Das Politik-Blog

Für jeden was dabei… willkommen in der Welt der Umfragen.

Von 3. Juli 2009 um 13:44 Uhr

Dieses Mal ist wirklich für jeden was dabei: Im Willy-Brandt freut man sich über die “aktuelle Stimmung” im neuesten ZDF-Politbarometer: SPD +4, CDU/CSU -3. Ignorieren wird man dort den ARD-Deutschlandtrend (SPD -2), ärgern wird man sich über die Projektion der Forschungsgruppe Wahlen: Trotz +4 in der – ebenfalls auf der Wahlabsichtsfrage basierenden – aktuellen Stimmung keine Änderung bei der Projektion (weiterhin 25); dafür verliert die Union in der Projektion einen Punkt (jetzt 37), obwohl doch ihr Verlust in der aktuellen Stimmung nur -3 war: -3 (Stimmung)=-1 (Projektion), aber +4 (Stimmung)=0 (Projektion), hm, ärgerlich für die SPD. Die Union freut sich eher indirekt – sie verliert in den Umfragen zwar überall, gleichzeitig reicht es aber für schwarz-gelb bei ARD und ZDF für eine eigene Mehrheit (und erst recht, wenn man die aktuelle Diskussion um Überhangmandate mit bedenkt). Allerdings gilt dies nur, wenn man unterstellt, dass die Union wirklich mit der FDP reagieren will. FDP in den Umfragen? Gewinnt in der ARD (+1), verliert aber in der aktuellen Stimmung des ZDF (-2). Grüne? In beiden Projektionen unverändert. Linke? Gewinnen überall dazu. Ach, Umfragen können so schön, einfach für jeden was dabei – fast wie am Wahlabend, wo es ja auch selten Verlierer gibt.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wenn ich die heutigen Umfrageergebnisse als SPD-Wahlkampfmanager analysieren müsste, dann würde ich natürlich die etwas optimistischeren Zahlen der Fortschungsgruppe Wahlen (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/646146?inPopup=true) zur Hand nehmen. Bei dieser Momentaufnahme des Meinungsklimas stechen vor allem folgende Aspekte ins Auge:

    1) In der politischen Stimmung hat sich der Rückstand der SPD auf die Union nach Verkündung des CDU/CSU-Wahlprogramms immerhin um 7 Prozentpunkte verkürzt. Der SPD-Wert ist immer noch sehr bescheiden, aber es scheint doch etwas in Bewegung in die Zahlen gekommen zu sein – auch wenn sich dieser Trend bislang nicht auf die Projektion übertragen hat.
    2) Merkel bleibt zwar die beliebteste Politikerin in Deutschland, auch weiterhin mit einem bemerkenswerten Vorsprung vor ihrem SPD-Herausforderer in der Kanzlerfrage (59% zu 28%). Aber spätestens seit dieser Woche muss sie sich doch mit einem Glaubwürdigkeitsproblem herumschlagen: 72% der Deutschen schenken ihrem Versprechen, nach der Wahl die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen, keinen Glauben. Selbst in den eigenen Reihen (CDU/CSU-Anhänger: 59%, FDP-Anhänger: 70%) traut eine deutliche Mehrheit der Kanzlerin einen Wortbruch zu. Bemerkenswert ist, dass sich diese Zweifel an der Glaubwürdigkeit in der Kanzlerfrage und in Merkels Bewertung auf der Notenskala nicht niederschlagen.
    3) Im inoffiziellen Duell legt Steinmeier (+0,1) gegenüber Wirtschaftsminister Guttenberg (-0,2) leicht zu. Ist der Reiz des Neuen schon verflogen? Brauch man in Endeffekt gar kein Guttenberg-Bashing, da die Wähler selbst erkennen, dass er sich mit seinen ordnungspolitischen Grundsätzen weder in der Opel- noch in der Quelle-Debatte durchsetzen konnte.

    Vielleicht mag ja im Gegenzug jemand mal die Infratest-Zahlen aus Unions-Sicht interpretieren…

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    • 4. Juli 2009 um 02:12 Uhr
    • nighthawk1980
  2. 2.

    [...] in den Umfragen zulegen konnte und wie viel eine anderen Partei dafür gesunken ist (siehe auch den Beitrag von Thorsten Faas). Grundlage dieser Berichterstattung bildet die sogennante „Sonntagsfrage“, die in [...]

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  3. 3.

    Wir finden die Art, wie Sie mit Herrn zu Guttenberg umgehen sehr fragwürdig.Macht es Spass auf jemand so lange einzuprügeln bis er am Boden lieg.t?Wir sind nicht CDU Wähler,doch so entwürdigend,ja fast schadenfroh, ist das Ihr Jurnalismus, ich bin sehr enttäuscht..Fraglos hat er Fehler gemacht, die bestimmt zu korrigieren sind.Auch die Uni muß sich fragen, warum prüft man sowas also eine Doktorarbeit nicht schon intern viel früher?Was war mit Joschka Fischer, Trittin Seehofer, Lambsdorf,Weigel, Strauß usw.Man sollte nicht mit zweierlei maß messen.Herr zu Guttenberg ist eine Persönlichkeit mit viel Charisma, ich hoffe, er findet den Weg zurück und vergräbt sich nicht.Das ist nicht nur meine Meinung

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    • 1. März 2011 um 23:51 Uhr
    • Heidrun Werner
  4. Kommentar zum Thema

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