Das Politik-Blog

Piraten-Wahlkämpfer fordern Rücktritt von Buchautorin Schramm

Von 20. September 2012 um 17:18 Uhr

Schon seit Tagen gärt bei vielen Piraten der Ärger über Julia Schramm, ihr Buch, und ihr Verhalten in Sachen Urheberrecht. Nun hat er sich an prominenter Stelle Bahn gebrochen: Der Landesvorstand der Piratenpartei Niedersachsen fordert geschlossen den Rücktritt der Piratin von ihrem Amt als Beisitzerin im Bundesvorstand. Am Donnerstag um 13:02 Uhr tauchte auf der Mailingliste der "Servicegruppe Presse" der öffentliche Brief auf, in dem es heißt, die aktuelle Diskussion schade gerade in Niedersachsen sehr, wo am 20. Januar ein neuer Landtag gewählt wird: "Gerade auch im Hinblick auf unsere geplante Wahlkampfkampagne zum Thema 'Urheber-, Markenschutz- und Patentrecht' stehen wir momentan im Lichte der Öffentlichkeit sehr schlecht da."

Deshalb solle Schramm sich dafür einsetzen, dass die digitale Ausgabe ihres Buches für nicht-kommerzielle Nutzung frei verfügbar gemacht wird. Falls dies nicht möglich sei, was angesichts eines längst festgezurrten Autorenvertrags mehr als wahrscheinlich ist, schreiben die niedersächsischen Piraten weiter: "empfehlen wir Dir den nächsten richtigen Schritt zu gehen, um die Glaubwürdigkeit gerade in einem wichtigen Kernthema der Piratenpartei zu behalten: Rücktritt".

Der Absender der Briefs, der stellvertretende Landesvorsitzende Thomas Gaul, bestätigte ZEIT ONLINE dessen Echtheit und erklärte: "Wir sind der Meinung, das wir uns positionieren müssen, denn was da gerade passiert, ist nicht im Sinne der Piratenpartei." Er fürchtet vor allem Rückschläge für den Landtagswahlkampf. "Das ist Negativreklame."

Andere Piraten stöhnen nun wiederum laut auf über das Vorpreschen der Niedersachsen. Anke Domscheit-Berg twitterte: "gehts noch? Wir wollen urheber stärken u. downloader entkriminalisieren! Wo steht, wir wollen urheber zu gratis ebooks zwingen?" Der Berliner Verleger und Pirat Enno Lenze reagierte mit Galgenhumor und bastelte den Piraten aus Frust gleich eine Vorlage für zukünftige offene Briefe. Der Twitterer @tante schrieb: "Es gibt schon Unterschiede zwischen den Piraten Landesverbänden. Berlin is "links", Bayern "konservativ", Niedersachsen peinlich."

Der politische Geschäftsführer der Partei, Johannes Ponader, der Schramm in den vergangenen Tagen verteidigte, wusste am frühen Nachmittag noch nichts von dem Brief. Er würde so etwas aber mittlerweile nicht mehr zu hoch hängen, sagte er ZEIT ONLINE. In der Parteiführung hat man sich längst gewöhnt an die ständigen internen Streitereien. Der Vorsitzende Bernd Schlömer wollte den Vorgang nicht kommentieren. In einer Stellungnahme hatten sie zuvor Schramm verteidigt.

 Mitarbeit: Juliane Leopold

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Nun Frau Schramm für eine Aktion gerade stehen zu lassen, welche sie im eigentlichem Sinne, nicht zu verantworten hat. Finde ich von Grund auf falsch. Vielleicht hätte sie sich vorher einen unabhängigen Verlag suchen sollen. Aber im Grunde sind alle Menschen gleich. Wir brauchen in der heutigen Zeit Geld zum Überleben. Und Frau Schramm hat sich ihr Überleben mit dem Vertrag gesichert und ihre Rechte am Buch damit, mehr oder weniger, verkauft. Das ist nicht schlimm.

    Also aufhören mit der „Hexenjagt“ und endlich mal auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Das heißt: Politik machen und mit gestalten.

