Regierung sucht Motto
Frau Merkel ist keine Sprücheklopferin. Was Vorteile hat. Anders als ihr Vorgänger im Kanzleramt musste sie selten großspurige Sätze zurücknehmen oder sich an ihnen messen lassen.
Es hat aber auch Nachteile. Merkel, die Naturwissenschaftlerin, hat Schwierigkeiten damit, prägnant zu formulieren. Dieses Problem begleitet sie seit langem. Schon in Oppositionszeiten beklagten sich Journalisten, Merkel könne keine Soundbites produzieren, also: kurze TV-taugliche Botschaften. Versucht sie doch mal zuzuzspitzen, misslingt das: Noch heute bereut Merkel angeblich, dass sie einmal angekündigte, Deutschland “durchregieren” zu wollen. Auch als “schwäbische Hausfrau”, die Krisen löst, hat sie sich nie wieder bezeichnet.
Deshalb verwundert es auch nicht, dass Merkel noch kein Motto, keinen griffigen Slogan für ihre neue Regierung gefunden hat. Am Anfange der Woche erlaubte sich die Kanzlerin einen Moment der Offenherzigkeit, als sie einem Journalisten anvertraute, danach noch zu suchen.
Selber Schuld. Nun ist Fraktionschef Volker Kauder gestern Abend vorgeprescht. Er bezeichnete das Bündnis mit der FDP als “Koalition des Wachstums, des Aufbruchs, der Zuversicht”. Auch Guido Westerwelle, ein Phrasendrescher von höchster Güte, wird sicher bald nachlegen. Steuersenkungsregierung. Man-spricht-deutsch-Bund. Gelb-schwarze Allianz, irgendsowas.
Also, Frau Kanzlerin, das Wochenende geben wir Ihnen noch. Zwei Tage Spazierengehen und Plaumenkuchenbacken. Sonst reichen wir ab Montag Vorschläge ein.
Und bitte nicht wieder “Koalition der neuen Möglichkeiten”! So taufte Merkel ihr erstes Regierungsbündnis.
Liebe Rosi… das ist auch meine Meinung!
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Vielleicht würde ein Blick in die Karten unseren Politikeren weiterhelfen?
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Hallo Trudi. Oh ja… Wahrsagen wäre vielleicht mal eine Alternative.
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Leider gibt es keine Alternative zur Frau Merkel …
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