Grüne: Unsichtbares Spitzenpersonal in Hülle und Fülle
Zwei Parteivorsitzende, zwei Spitzenkandidaten – ein Mangel an Führungskräften herrscht bei den Grünen wahrlich nicht, die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen vom vergangenen Wochenende hat dies dem interessierten Bürger eindrucksvoll vor Augen geführt. Und doch kann man in diesen grünen Wein auch Wasser gießen. Am vergangenen Freitag hat die Forschungsgruppe Wahlen die Ergebnisse ihres neuesten Politbarometers veröffentlicht; fester Bestandteil davon ist die Liste der zehn wichtigsten Politiker – fast schon eine Währung deutscher Politik. Grüne dort? Fehlanzeige!
Ein Blick auf die Liste unter parteipolitischen Gesichtspunkten liefert interessante Befunde: Die CDU ist mit Merkel und von der Leyen (was werden die Mitglieder des Andenpakts davon halten?) doppelt vertreten; die CSU mit zu Guttenberg und Seehofer ebenfalls. Die SPD schafft mit den Stones und Müntefering drei Platzierungen, die FDP ist mit Westerwelle in den Top Ten vertreten, die Linke mit ihrem Führungsduo Gysi/Lafontaine sogar doppelt. Grüne – 0.
Neu ist das nicht. Die folgende Grafik zeigt, welche Parteien mit ihrem Spitzenpersonal in der Liste der Top Ten seit 2004 vertreten waren:
Seit dem Ausscheiden von Joschka Fischer aus der aktiven Politik (und damit auch der Liste der wichtigsten Politiker) Ende 2005 hat es kein grüner Spitzenpolitiker mehr in die Liste geschafft. Wäre weniger hier mal wieder mehr?

Interessant wäre das nur, wenn die Anzahl von Politikern einer Partei in dieser Top Ten mit den Ergebnissen bei der Sonntagsfrage bzw. den Wahlergebnissen korrelieren würde. Tut sie aber offensichtlich nicht, die Ergbenisse der Grünen nach Fischer sind konstant gut.
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Volle Zustimmung zu Max. Vielleicht gibt es unter den Wählern in Deutschland ja eine relevante Minderheit, das Politik nicht in erster Linie als ein Werk herausragender Führungsgestalten sieht, sondern eher auf eine möglichst breite Verteilung von Macht und Einfluss setzt – und vielleicht sind diese Wähler durchaus zufrieden damit, dass man die Grünen nicht nur mit ein oder zwei bekannten Gesichtern assoziiert. Wenn man annehmen kann, dass das grüne Wählerpotenzial sich mehr am Parteiprogramm als an Personen orientiert, ist es für diese Partei sicher weniger wichtig, unter den Top Ten vertreten zu sein, als etwa für den “Kanzlerwahlverein” CDU.
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