    • 20. September 2012 um 18:27 Uhr
    • ckubusch
  2. 2.

    Erst wählt man einen bekannt dummen, eitlen und vorlauten Menschen IN den Vorstand. Und dann will man ihn wieder da raus haben, weil er das macht, was er am besten kann – Dummheiten.
    Ich muss das nicht verstehen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 20. September 2012 um 18:42 Uhr
    • ThorHa
  3. 3.

    Wie war das noch bei den Linken? Feudales Diner für Wagenknecht und Porsche-Ernst, dazu den Lebemann aus Saarbrücken.

    Nun halt die Piraten mit dem Urheberrecht. Inhaltlich bisher nicht praktikabel, wenn überhaupt dazu etwas von dieser Partei kommt.

    Mein Fazit: Diese Partei funktioniert überhaupt nicht. Sie hat weder einen Wertekanon noch einen belastbaren Markenkern. Doch ab 2013 ist der Spuk eh vorbei.

  4. 4.

    … Ich verstehe nicht, dass die überhaupt noch irgendwo im Vorstand / als Beisitzerin aktiv ist.

    Die soll ihre 100.000 Euro nehmen und damit tun, was immer sie will. Sie hat eine Partei als Geldgrube ausgenutzt und verhält sich dann auch noch parteischädigend.

    Das wäre ungefähr so, als würde Herr Gabriel ein Jubilier-Buch über die Agenda 2010 auf SPD-Briefpapier schreiben, in dem er auch noch die Rente mit 72 anpreist, aber nur nicht für sich selbst. Man muss nicht einmal SPD-Mitglied sein, um zu wissen, dass er nicht einmal mehr für den Vorstand der SPD kellnern könnte…

    • 20. September 2012 um 18:54 Uhr
    • Sirisee
  5. 5.

    Feudales Dinner?!? Ein Porsche (kein wirklich aktuelles Modell, anbei)? Der „Lebemann“ aus dem Saarland? Also wenn man die Linke nur deswegen kritisieren kann, dann passt’s ja!

  6. 6.

    Auch wenn ich kein tiefroter SPD-Anhänger bin – nur mal ein paar Unterschiede zu den Piraten:

    Die SPD hat Meinungen, es wird auch intern darüber gestritten, welchen Weg man gehen sollte. Es geht den Sozen am Ende immer um eine praktikable Lösung, nicht um eitle Selbstbefriedigung. Und wenn es sein muss, springt die SPD auch mal über ihren Schatten, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

    Die Piraten – das sind keine Polit-Welpen mehr, dass sind Menschen, die keinen Sinn fürs politische haben. Es gibt auch Menschen, die haben keinen Sinn für Informatik. Denen würde ich nie meinen Laptop in die Hand drücken und die damit alleine lassen.

  7. 7.

    Siehe dazu auch Don Alphonso, der das ganze Elend noch aus einer anderen Perspektive – als möglicher PsyOp von Bertelsmann zugunsten des politischen Establishments – beleuchtet:
    http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2012/09/19/julia-schramm-ein-buchdebakel-als-sieg-fuer-bertelsmann.aspx

  8. 8.

    Gibt noch ein paar mehr Sachen – Geburtstagsgrüße an Diktatoren, kommunistische Plattform, debile west-alt-Linke – aber hier ist ja kein Platz für Romane ;-)))

  9. 9.

    Die Zeit versucht die Grünen als direkte KOnkurrenz zu den Piraten zu uppen. Die Redation ist ja partei und programmtreu. Ironischerweise verstehen dei Leserschaft die KOmmentare häufig als FDP-nah. Dies ist bezeichnend, denn es zeigt die Verschränkung der Wäglerschaft von FDP und grüner Partei

  10. 10.

    Ich empfinde diese Frau als sehr einfach gestrickt um es einmal vorsichtig zu formulieren.
    Geistiges Eigentum findet man bzw. frau vielleicht auch deshalb für doof weil man kaum eigenes generieren kann.

    Herzlichen Glückwunsch zu den 100.000 by the way and epic fail

  11. 11.

