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Vorhersagemodel sagt Obamas Wiederwahl im Herbst voraus

 

Die Vorwahlen in New Hampshire sind vorüber. Während sich das Feld der Präsidentschaftskandidaten der Republikaner in den nächsten Wochen weiter ausdünnen wird kann sich der amtierende amerikanische Präsident schon heute auf seine Wiederwahl einrichten, weil er alle republikanischen Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen im November diesen Jahres schlagen wird. Diese Einsicht verdanken wir keiner Kristallkugel, sondern einem statistischen Vorhersagemodell, das sogenannte Primary Model, was mein Kollege Helmut Norpoth, Professor für Politikwissenschaft an der Stony Brook University in New York entwickelt hat. Damit war er mal wieder der erste der akademischen Kollegen, der sich 2012 mit dieser Prognose aus der Deckung wagt.

Das außergewöhnliche an seinem Modell ist, daß es bereits jetzt schon Vorhersagen zum Ausgang der Präsidentschaftswahlen im November ermöglicht. Erwartungsgemäß werden viele Prognosen ja genauer, je näher man sich dem Ereignis nähert. Man denke nur an den Wetterbericht fürs kommende Wochenende. Sein Primary Model hat jedoch den Gewinner nach Stimmen der US amerikanischen Präsidentschaftswahlen seit 1996 immer richtig vorhergesagt.

Wie kann man das beinahe 10 Monate vorher bereits wissen? Sind die Wahlkämpfe nicht entscheidend und ist es gar nicht wichtig, wer gegen wen antritt? Regelmäßige Leser dieses Blog wissen, warum wir in der Wahlforschung den Ausgang von Wahlen vorhersagbar können, selbst wenn die entsprechenden Umfragen schwanken.

Norpoths Primary Model schafft diese Aufgabe, indem es sich die Regelmäßigkeiten der Vorwahlergebnisse von Präsidentschaftskandidaten der Republikaner wie der Demokraten systematisch ausnützt, die seit 1912 verzeichnet sind. In einem statistischen Modell ermöglichen diese Ergebnisse – neben weiteren längerfristig wirksamen Faktoren – hinreichende genaue Prognosen über das zu erwartende Stimmergebnis für unterschiedliche Kandidatenkonstellationen.

Die besten Chancen für die Republikaner im Herbst hat nach diesen Modellprognosen dabei noch Mitt Romney, der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts. Sollte Romney seinen Erfolg von New Hamshire fortsetzen und sich aufmachen, die Vorwahlen der Republikaner zu gewinnen, würde Obama ihn mit 53.2 zu 46.8 Prozent schlagen. Obama würde sogar zwischen 56 und 57 Prozent der Stimmen gewinnen, die entweder für die Demokraten oder die Republikaner abgegeben wurden, wenn der republikanische Kandidat doch noch Paul, Huntsman, Gingrich oder Santorum heißen würde.

Neugierig? Mehr dazu (allerdings in English) unter:
Norpoth, Helmut (2004), „From Primary to General Election: A Forecast of the Presidential Vote,“ P.S. Political Science and Politics, XXXVII, 4, 737-740.

3 Kommentare

  1.   Mego

    sagt:Hallo Alex, danke erst einadmal ffcr deiadnen Komadmenadtar! Trotz der Uhradzeit veradsuadche ich noch ein paar Zeiadlen zur Erkle4rung:Die Kataadstroadphe ist zune4chst voradaladlem eine sysadtemadtheoadreadtiadsche: Ohne Limiadtadioadnaadliadte4t, d.h. ohne eine klare Grenze, kann nicht mehr angeadmesadsen vom Erziehungs„system“ gesproadchen weradden. Das ist vieladleicht nicht so draadmaadtisch, he4tte in dieadser Form aber durchadaus weitadreiadchende Konsequenzen:Hier scheiadnen im Groaddfen und Ganadzen zwei Optioadnen denkadbar. Entadweadder wechurt das Sysadtem sehr weit in die Geselladschaft hinadein und okkuadpiert Funkadtioadnen, die ursprfcngadlich andeadren Teiladsysadteadmen zukaadmen. Dieadser Aufadgabe ist es nicht gewachadsen, denn ihm fehadlen die Voradausadsetadzunadgen daffcr: Lehadrer oder Proadfesadsoadrinadnen kf6nadnen nicht die Funkadtioadnen von Poliadzisadten, Psyadchoadloadgen oder Konadzernadmaadnaadgern fcberadnehadmen. Das ist nicht ihr Job und es manadgelt ihnen an Befe4adhiadgung (zuminaddest in den meisadten Fe4ladlen). Die zweite Mf6gadlichadkeit zielt auf das Gegenadteil hin: Unklare Grenadzen kf6nadnen ebenso auf Kosadten der Autoadnoadmie des Erzieadhungsadsysadtems veradlaadgert weradden. Hieradffcr scheiadnen sich gerade Orgaadniadsaadtioadnen aus dem Wirtadschaftsadsysadtem anzuadbieadten mit der Konadseadquenz, dass die Erzieadhung ihre relaadtive Selbstadbeadstimadmung immer mehr zu veradlieadrena0droht.Auch ohne worst case-Szenarios: Aktuadell befinaddet sich das Erzieadhungsadsysadtem in einer Oriadenadtieadrungsadkrise; unze4hadlige Fakadtoadren wiradken auf das Sysadtem ein und bewiradken einen groaddfen (Anpassungs-) Druck. Die „Medien“ sind nur ein Aspekt neben unze4hadliadgen andeadren („lifelong learning“, Wisadsensadgeadselladschaft…). Aber sie sind auch ein enorm bedeutender.Um die skizadzieradten Gefahadren zu veradmeiadden, sollte die Refleadxiadonsadtheoadrie der Erzieadhungsadwisadsenadschaft, die Pe4dadagoadgik (also irgendadwie: wir), die Theoadrieadofadferadten von nfcchadteradnen Beobadachadtern (wie den Sozioadloadgen) annehadmen und weiadteradentadwiadckeln bzw. ffcr „unser Sysadtem“ nutzadbar machen: Dieadser Artiadkel sollte daradleadgen, dass der von Niklas Luhadmann (vieladleicht etwas eilig) als symadboadlisch geneadraadliadsieradtes Komadmuadniadkaadtiadonsadmeaddium voradgeadschlaadgene Lebensadlauf (insadbeadsonaddere wenn er wie von Kade konadseadquent ausadforadmuadliert wird) in Schwieadrigadkeiadten ffchrt. Also muss nach Alteradnaadtiadven Ausadschau gehaladten weradden. Und hier kommt Dirk Baecker ins Spiel… Und noch einiadgesa0mehr.Soviel in Kfcrze. „Kataadstroadphe“ fcbriadgens nur, weil die Daradstelladlung der Proadbleme mit dem Lebensadlauf (ungeadplant) in drei Akte zeradfiel und der letzte Teil, der den Voradschlag zurfcckadweist, die Wenaddung zum Nieadderadgang (kate1 — strephein) ffcr eben diese Idee daradstellte. Reiadner Zufall, ehradlich. Danke fcbriadgens auch ffcr den Buchadtipp, klingt spannend!

  2.   Melvon

    Endlich ein informativer Artikel, mein Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich die Seite gut zu lesen und leicht zu verstehen.


  3. Vorhersagemodel, was soll das sein, eine Frau mit Glaskugel?