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Wahl des Vizepräsidentschaftskandidaten: Eine vertane Chance für Mitt Romney

Von 15. August 2012 um 10:53 Uhr

Am vergangenen Wochenende hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney seinen Vizepräsidentschaftskandidaten bekannt gegeben:  es ist Paul D. Ryan, Abgeordneter aus Wisconsin und Vorsitzender des mächtigen Haushaltsausschusses, Wirtschaftsliberaler und junger Hoffnungsträger der Republikaner. Nur auf den ersten Blick scheint er Romney zu ergänzen: Ryan ist jung, sportlich, Katholik und kommt aus einer Arbeiterfamilie. Ein Blick in die Daten sowie in die Abstimmungshistorie des jungen Politikers zeigt aber, dass diese Wahl nicht klug und wohl auch nicht sehr durchdacht war. Ein Vizepräsidentschaftskandidat soll ausgleichen, soll in Wählergruppen hineinreichen, zu denen der Präsidentschaftsanwärter nur schwer Kontakt und Sympathie aufbauen kann. Und dies ist bei Romney besonders wichtig, weil er kein gemäßigter republikanischer Kandidat ist, sondern selbst im republikanischen Lager als extrem gilt. Doch genau dies lässt sich von Paul D. Ryan auch sagen – seine Standpunkte zu den Themen Abtreibung, Lebensgemeinschaften von homosexuellen Paaren etc. sind ultrakonservativ.

Aber ein so ausgerichtetes Klientel an Wählerinnen und Wählern deckt auch Mitt Romney schon ab. In einer Umfrage zeigt sich klar, dass vor allem die sehr konservativen Republikaner einen großen Enthusiasmus zeigen, wenn es um die Stimmabgabe im November geht. 72% der extrem konservativen Republikaner zeigen im Juli 2012 eine hohe Begeisterung – bei den eher moderateren und liberaleren Republikanern sind es hingegen nur 50%. Wahlen aber werden in der Mitte gewonnen und nicht an den Rändern!

Quelle: YouGov.com, Graphik gefunden in: themonkeycage.org

Einige amerikanische Kommentatoren zieht schon den Vergleich zwischen Sarah Palin und Paul D. Ryan – dieser Vergleich ist sicherlich überzogen, denn Ryan ist ein respektierter Politiker in Washington, ein ganz anderes politisches Kaliber als Sarah Palin. Strategisch gesehen ist seine Nominierung aber ein schlechter Schachzug von Mitt Romney!

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wie Romney schon so ähnlich sagte: Paul D. Ryan wird (vielleicht) der nächste republikanisch-Präsident der USA

  2. Kommentar zum Thema

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