    Interessanter Artikel – Zitat: „Datenmissbrauch, Politikergeschwätz, zweierlei Standards, Verachtung der Wähler und der eigenen Partei, Geschäfte mit dem Amt, Rücksichtslosigkeit gegenüber den politischen Zielen, Klüngelei, Kleben am Sessel, brutalstmögliche Lernresistenz“

    Damit blickt die Piratenpartei schon nach wenigen Monaten in den Abgrund, in dem sich die Linken bereits zu Hause fühlen. An diesem Ort im Parteienspektrum ist aber nur Platz für eine FFP-(Fast-Fünf-Prozent-)Partei.

  12. 12.

    Auf der einen Seite lockt das Geld und auf der anderen das gesagte

    Nicht Rücktritt – Austritt

    • 20. September 2012 um 20:03 Uhr
    • JackF
  13. 13.

    Vor einigen Wochen wurden die Piraten noch dafür ausgelacht, dass ihr Entwurf zum Urheberrecht gar nicht so weit von dem der anderen Parteien entfernt sei. Jetzt werden sie wieder in die Ecke der radikalen Raubkopierer die alles umsonst haben wollen gedrängt, um Schlagzeilen auf Bild-Niveau zu machen.
    Abgesehen davon sollten die Piraten die letzte Partei sein deren Programm man in direkten Zusammenhang mit einzelnen Personen bringt. Die gesamte Parteispitze sieht sich ( oder sollte es zumidnest ) als Sprachrohr der Basis. Jeder ist austauschbar. Die Piraten haben definitiv noch einige Lücken und Fehler auszubessern ( eigentlich sogar noch sehr viele ), aber dieses blinde einprügeln auf alles was in Zusammenhang mit der Partei passiert erwarte ich vielleicht von einer Bildzeitung, aber nicht von intellektuellen Blättern wie der Zeit.
    Die ganze Situation wäre ein super Aufhänger gewesen um sich mal ernsthaft mit der Position der Piraten zum Urheberrecht und zum geistigen Eigentum ( ja das sind zwei paar Stiefel ) auseinanderzusetzen, anstatt, ich wiederhole mich, blind darauf einzuprügeln.

    • 20. September 2012 um 20:07 Uhr
    • Dogz
  14. 14.

    Was ich zur „Vertiefung“ empfelen kann:
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ekelhaft/#comments

    • 20. September 2012 um 20:23 Uhr
    • Meykos
  15. 15.

    Und Frau Schramm hat sich ihr Überleben mit dem Vertrag gesichert

    Das Honorar betrug 100.000 Euros, damit kommt man gerade so über die Runden, wie Sie es darstellen? Ich reihe das Buch und die Methode der Veröffentlichung unter der Reihe „Bettina Wulff und andere Medienhypes“ ein. Inszenierter Budenzauber. Ein Griff in die Taschen des naiven Volkes.

    • 20. September 2012 um 20:42 Uhr
    • Name ist Hase
  16. 16.

    Die „Piraten“ sind nicht besser als die anderen.
    Nur noch chaotischer.
    Unwählbar!

  17. 17.

    Schauen Sie mal fairerweise auch bei den anderen Parteien …

    Aber Sie haben Recht:
    Hier ist kein Platz für dicke Romane.

  18. 18.

    Der Umgang des Bundesvorstands mit dem Thema ist dennoch ungeschickt. Frau Schramm in Schutz zu nehmen ist eine Sache (dass Sie ihr Buch einem Verlag verkauft und in etwa auch zu welchen Bedingungen war schon vor ihrer Wahl in den Vorstand bekannt.).

    Jetzt aber so zu tun, als hätte das Entfernen eines offenbar ohne Gewinnabsicht und ohne Genehmigung des Rechteinhabers in’s Netz gestellten E-Books nicht mit der Frage zu tun, was eine erlaubte Privatkopie ist, ist heuchlerisch.
    Wenn nämlich das Hochladen des Buchs von Schramm unzulässig sein soll, lässt sich schwerlich argumentieren, dass private Teilnahme an öffentlichen Tauschbörsen vom Recht auf Privatkopie gedeckt sein soll.

