Uhr

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Lange bewährte Strukturen zu verändern, ist selten ein leichtes Unterfangen. Annette Kelm aber hat es gewagt – und gewonnen. Der Künstlerin ist es gelungen, die Fotografie aus ihren klassischen Mustern zu heben und einer ganz neuen Betrachtungsweise unterzuordnen. Bei ihren Werken gilt nicht nur – wie bisher – die Frage nach dem “Was?”, sondern auch die nach dem “Wie?”. Es zählt also nicht nur das Bild als solches, sondern auch dessen Betrachtungsweise. Wer sich daran versuchen möchte, hat nun Gelegenheit, und zwar in Kelms dritter Einzelausstellung in der Galerie Johann König in Berlin.

Zu sehen sind beispielsweise Stoffe mit aufgedruckten Akronymen wie  „LOL!”, “C U SOON”, “XO” oder “STUFF 2 DO” oder auch Werbeplakate mit dominanten Prozentzeichen, die neben von Strohhalmen bedeckten Paisley-Halstüchern hängen. Um Kelms Stilleben zu verstehen, ist es notwendig, die Gegestände im eigenen Bewusstsein zu verfremden, um die voller Anspielung steckenden, mitunter ironisch vorgeführten Codes der Künstlerin zu entziffern.

Annette Kelm in der Galerie Johann König, Dessauer Str. 6 – 7, 10963 Berlin, bis 19. April 2014

(c) Annette Kelm “Espadrilles, 2 GOOD 2 BE TRUE, TTYL, XO, HOW R U?, 2013″/ Galerie Johann König

 

Zeig’ her deine Bücher

Von um 10:00 Uhr

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»Selfies« gibt’s schon länger, jetzt kommt das »shelfie«: Nicht mehr das eigene Gesicht, sondern das eigene Bücherregal wird fotografiert

(c) Maximilian Virgili

Kategorien: Allgemein, Fotografie

Hochglanz

Von 18. März 2014 um 10:00 Uhr

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Die 150 schönsten Fotos aus den Magazinen des Condé Nast Verlags zeigt das Palais Galliera in Paris in seiner Ausstellung »Papier glacé«

(c) Palais Galliera

Playtime

Von 14. März 2014 um 12:00 Uhr
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(c) Michael Shen, Tehching Hsieh

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(c) Anna Oppermann und Galerie Barbara Thumm, Berlin

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(c) Jörg Immendorff, Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

Dass Arbeit unser ganzes Leben bestimmt, wissen wir schon länger. Jetzt diskutiert die Kunst darüber. In der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München beginnt heute die Ausstellung PLAYTIME, die in Anknüpfung an Jacques Tatis’ gleichnamigen Film kritische Fragen über die moderne Arbeitswelt stellt. Wie setzen sich Künstler mit Arbeit auseinander? Und wie unterscheidet sich künstlerische Arbeit von anderen Formen der Arbeit? Thema ist nicht nur die Tätigkeit an sich, sondern vor allem ihre Einbettung in die gegenwärtigen Herrschafts-, Geschlechter- und Lebensverhältnisse. Zahlreiche Künstler – von Jörg Immendorff bis zu den Pet Shop Boys – sind vertreten, und im Lauf der nächsten Monate finden Filmvorführungen, Vorträge und Diskussionen statt. Der Ausstellungskatalog ist in Form eines E-Books als kostenloser Download auf der Homepage des Lenbachhauses verfügbar.

PLAYTIME
Eine Kooperation der Städtischen Galerie im Lenbachhaus
mit MunichRe zum Thema Arbeit
15. März – 29. Juni 2014
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Das ist doch eine Frau. Oder?

Von 11. März 2014 um 16:00 Uhr

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Bruce Gilden Jan-Marie

Es soll ja Menschen geben, die sich nicht gerne fotografieren lassen. Stünde Bruce Gilden vor ihnen, wäre nachzuvollziehen, warum. Kaum ein Fotograf kommt seinen Motiven so nah wie er. Dass er keine Hemmschwelle kennt, hat sich aber ausgezahlt. Denn der 1946 in Brooklyn geborene Amerikaner gehört heute zu den bekanntesten und einflussreichsten Straßen-Fotografen der Welt, seine Werke sind in allen bedeutenden Häusern rund um den Globus zu sehen.

Was ist sein Geheimnis? Statt eine vermeintlich vollkommene Welt mit langbeinigen Schönheiten zu zeigen, fotografiert Gilden Gesichter mit Geschichten – in denen jede Falte für ein kräftezehrendes Ereignis, jeder Augenring für einen Schicksalschlag und jeder Kratzer für eine Wunde steht. Doch es ist noch mehr. Dass Gilden seinen Porträtierten so nah kommt und dabei auf extremes Blitzlicht setzt, führt zu der Frage, um welches Geschlecht es sich auf dem Foto eigentlich handelt. Ist es eine Frau? Schließlich hat sie längere Haare. Oder ist es doch ein Mann? Bei diesen herben Gesichtszügen…

Neben den Menschenstudien aus Coney Island, New York und Haiti, mit denen der Amerikaner bekannt geworden ist, zeigt die Galerie Robert Morat auch neue, großformatige Farbarbeiten. Diese sind in den vergangenen beiden Jahren in Zusammenhang mit dem Magnum-Gruppenprojekt “Postcards from America” an verschiedenen Orten in den USA entstanden.

 ”Bruce Gilden – Portraits”, von 8. März bis zum 10. Mai 2014 in der Robert Morat Galerie, Kleine Hamburger Straße 2, 10115 Berlin

Polaroids aus Papua-Neuginea

Von 8. März 2014 um 12:00 Uhr

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Polaroidkameras sind etwas Besonderes. Obwohl sie wie andere Apparate weitesgehend aus den Läden verschwunden sind, weil sich die Technik des Fotografierens stetig überholt, ist die Wertschätzung für Polaroidkameras geblieben. Das spontane Fotografieren, das Festhalten eines bedeutenden Augenblicks auf Knopfdruck, bei dem das Resultat schon Sekunden später in der Hand gehalten werden kann, begeistert nach wie vor.
Auch der britische Fotograf David Bailey, eine Ikone seines Fachs, zeigt sich fasziniert von der Technik. Das beste Motiv für Polariodkameras seien Pornos, weil die Bilder nicht zur Nachbearbeitung müssten, sagt der 1938 in London geborene Künstler. In seiner Ausstellung “Bailey”, die ab 6. März in München zu sehen ist, steht ebenfalls nackte Haut im Vordergrund – allerdings nicht die junger Blondinen, sondern die der Ureinwohner Papua-Neuguineas.

Im Jahr 1974 reiste Bailey in den Inselstaat im Pazifik, um die Einheimischen, bis unter die Zähne bewaffnet, zu fotografieren. Das sei kein leichtes Unterfangen gewesen sein, nicht zuletzt, weil die Menschen Kannibalen gewesen seien.”Aber ich habe es lebendig dort rausgeschafft”, sagt Bailey, etliche, bis heute nie gezeigte Fotos im Gepäck. Diese entdeckte Galerist Daniel Blau bei einem Besuch in Baileys Studio – ein grandioser Zufall, hatte der Fotograf sie doch regelrecht vergessen. Die besten Bilder hat Blau gleich mitgenommen. Sie sind ab 6. März in München zu sehen.

“Bailey – Planet of the Apes on TV. Papua New Guines, Portraits”, Galerie Daniel Blau, Odeonsplatz 12, München, bis 3. Mai 2014

(c) David Bailey/ Courtesy Galerie Daniel Blau Munich/London