    Wenn der Bundesvorstand im letzten Absatz schreibt
    „Die Piratenpartei antwortet darauf: Ja zur privaten Kopie und der Freiheit von Werken. Nein zu illegalen gewerblichen Kopien. Ja zu neuen Geschäftsmodellen künstlerischer Selbstbestimmung. Nein zu rücksichtsloser Durchsetzung von Verwerterinteressen.“,
    dann wird unterstellt, es gäbe keinen Konflikt sondern schon eine abschließende Antwort. Das ist aber falsch! Eine fertige Antwort der Piraten zum Urheberrecht gibt es nicht und sie wird sich genau mit der Frage beschäftigen, ob es solche Vorgänge geben darf wie jetzt um das Buch.

    Wieso konnte der Vorstand nicht einfach schreiben, dass Frau Schramm sich nach heutiger Rechtslage korrekt verhalten hat (und ggf. dass man das auch moralisch ok findet) aber es eine Diskussion gibt, ob Verlage (oder welche Rechteinhaber auch immer) in Zukunft noch solche Rechte zum Entfernen von Inhalten haben sollen?

    • 20. September 2012 um 20:51 Uhr
    • GDH
  19. 19.

    Demokratie ist, anzuschauen, dass Andere etwas Anderes machen koennen als man selbst mag. Oder umgekehrt. Warum dieser faschistische Fraktionszwang in der Piratenpartei? Warum soll Frau Schramm zuruecktreten? Weil die Anderen etwas Anderes denken als Sie?

    • 20. September 2012 um 20:51 Uhr
    • Ulrich
  20. 20.

    ach Piraten, die brauchen keine Euro, die haben ja allen einen Laptop. Realitätsferne…….

  21. 21.

    Ich würde sagen, die Partei ist mitgliedermäßig zu schnell gewachsen.
    Bei dem rasanten Mitgliederwachstum hat man nicht immer schauen können, ob alle neuen Mitglieder auch wirklich auf der Linie der ursprünglichen Partei-Intention liegen.
    Da sind jetzt vermutlich auch viele Mitglieder dabei, die einfach nur Karriere, Macht und Geld wollen.
    So ein Verhalten wie das der Buchautorin Schramm deutet darauf hin dass ihr ihr eigener Profit wichtiger ist als die Ziele der Partei.
    Wenn die Piraten solche Mitglieder weiter dulden, verlieren sie an Glaubwürdigkeit und werden anderen Parteien immer ähnlicher.
    Warum dann überhaupt noch Piraten wählen, wenn die Unterschiede zu den anderen Parteien nur noch mit der Lupe zu erkennen sind?
    Das versteht der Durchschnitts-Mensch nicht mehr.

  22. 22.

    Rücktritt zu Fordern halte ich für überzogen. Dass ist ein typischer Refelx, wenn man Leute abservieren möchte, die man nicht mag oder denen man den Erfolg neidet.

    Julia Schramm hat ihr Buch als Privatperson Julia Schramm veröffentlicht. D.h., dass sie ihre Arbeit am freien Markt angeboten hat. Und der freie Markt gibt eben gewisse Regeln vor, in die man dann einwilligen muss.

    Piratin ist sie ehrenamtlich, also in ihrer Freizeit. Wenn ihr ehrenamtliche Piraten zu „Vollblutpolitiker“ machen wollt, dann zahlt ihnen zumindest ein „bedingungsloses Grundeinkommen“. Dann würde es Julia auch leichter fallen, ihr Buch auch unter Creative Commons zu veröffentlichen. Ohne BGE muss sie ihr Geld zwangsläufig wonanders verdienen. Also zusehen, dass sie „beruflich“ das Geld verdient, dass man braucht, um Miete und Krankenkasse bezahlen zu können.

    Was hier teilweise gefordet wird kommt der „Eierlegendenwollmilchsau“ gleich. Arbeite als Pirat 24/7 für null Kohle und verdiene am besten auch sonst nichts. Eine sehr idealistische Idee, im wirklichen Leben aber leider nicht praktikabel.

    Zum Schluss: Ämter werden bei den Piraten nur für ein Jahr vergeben. Wenn ihr Julia nicht wollt, dann wählt sie doch einfach nicht mehr. Im übrigen: Sie hat schon zum Zeitpunkt ihrer Kandidatur gesagt, dass sie ein Buch schreibt, dass ganz traditionell über den Buchhandel vertrieben werden wird.

    Wenn sie wieder kandidiert und wieder gewählt wird, dann nehmt es einfach so hin. Es steht Euch ja frei, eine Gegenkandidatur zu stellen. Am besten für null Kohle 24/7.

    Viel Spaß dabei…

    • 20. September 2012 um 21:37 Uhr
    • LP
  23. 23.

    Miete und Krankenkasse für 100.000 Euro, aha, noch andere Erkenntnisse? Sehr verständnisvoll für „Julia“ und bezeichnend ist die kleine Verhöhnung: Dann lasst euch doch als Gegenkandidat aufstellen!, d.h. in dem Wissen, dass die „Friends“ von „Julia“ viel Verständnis für „Julia“ haben.

    Ich hatte schon immer den Verdacht, dass die „Piraten“ eine Jungkader-Truppe ersten Ranges sind. Typ, Asta – engagiert, Lieblingstätigkeit: Diskussionsleiter oder Jubelperser.

    • 20. September 2012 um 23:11 Uhr
    • Sirisee
  24. 24.

    “ Politik machen und mit gestalten“

    Genau. Die Frau hat 2 Jahre bei der FDP „gelernt“. Ich würde ihr mal böserweise unterstellen, dass sie nicht aus einer politischen Erleuchtung heraus plötzlich die Eingebung hatte, zu den Piraten wechseln zu müssen. Sondern sie hat in einer jungen dynamischen und noch nicht durchprofessionalisierten Partei wie den Piraten wohl die Chance gewittert, eine steile Karriere hinzulegen.
    Die ihr zuteil gewordene Aufmerksamkeit in bare Münze zu formen kennen wir von anderen Parteien – auf den Piraten wird rumgehackt weil sie bisher den Eindruck erweckten, anders als die durchtriebene Politelite zu sein. Sind sie aber nicht. Das ist traurig.

    • 20. September 2012 um 23:34 Uhr
    • Bashu
  25. 25.

    Haben Sie eventuell auch noch Vergleiche mit anderen Parteien?

    • 20. September 2012 um 23:56 Uhr
    • Klaus Suchanek
  26. 26.

    Das Gute an den Piraten ist im Grunde, dass sie wie eine Demokratie-Doku die politische Arbeit mit ihren Widrigkeiten transparent machen. Das ist gut fuer die Politik insgesamt, weil es offenbart, dass es dort eben alles nicht so einfach ist wie sich das der gemeine Stammtisch gern vorstellt. Daher machen die Piraten Ablaeufe in der Tat transparenter, allerdings anders als sie sich das so vorstellten.

    Dass sie tatsaechlich eine Buergerpartei und Waehler-Emanzipationsprojekt sind, ebenfalls anders als sich wohl vorgestellt, zeigt auch der Umstand, dass sie gleichzeitig auch die Oppositionsarbeit uebernehmen und permanent ihre eigenen Spitzen entsorgen. Das fuehrt dazu, dass sich stets ein neuer Mensch an der Spitze in alles reinlesen muss, alles anlernen. Hat er das getan, schwupps, isser wech und der naechste erhaelt diese Ausbildung.

    Sehr praktisch … so entstehen muendige Waehler …

    • 21. September 2012 um 03:18 Uhr
    • metapher
  27. 27.

    Politik ist lustisch… Erst legt die etablierte Front von CSU bis zu den Grünen offen, wie deestruktiv die Politik der Alternativlosigkeit ist und dann zeigt das Internetgewächs dieser Leichtmatrosen, dass sie mehr Getriebene einer tektonischen technischen Veränderungen sind, als dass sie überhaupt wirklich alternative Ansätze formulieren oder gar leben könnten.

    Als reine Nischenpartei, die nur ein bestimmtes Segment der IT-Elite (nebst Anhang, der seine Identität aus nicht selten prekären Verhältnissen der Selbstausbeutung ableitet), konnten sie bisher weder ganzheitliche und allgemeine Ideen entwickeln, noch eine funktionierende politische Praxis (für die es die Unterscheidung zwischen Freund und Feind bräuchte) realisieren.

    Schließlich und endlich geht die Urheberdebatte am eigentlichen Problem vorbei. Die einflussreicheren Nutzer von Nutzungsrechten wie Patenten oder Copyrights sind eher die Technologie-, Software- und Pharmaziekonzerne und weniger die in der Tat leidende deutsche Verlagslandschaft.

  28. 28.

    Nachtrag: Ein gutes haben die Piraten. Sie sammeln die politischen Entheimateten und Verwirrten, sodass in Deutschland bisher noch keine populistische – und mit Ressentiments getriebene – Partei entstehen konnte.

  29. 29.

    ah, von sich selbst auf andere schließen

    • 21. September 2012 um 09:46 Uhr
    • usuih
  30. 30.

    Domscheit-Berg als Ex-Lobbyistin für Microsoft und McKinsey-Beraterin und Ehefrau des Wikileaks-Absteiger soll sich bitte nicht so frech aus dem Fenster lehnen. Das zeigt ja, dass es eine Kampagne ist. Julia Schramm ist Pirat mit Leib und Seele. Der Urheberrechtsangriff ist nur Unsinn, weil niemand in der Piratenpartei die Abschaffung des Urheberrechts fordert, das ist nur eine Unterstellung von manchen Leuten, die hier absichtlich einen Widerspruch konstruieren. Solche Lobby-Leute wie Domscheit-Berg sollte man aus der Partei werfen.

    • 21. September 2012 um 11:11 Uhr
    • zelotti
  31. 31.

    Man konnte ja darauf warten, daß die Piraten sich selbst entzaubern. Es bringt eben doch nichts, stets nach den höchsten Idealen zu greifen, wenn sich dann eben doch heraus stellt, daß man selbst eben auch nur Mensch ist! Was das Urheberrecht betrifft, sollte jedem klar sein, daß es nichts weiteres ist, als ein Recht auf die Entlohnung von Leistung. Würden wir von einem Arbeitnehmer verlangen, daß es seine Arbeitskraft einem Arbeitgeber umsonst zur Verfügung stellt, in der Hoffnung, daß dieser seine Leistung gemäß „fair use“ schätzen und dann auch entlohnen wird?
    Im Grunde genommen sind sowohl Frau Schramm als auch der Rest der Partei weltfremde Phantasten! Im Grunde wollen sie ein Ideal, daß es so nicht geben wird und dem sie selbst auch nicht entsprechen!

  32. 32.

    Da werden die eigenen Ideale über Bord geworfen um etwas Geld zu machen!

    In unserem System scheint die PP auch nicht besser sein als die Alternativen.

    Meine Stimme hat die PP verloren.

    • 24. September 2012 um 12:25 Uhr
    • Schneizel
  33. 33.

    Frau Domscheit-Berg ist eine ehemalige Microsoft-Lobbyistin und McKinsey-Beraterin, die soll lieber ganz ruhig sein mit ihren Ansichten. Allein die Aufstellung einer solchen Person macht die Piraten unwählbar. Solche Leute und Rechts-/Linksextreme schaden der Partei.

    Schramm auf der anderen Seite – man muss sie nicht mögen – hat nichts mit dem Buch falsch gemacht. Das ist alles nur Polemik jener Medienkreise und Lobbyisten für welche die Piratenpartei eine Allusion auf eine Kultur des „alles kostenlos“ ist. Nachlesen im Parteiprogramm ist schon schwer.

    • 25. September 2012 um 22:17 Uhr
    • zelotti
  34. Kommentar zum Thema

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